21.2.2006 Diana Jaffé

Neuer Mut in Hollywood?


something new
Altes Thema neu aufgelegt: Something new

In Deutschland kommt seit geraumer Zeit eine neue Diskussion auf, die außerhalb politischer Kreise noch immer in den Kinderschuhen steckt: Rund 40 Prozent der Akademikerinnen in Deutschland kriegen keinen Nachwuchs mehr, weil - so die neuesten Argumente - sie keine adäquaten Partner mehr finden.

In den USA ergeht es den afro-amerikanischen Frauen allmählich ähnlich. Und darüber gibt es endlich einen Film. Nein, eigentlich geht der Film darum, die vorhandenen Grenzen zu sprengen - wie sollte es auch anders sein in einem US-amerikanischen Film, den ich an dieser Stelle positiv erwähne? Lassen Sie mich die Grundidee so umschreiben: Das Harvard-Konzept empfielt für erfolgreiche Verhandlungen die “Vergrößerung des Kuchens". So ähnlich verhält es sich mit der Auswahl an Kandidaten für die Protagonistin. Doch lesen Sie am besten selbst: Dieser Artikel zum Film something new äußert interessante neue Gedanken. Und wer weiß, möglicherweise stellt dieser Film einen Durchbruch im Genre der Liebesfilme und romantischen Komödien dar?

Hollywood: Männer übernehmen Frauenrollen


Hollywood sign

Ein großartiger Artikel beleuchtet die aktuellen Produktionen und Releases der US-amerikanischen Filmindustrie. Unter dem Titel The lady vanishes — yet again analysiert die Filmhistorikerin und Buchautorin Marjorie Rosen scharfsinnig die jüngsten Entwicklungen in unterschiedlichen Film-Genres, welche Überlegungen seitens der Macher zu welchen Entscheidungen führ(t)en und auf welches Kinopublikum man sich verlassen kann und welches nicht.

Die Erkenntnisse, die Rosen aus ihren Beobachtungen zieht, sind beinahe alle auch identisch auf andere Branchen übertragbar.

13.2.2006 Diana Jaffé

Werbung für den Mann


Peugeot 407 Coupé - POUR HOMME
Nur für Männer (und Auto + Mann nur für Frauen): Der Peugeot 407 Coupé

Holsten, Peugeot ("pour homme") und Head & Shoulders sind nur einige Beispiele für einen neuen Trend: Gezielte Werbung für den Mann. H&S hat sogar die Men’s Challenge ausgerufen. Der Gesamtsieger so männlicher Disziplinen wie “Offroad-Driving, Cross-Golfing und Barkeeping” kann den ultra-männlichen Audi Q7 gewinnen.

Verzeihen Sie mir meinen leisen Spott, denn eigentlich unterstütze ich doch so klare und konsequente Entscheidungen für eine Zielgruppe. Ich habe nur versucht mir vorzustellen, dass ähnliche oder andere Produkte ebenso offensiv für Frauen beworben werden - und bin bei diesem Versuch kläglich gescheitert. “Nur für Männer” ist griffig und attraktiv, während “nur für Frauen” bestenfalls den Charme von Damenbinden versprüht. Wann immer aber die Klassifizierung “für Frauen” fällt, reagiert unser aller Konditionierung automatisch mit dem Gedanken “Emanze!". Wie verkäst ist unsere Wahrnehmung eigentlich? Letztes Jahr habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich mich über die Bezeichnung eines großartigen Zusammenschlusses von Businessfrauen in Wien gewundert habe. Sie nennen sich selbst schlicht und ergreifend den “Club der Frauen". Die Österreicherinnen und Österreicher pflegen hier offensichtlich einen pragmatischen, sogar entspannten Umgang mit der Geschlechterthematik. Das ist wahrlich sehr angenehm.

Und noch ein Gedanke: Richten sich alle anderen Automarken und -modelle, Herrenshampoos (dieses Thema ist schließlich nicht neu) sowie Biersorten (auch oder ausschließlich) an Frauen, wenn der explizite Zusatz “für den Mann” fehlt? Wurden diese Artikel schon immer für die Käuferinnen und Nutzerinnen entwickelt?

Einen hab ich noch: Bin ich automatisch ein Mann, wenn mir der oben gezeigte Wagen auch gefällt? Und müssen sich Frauen verkleiden, um den verkauft zu bekommen?

Ist China fortschrittlicher als Deutschland?


Oder sind es lediglich die Marketing- und Werbefachleute?

In China ist es schon jetzt selbstverständlich, die Werbung auf die Konsumentin abzustimmen, wie im Artikel auf Spiegel Online berichtet wird, denn die Chinesinnen sind die Konsum-Chefinnen der Familien.

Was glauben Sie? Glauben Sie, dass die deutschen Konsumentinnen rückständiger sind als die Chinesinnen? Ach so? Ein Großteil der Werbung in Deutschland richtet sich an Frauen? Wieso fühlen die sich bloß nicht gemeint oder - noch schlimmer - ernst genommen?