Frauenmagazine boomen als Print, Online und als Kombi


Kaum hat sich der Burda-Verlag in den USA am Frauennetzwerk Glam Inc beteiligt, können wir feststellen, dass es sich um eine allgemeine Entwicklung zu handeln scheint. Überall sprießen neue Presse-Angebote für Frauen aus dem Boden, manche mit bekannten, andere mit neuen Konzepten.

Gesucht: Sportsfreundin
Gelungene Zeitschrift mit vielen neuen Konzepten: Gesucht: Sportsfreundin

Zu den neuen Konzepten gehört mit Sicherheit Gesucht: Sportsfreundin. Der Schwerpunkt diese Publikation liegt auf der gedruckten Zeitschrift, die kostenlos im Sportfachhandel erhältlich ist. Die Website dient flankierend der Absicht, Frauen die Möglichkeit zu geben, eine Sportpartnerin in ihrer Umgebung zu finden und befindet sich noch im Aufbau. Besonders bemerkenswert sind die neuen Konzepte der Macherinnen, die zweifellos eine neue Generation der Informationsaufbereitung und -präsentation für die sportliche und gebildete Frau von heute einläuten. Die verwendete Sprache ist in der Januar-Februar-2008-Ausgabe ein Genuss. Ich empfehle dringend die Besorgung der aktuellen Ausgabe.

Ein anderes, ebenfalls von einem kleinen Verlag initiiertes Magazin ist mag-pearl.de, das allerdings zu den reinen Online-Magazinen gehört. Ein kurzer Blick genügt, denn es gibt noch nicht viel zu lesen. Die Navigation lässt allerdings auch nicht viel mehr Inhalte zu. Kommt man als Userin nicht auf die Idee, dass man wie in einer Zeitschrift (linear!) blättern soll, dann verschwimmen die wenigen Artikeln ganz fix. Die Inhalte sind konventionell wie für einen Großteil der Frauenzeitschriften üblich und bieten der etwas anspruchsvolleren Leserin kein Futter. Dafür soll künftig auch hier das Web 2.0 und damit die Arbeit von Leserinnen Einzug halten. Warum also bringe ich dieses Magazin überhaupt zur Sprache?

Es ist das erste Mal, dass ich Werbung von Mercedes Benz in einem Frauenmagazin sehe!

Werbebanner von Merceds Benz auf mag-pearl.de
Mercedes Benz wirbt per Banner auf mag-pearl.de

Gut, es handelt sich zwar nur um ein Banner auf der Einstiegsseite, aber das ist doch auffällig genug. Natürlich handelt es sich nicht um eines der sportlicheren Modelle, sondern um den Kombi der C-Klasse (Mütter aufgepasst!). Doch werden wir hiermit vielleicht Zeuginnen und Zeugen einer neuen Werbeära? Werden wir bald endlich wieder Fahrerinnen sehen können, statt der ewigen Beifahrerinnen? Ich jedenfalls halte meine Augen offen.

Übrigens brauchen Sie nicht auf den Mercedes-Link zu klicken. Die Microsite, auf die das Werbebanner von Merceds führt, vermeidet wie üblich, sich an Frauen zu richten.

“The “girls rule” trend in content creation”


Glitter Graphics

Für die Kreation von solchen “Kunstwerken” haben Mädchen angeblich mehr Geduld als Jungen. Aber sicherlich auch mehr Interesse, und nicht nur daran.

Unter den 12- bis 17-jährigen Internet-Nutzern sind Mädchen inzwischen die deutlich aktiveren, zumindest wenn es um die Kreation von Web-Inhalten geht. Die New York Times widmete dieser Erkenntnis gestern einen Artikel, in dem auch die Studie des Pew Internet & American Life Project zitiert wird. Demnach bloggen 35% der Mädchen in dieser Altersgruppe, aber nur 20% der Jungen. Auch in der Gestaltung einer eigenen Website haben Mädchen, zumindest in den USA, die Nase vorne (32% der Mädchen, 22% der Jungen). Allerdings werden mehr Videos von Jungen veröffentlicht.

Besonders interessant an diesem NYT-Artikel ist aber die Feststellung, wie unterschiedlich die Interessen, aber auch die kommunikativen, wie auch kreativen Bedürfnisse und Fähigkeiten von Mädchen und Jungen sind.

Ich stimme Pat Gills Erklärungsversuch für die Verschiedenartigkeit der Selbstpräsentationen nicht zu. Die Direktorin des Institute for Communications Research und assoziierte Professorin für die Gender and Women’s Studies an der University of Illinois schreibt das unterschiedliche Verhalten einmal mehr der Erziehung zu. So würden Mädchen schon sehr früh lernen, ein Objekt zu sein und würden sich später entsprechend im Internet präsentieren.

Glitter Graphics

Dagegen überzeugt mich das zitierte Ergebnis einer Untersuchung des Berkman Center for Internet & Society an der Harvard Law School, viel mehr. Demnach nutzen Mädchen und junge Frauen das Internet als eine neue Ausdrucksform für die eigene Persönlichkeit. Die eigene Website, so John Palfrey, Geschäftsführer des Berkman Centers, sei zu vergleichen mit der Auswahl der Bekleidung. Aus demselben Grund würden die Mädchen so eifersüchtig darüber wachen, ob von ihren Websites Elemente geklaut werden. So kommt es gelegentlich zu Warnungen wie „hotlink and die“ (hotlink bedeutet die Einbindung fremder Bilder auf die eigene Website).

Übrigens lohnen sich die Aktivitäten der Mädchen bereits in mehrfacher Hinsicht. Einige von Ihnen erhalten Werbegelder von Unternehmen für die Nennung in ihren Podcasts, was genauso funktioniert wie die Werbung in der Anfangszeit des Radios. Im Januar habe ich auf einem Vortrag von Alexander Wunschel gelernt, dass Podcasts von Frauen bzw. mit Frauenstimmen sehr viel öfter gehört werden als Podcasts von Männern. Diesen Umstand machen sich viele zunutze, darunter auch Spiegel Online mit Ehrensenf.

Glitter Graphics

Und für alle, die etwas mehr über die aktuelle Web-Glitter-Mode erfahren wollen, die starten am besten bei Google oder zum Beispiel direkt bei Glitterbank. Wenn Sie allerdings denken, dass dies schon der Gipfel ist, dann habe ich noch etwas für Sie, das alles toppt: Es gibt auch eine albanische Website, die Glitter-Bilder für die Unabhängigkeit des Kosovo zum Download bereitstellt. Leider bringt diese Website meinen Browser zum Absturz, weswegen ich sie an dieser Stelle nicht zu verlinken wage. Auf jeden Fall gibt es mehr zwischen Himmel und Erde…

21.2.2008 Diana Jaffé

E-Commerce: Amazon ist am besten


Andreas Göldi hat eine sehr spannende, weil differenziertere Betrachtung als üblich auf die Geschäftsmodelle von Amazon, Google, eBay, Facebook und einigen anderen geworfen.

Achten Sie mal besonders auf die Argumentation zu Amazon.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Hugh.