19.8.2005 Diana Jaffé

Werbung für Frauen die 3.: Neuer Martini-Spot


George Clooney - Martini
George Clooney verliert gegen eine Flasche Martini. Gibt uns das zu denken?

Watch and learn! Der neue Martini-Spot ist wirklich sehenswert, wie ich finde. Machen Sie sich hier doch ein eigenes Bild.

Für diejenigen, die ihn - aus welchem Grund auch immer nicht sehen können folgt gleich die Zusammenfassung. ALLE ANDEREN HÖREN HIER BITTE AUF ZU LESEN.

(Eine tolly Party ist in einer tollen Villa im Gange. George Cloony klingelt an der Tür. Die Tür öffnet sich, eine schöne Frau fragt, ob er Martini dabei habe. Er verneint, sie knallt ihm die Tür vor der Nase zu: “No Martini. No Party.” Später klingelt Cloony wieder an derselben Tür. Er hat eine Flasche Martini in der Hand, hinter ihm stehen mehrere gestapelte Kisten des alkoholischen Getränks. Dieselbe Frau öffnet, reißt ihm die Flasche aus den Fingern und Cloony steht wieder vor einer verschlossenen Tür. Und wer genau hingeschaut hat, hat gesehen, dass die Party nur von schönen Frauen besucht war, die keinerlei Grund für Langeweile hatten.)

Werbung für Frauen die 2.: “Real Women Campaigns”


Ja, das Kind hat inzwischen einen eigenen Namen: In den USA heißt es “real women campaigns". Gemeint sind Werbekampagnen, die sich “echter” Frauen bedienen. Die New York Times hat einen schönen Artikel hierzu veröffentlicht.

17.8.2005 Diana Jaffé

*Gnrrrz*


Ich gebe es zu: Ich bin genervt. Und nicht nur ich! Bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit werde ich gefragt, was sich dagegen tun lässt.

Es geht um neue Werbeklischees, die im Zuge einer moderneren und angemesseneren Ansprache von Frauen an die Oberfläche gelangen. Ob Kreditkarten, Molkedrinks oder andere: Seit Sex and the City steht fest, dass der Lebensmittelpunkt ausnahmslos aller Frauen Schuhe sind. Und mehrere Jahre lang haben wir in Doku-Soaps der Privatsender beobachten können, dass Frauen handwerklich gänzlich unbegabt sind. Geht es nach den Medienmachern und Werbern, kracht jedes Regal zusammen, das von einer Frau zusammengebaut wurde. Auch dieses Motiv finden wir wieder - ob im Vergleich mit Schwangerschaftstests oder Diätspeisen. (Dass die Wahrheit ganz umgekehrt aussieht, soll an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden; ist aber so.) Und wenn es um Telefon-Auskunfteien geht, ist es ja ganz vorbei: Ganz böse finde ich die Werbung für die Telekom-Auskunft. Fußball-Groupies mit dem IQ eines Gänseblümchens lassen sich vom verschmitzten Herrn Höneß ganz raffiniert hinters Licht führen. Das ist Pfui, liebe Telekom! Ein Vergleich dieses Spots mit dem aktuellen Trend zur übermäßigen Männlichkeit in der Bierwerbung ist überhaupt nicht zulässig. Bier ist ein stark überwiegendes männliches Produkt, das in reiner, ungemixter Form auch weiterhin von den meisten Frauen verschmäht wird.

Aufgewacht! Wenn schon jemand das drängende Bedürfnis hat, sich etwas abzuschauen, dann kann er / sie sich auch gute Beispiele nehmen: Die letzten Dove-Kampagnen und die Gutfried-Werbung sind nur zwei interessante Beispiele für neuartige Aussagen. Ja sogar die neue Duplo-Werbung kann sich sehen lassen. Na bitte! Geht doch! Und dabei gibt es noch so viele Botschaften mehr, die ja noch überhaupt niemand gesendet hat.

Und wenn wir schon beim Thema sind: Folgender Artikel über die aktuelle US-Kampagne von Nike Woman ist wirklich bemerkenswert. Ob sie im deutschsprachigen Raum funktionieren würde? Bei weitem noch nicht, schließlich hat sich Nike Woman bei uns als solches noch gar nicht positioniert!

Unternehmerinnen als Medien-Zielgruppe


Und wieder ist es eine Geschäftsidee aus den USA, die mich zum Nachdenken bringt. Dr. Letitia S. Wright, CEO von Wright Place T.V. aus dem kalifornische Pasadena, produziert seit Jahren eine Business-Show für Unternehmerinnen. Die Sendung wird an verschiedene regionale Fernsehsender verkauft, ist also noch nicht landesweit zu empfangen. Dank der Verlinkung zu einem Live-Stream kann sie jedoch wenigstens zu den Sendezeiten eines Senders online geschaut werden (habe ich noch nicht).

Wie wäre es denn, wenn n-tv eine derartige Sendung bringen würde? Es steht jedoch zu befürchten, dass dort niemand arbeitet, der oder die Ideen für ein funktionierendes Konzept generieren könnte.