26.11.2005 Diana Jaffé

Eine der anderen Seiten der Globalisierung


Logo Chocobar
Eines der möglicherweise wichtigsten Internet-Nachschlagewerke - wenn man denn japanisch spricht

Jaja, es ist vollkommen unwichtig, aber irgendwie nett: Ein japanisches Weblog für die Präsentation (und Rezension?) von Schokoriegeln aus aller Welt.

Klar gibt es ganz viele andere, die auch über Süßigkeiten schreiben, z. B. die Macher von Candy Critic aus Kanada. Oder der Großhändler McKeesport Candy Co. aus den USA, der natürlich auch ein Weblog hat. Aber die sind eben maximal national ausgerichtet. Und es macht schließlich viel mehr Spaß zu raten, was die Japaner über die schokoladigen Erzeugnisse denken.

Pharmaindustrie: Fusion von Wissenschaft und Kapitalismus


Pillen für und gegen alles
Gender Marketing in der Medizin: Soll mit Pillen wirklich alles lösbar sein?

Die Pharmaindustrie gilt in den USA als der profitabelste Wirtschaftszweig von allen. Sie erfand nicht nur die “Volkskrankheiten” Osteoporose für Frauen und “Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom” bei Kindern, sondern auch die “erektile Dysfunktion” bei Männern. Die Menschen glauben es, nehmen an der Hormonersatzterapie teil, stopfen die eigenen Kinder mit dem Amphetamin Ritalin voll und die Männer tragen selbst die Schuld, wenn sie nicht die Hengste sind, die sie doch bedenkenlos mit Pfitzers Hilfe sein könnten.

Der Artikel in der Schweizer WOZ (Die Wochenzeitung) ist zwar über ein Jahr alt, aber noch immer genauso aktuell. Es handelt sich dabei um ein Interview mit der Autorin des Buchs “The Rise of Viagra: How the Little Blue Pill Changed Sex in America”, Meika Loe. Loe beschreibt zum Beispiel, dass die Zielgruppe des Viagra-Herstellers Pfizer sich massiv verjüngt hat und wieso das zu gesellschaftlichen Veränderungen führt. Und der New York Times war es tatsächlich einen Artikel wert, als Pfizer seine Bestrebungen aufgab, Viagra an den weiblichen Organismus anzupassen.

Ja, das sind alles - theoretisch - hervorragende Beispiele für Gender Marketing (mit Ausnahme von Ritalin). Zu dumm, dass ausgerechnet die Pharma-Industrie es besser versteht als beinahe alle anderen Branchen!

Eine Frage, der ich auf Vorträgen und Veranstaltungen häufiger begegene ist mit der Befürchtung verknüpft, mit Gender Marketing würden die Menschen dazu verleitet, noch mehr unsinniges Zeug zu kaufen und zu konsumieren. Und diese Menschen haben Recht, wenn sie an der Moral mancher Unternehmen zweifeln.

Marketing und Moral?
Ja.
Ich denke, dass man nicht alles tun muss, nur weil man es tun kann.
Was denken Sie?

Martha Barletta erklärt, wie Frauen ihre Kaufentscheidungen treffen


Männliche und weibliche Kaufentscheidungsprozesse
Zum Vergleich: Wie Männer entscheiden - und wie schwer es sich Frauen machen

Die amerikanische Spezialistin für “Marketing to Women“, Martha Barletta, hat einen schönen Artikel für die US-amerikanische Branchenpublikation AdAge verfasst. Unter dem Titel “The Spiral Path To A Woman’s Purchasing Decision” erklärt sie leicht verständlich, wie kompliziert die gedanklichen Abläufe bei Frauen sind, die dabei sind, eine Kaufentscheidung zu treffen.

Eine kurze Zusammenfassung der Hauptaussage: Frauen lernen während des Informations- und Vergleichsprozesses mit jeder neuen Info, die sie von einem / über ein Produkt enthalten, dazu. Handelt es sich dabei um ein wichtiges Kriterium, kehren sie zum Ausgangspunkt zurück und beginnen von Neuem mit der Bewertung des zur Auswahl stehenden Angebots. Während Männern häufig die Erfüllung von zwei oder drei Hauptkriterien ausreicht, um ihre Suche abzubrechen und sich für ein Angebot zu entscheiden, erwarten Frauen sehr viel mehr. Barletta empfiehlt Unternehmen daher, sich nicht nur auf die Hauptkriterien zu beschränken, die sich durch Marktuntersuchungen als die häufigsten Entscheidungsmerkmale erwiesen haben. Vielmehr sollte die Liste weiterverfolgt werden, indem auch weitere Wünsche berücksichtigt werden. Diese sind dann häufig der Kauf-entscheidende Unterschied. Der gesamte, mit interessanten Beispielen garnierte Artikel ist ausgesprochen lesenswert.

10.11.2005 Diana Jaffé

Muscle Cars in Vegas, Baby


Mercury von 1950
Ein Mercury von 1950: heute kaum noch wieder zu erkennen

Wer interessiert sich noch für das Thema “Autos für Frauen", wenn in Las Vegas Autos für echte Männer gezeigt werden? Die SEMA 2005 ist eines der vielen Events zum Staunen und Lernen. Hier erfährt man nicht nur hautnah, in welche Formen sich Blech bringen lässt, sondern auch, was Männer begeistert. Und vielleicht ja nicht nur die…?!

Stark nachgefragt: Der Beitrag von Spiegel TV


Herzlichen Dank für die vielen netten Komplimente und Aufmerksamkeiten im Zusammenhang mit dem Beitrag von Spiegel TV am 30.10.2005.

Alle, die den Beitrag verpasst haben, können ihn als Video on demand bei Spiegel TV nachholen.

Von Nacktschnecken und anderen Beschwerden


Gemeine Nacktschnecke
Beschäftigt inzwischen auch den Werberat: die gemeine Nacktschnecke

Immer wieder scheint mir, unsere Nachbarn in Österreich sind uns Deutschen als bewusste Konsumenten ein ganzes Stück voraus. Und tatsächlich können wir wohl eine Menge lernen, zum Beispiel auch vom dortigen Werberat. Beispielsweise wird der österreichische Selbstbeschränkungskodex für die Werbungtreibenden den aktuellen Gegebenheiten angepasst.

Doch mehr noch: Die Österreicher Kollegen trauen sich im Gegensatz zum deutschen Werberat auch, die Durchführung von Beschwerden zu erleichtern, indem dies auch online geht. Das beste daran ist, dass die Beschwerden der Österreicher online nachgelesen werden können. Das geht in Deutschland natürlich nicht. Warum auch? Hier entscheidet ein ausschließlich männliches Gremium mit lediglich drei zusätzlich berufenen Damen über die Beschwerden. Jaja, ich weiß, dass ich wie eine “lila Emanze” klinge, wenn ich anzweifle, dass der Werberat stets im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten entscheidet. Spannend finde ich in diesem Zusammenhang die Rügen sowie die damit verbundene Argumentation. (Sehen Sie mich mit dem Zaunpfahl winken?)

Zum Abschluss noch einmal kurz zu den Österreichern: Meine Lieblingsbeschwerde bezieht sich auf Nacktschnecken. Womit endlich die Überschrift zu diesem Posting und das Foto erklärt wären.

1.11.2005 Diana Jaffé

“Ein Lächeln ist die schönste Weise, dem Feind die Zähne zu zeigen”


Coke
Lach doch mal! Coca Cola drängt zum Lächeln.

So oder ähnlich heißt ein altes Sprichwort (oder war es ein Zitat?), an dessen Quelle ich mich spontan nicht erinnern kann. Aber nett ist es trotzdem.

Das hat auch Coca Cola sich gedacht, ohne dabei allerdings an Feinde zu denken. Herausgekommen ist eine - wie ich finde - bemerkenswerte und sehenswerte Website für Coke light.