Produktneueinführung in Indien: Weibliche Kondome


Das FC Female Condom wird seit Mitte der neunziger Jahre von der Female Health Company (FHC) mit Sitz in Großbritannien und den USA hergestellt. Die Geschäftsidee entstand auf Basis des Bestrebens, insbesondere Frauen in der Dritten Welt mehr Autonomie über den eigenen Körper zu verschaffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie das Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS) haben das Produkt geprüft und für gut befunden.

Nach Markteinführung in zahlreichen Ländern der Ersten und Dritten Welt wird das Frauenkondom nun auch in Indien auf den Markt gebracht. Die Nutzung von Kondomen war in Indien bislang generell mit einem sozialen Stigma belegt. Aus diesem Grund ziemte es sich für Inderinnen nicht, diese Verhütungsmittel zu kaufen.

Nun hat aber der staatliche Produzent Hindustan Latex Limited (HLL) ein Abkommen mit FHC abgeschlossen, das die Produktion und gezielte Vermarktung an Frauen umfasst. Die in Andhra Pradesh ansässige Firma HLL hat sich verpflichtet, eine Aufklärungskampagne zur Schwangerschafts- und Infektionsverhütung (insbesondere HIV) durchzuführen. Die Kondome sollen künftig unter zwei Markennamen vertrieben werden: Confidom und Rani (Königin). Sie werden unter anderem in Kaufhäusern und Supermärkten erhältlich sein.

Weitere Details gibt es hier.

Josef Blatter, Präsident der FIFA: “Die Zukunft des Fußballs ist weiblich” (1995)


Offizieller Kalender des DFB für 2004
Offizieller Kalender des DFB

Vom 7. bis 9. April findet in Köln der erste Frauen- und Mädchenfußball-Kongress statt. Gastgeber ist unter anderem der Deutsche Fußball Bund (DFB).

Beim Kongress sollen laut Pressemeldung erste Ergebnisse von wissenschaftlichen Forschungen präsentiert werden. Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien werden ihre Sichtweise des weiblichen Fußballs darstellen. Es werden auch Fachleute von der FIFA, der UEFA und von anderen Nationalverbänden zugegen sein, die den Blick über den Tellerrand gewähren.

Übrigens betreibt der DFB ein eigenes Mädchenfußball-Portal.

Doch es tut sich noch mehr: Procter und Gamble nahm seinen einzigen akzeptablen Werbespot für die Bindenwerbung Allways zum Anlass um schon in 2004 die Studie “Frauen und Fußball” durchzuführen. Demnach sind über 70 Prozent der 517 befragten Frauen ab 14 Jahren der Ansicht, Fußball spielende Frauen seien “sexy". Weitere Zahlen aus der Studie: hier.
Wie ernsthaft P&Gs Bemühungen um die Auflösung von Klischees im Zusammenhang mit Mädchen und Frauen sind, sieht man auf den Websites von Always, Alldays und beinggirl.de. Ein guter Tipp: Sonnenbrille nicht vergessen!

Und zu guter Letzt findet sich im Hamburger Abendblatt ein interessantes Interview mit Nicole Selmer, der Autorin des Buchs Watching the Boys Play - Frauen als Fußballfans. Unter dem Titel “Auch Frauen sind fanatisch” gibt sie kleine, aber durchaus interessante Einblicke in das Thema. Nach ihren Aussagen entwickeln sich Frauen nicht erst zu einer attraktiven Zielgruppe für Eintrittskarten und Fantrikots - sie sind es bereits.

21.2.2005 Diana Jaffé

“Simpsons” versetzen US-amerikanische Eltern in Aufruhr


Marge Simpson (links) und Patty Bouvier (rechts) mit ihrer Freundin
Stein des Anstoßes: Marge Simpson (links) und Patty Bouvier (rechts) mit ihrer Ehefrau

Zugegeben, es hat auf den ersten Blick verhältnismäßig wenig mit Marketing zu tun, aber doch mit dem Selbstverständnis von Gesellschaften: In den USA hat die am 20. Februar bei Fox ausgestrahlte Folge der Simpsons großen Aufruhr verursacht. Darin hat die Schwester von Marge Simpson, Patty Bouvier sich als lesbisch geoutet und ihre Freundin geheiratet. Homer Simpson hat das Paar selbst getraut.

Der Präsident des Parents Television Council ( PTV), L. Brent Bozell III, einer Vertretung von Eltern, die Medieninhalte auf Familientauglichkeit hin überwachen, war der Ansicht, Homosexualität eigne sich nicht als Thema für eine Kindersendung.

Die Simpsons, die sich selten gescheut haben, auch diffizile Gesellschaftsthemen aufzugreifen, haben selten für so viel Gesprächsstoff gesorgt. Trotz der seit Jahren andauernden Anti-Raucher-Kampagne in den USA rauchen die Schwestern Patty und Selma Bouvier noch immer Kette. Und als im Vorfeld des Irak-Kriegs die Simpsons eingesetzt wurden, um die feigen Europäer zu verspotten, die eine Beteiligung an Kriegshandlungen ablehnten, krähte auch kein Hahn.

Dafür dürften sich die Homosexuellen-Verbände wieder einmal sehr freuen. Für sie war es in den neunziger Jahren schon ein Fest, als sich die bekannte Schauspielerin Ellen DeGeneres in ihrer SitCom Ellen outete.

Die New York Times berichtete hier.

15.2.2005 Diana Jaffé

Neues Hormonspray soll Libido bei Frauen erhöhen


Wissenschaftler von der australischen Monash University haben angeblich ein Testosteronspray entwickelt, das die Libido von Frauen erhöhen soll. Die Wirkstoffe werden über die Haut aufgenommen. Die ersten klinischen Studien sollen erfolgreich verlaufen sein.

Ich wüsste gerne, was andere Hormonspezialisten zu den gesundheitlichen Aspekten von Testosterongaben an Frauen meinen. Die Entwickler des Hormonsprays sind überhaupt der Ansicht, dass die sexuelle Unlust überwiegend auf den Mangel an Testosteron zurück zu führen ist. Hier sei der dezente Hinweis auf die neueste wissenschaftlichen Erkenntnisse erlaubt, die die früher als “spinnert” verschrieenen “Ideen” bestätigen, dass Geist und Körper sich gegenseitig beeinflussen…

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob auf dieses Produkt - so es denn die Marktreife und Zulassung erlangt - ein ebensolcher Run entsteht, wie bei Viagra. Wer möchte Wetten abschließen?

Was Beauty-Unternehmen in Indien vorfinden - und wie sie damit umgehen


Lovely-Karikatur

Indien gehört zu den größten Wachstumsmärkten der Welt. Natürlich ist es da ganz selbstverständlich, dass auch internationale Kosmetik-Marken diesen Markt erschließen möchten. Prinzipiell wäre dagegen auch nichts einzuwenden, wenn… ja wenn die indischen Frauen nur nicht noch immer soweit von den westlichen Konsumentinnen-Standards entfernt wären.

Susan Runkle wirft einen kritischen Blick auf internationale und indische Konzerne sowie ihr Bestreben, westliche Schönheitsideale (und vor allem Produkte!) nach Indien zu bringen. Besonders nachdenkenswert finde ich die Aussage, dass nur ein kleines Fläschchen Parfum mehr kostet, als Redakteurinnen von Frauenzeitschriften im Monat verdienen, die dieses Produkt beschreiben und bewerben.

Der ganze Artikel findet sich hier.

Was Wellness neuerdings mit Elektronik zu tun hat


eq-life

Best Buy, Nordamerikas - nach eigenen Angaben - größte Handelskette für Elektronik und PC, hat einen veritablen Coup gelandet: Mit der Eröffnung von eq-life schufen sie ein gänzlich neues Umfeld für die Ansprache weiblicher Kundschaft.

Was also ist so besonders an eq-life?

Das Geschäft kombiniert Gesundheits- und Fitnessangebote mit Elektronik. Neben erlesenen Gesundheits- und Wohlfühlprodukten gibt es MP3-Player, eine Auswahl an Computern und anderen Technikprodukten, die den Bedürfnissen von Frauen am ehesten entgegen kommen. Darüber hinaus bietet eq-life Yoga- und andere Kurse, ebenso wie eine technische Veranstaltungsreihe, in der sich Eltern über die Kontrolle des Internet-Surf-Verhaltens ihrer Kinder informieren können und vieles mehr.

Dieses Konzept ist nicht nur auf die weiblichen Bedürfnisse abgestimmt, sondern senkt auch auf hervorragende Weise alle möglichen Hemmschwellen, die viele Frauen im Zusammenhang mit Technik empfinden könnten.

Momentan gibt es erst eine Niederlassung in Minneapolis, ich bin jedoch überzeugt, dass schon sehr bald weitere Einrichtungen nachfolgen werden.

Entwicklungen auf dem US-amerikanischen Automarkt


Laut John Porretto von Associate Press spielen Frauen in 80 Prozent aller Autoverkäufe eine signifikante Rolle. Dabei treffen sie die jeweilige Kaufentscheidung allein oder beeinflussen sie maßgeblich. Tatsächlich wurden im Jahr 2003 in den USA bereits 65 Prozent aller Volvos und 31 Prozent aller Mercedes Benz von Frauen gekauft. In Deutschland wird bereits jedes dritte Neufahrzeug auf eine Frau zugelassen.

Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass in den USA auch die Anzahl der weiblichen Autohausbesitzer in den letzten Jahren massiv gewachsen ist, Tendenz weiter steigend. Einige Automobilhersteller haben seit Jahren spezielle Abteilungen zur Betreuung der weiblichen Car Dealer. Sie haben festgestellt, dass es mehr Frauen mit Geld und der Bereitschaft zur Investition in ein Autohaus gibt, als verfügbare Standorte.

Ob diese Entwicklung auch auf Deutschland übergreift? Nun, wir werden es in ungefähr zehn Jahren wissen.

Der ganze Artikel ist hier zu lesen.

Dating-Services für erfolgreiche Geschäftsleute


Die Karriere lässt Frauen und Männern immer weniger Zeit, sich um die eigene Partnerwahl zu kümmern. Manchmal sind es jedoch auch kulturelle Eigenheiten, die es beruflich erfolgreichen Frauen erschweren, einen geeigneten Lebensgefährten zu finden. Daraus ergibt sich ein lukratives Betätigungsfeld für professionelle Kuppler, die mit unterschiedlichen Herangehensweisen der Natur auf die Sprünge helfen.

Hierzu zwei Beispiele aus den USA und Japan.

Heiratsvermittlung ist wieder “in".

Britische Parteien haben die Wählerinnen entdeckt


Ausgerechnet die britischen Parteien, die in der Vergangenheit mit ihrem wenig zimperlichen Umgang mit weiblichen Mitgliedern des Unter- und Oberhauses häufiger in die Schlagzeilen geraten sind, haben die Wählerinnen entdeckt.

Besonders die Labour Party hat es dringend nötig, ein besseres Image in der weiblichen Bevölkerung zu etablieren, zumal Tony Blair in der letzten Zeit viele seiner Sympathisantinnen vergrault hat. Doch die konservativen Tories wollen es ihren Gegnern schwer machen. Sie beabsichtigen, ihren Vorsprung in der weiblichen Gunst weiter auszubauen und haben daher ihre Kampagne der Aussage “Less Talk More Action” unterstellt. Ist also doch etwas dran an “Ein Mann, ein Wort - eine Frau, eine Tat"? Die britischen Parteistrategen meinen ja.

Die Londoner Times berichtet detailliert.

Männer sind die leidenschaftlicheren Schnäppchenjäger


Die schottische Zeitung The Scotsman berichtet von einer neuen Studie von Morgan Stanley, die das Kaufverhalten der Briten in Bezug auf Sonderangebote und Schlussverkäufe untersucht hat. Die Erkenntnisse sind nicht gänzlich neu, bieten aber neue Zahlen für den britischen Markt.

Der gesamte Artikel findet sich hier.

Es hat sich noch immer nicht herumgesprochen: Frauen wollen in der Werbung keine nackten Männer sehen


Der britische Chocolatier Thorntons hat kurz vor dem Valentinstag seine Werbung für seine Pralinen der Marke Eden überarbeiten lassen müssen. Beworben wurden die Süßigkeiten ursprünglich mit einem nackten Mann. Eine Telefonumfrage hat jedoch ergeben, dass das Abbild eines gänzlich unbekleideten Mannes so gut wie jeder Wirkung entbehrt. Lediglich 4 Prozent der Befragten gaben an, sie fänden derartige Abbildungen attraktiv, was genau genommen jedoch nichts über die Auswirkungen auf ihre Kaufentscheidungen aussagt.

Die Meldung bietet allerdings Zitate eines namentlich ungenannten Medienpsychologen des Süßwarenherstellers, die kaum nachvollziehbar sind:

“The reason we find partial nudity more arousing is that this state of undress brings more attention to the forbidden zones,” he said.
“Through the ages, men in particular have had to dream about what lies beneath the clothing of their modestly-dressed women.”

Das stimmt so natürlich nicht. Die wahre Erklärung geht in eine andere Richtung: Wir wissen heute, dass das männliche Gehirn auf den Anblick nackter Frauenkörper stark reagiert, Gehirne von Frauen allerdings von nackten Männern sehr kalt gelassen werden. Die Werbewirkungsforschung hat jedoch eindeutig bewiesen, dass Männer von der Betrachtung leicht geschürzter Damen in Anzeigen so beeindruckt sind, dass sie keinen einzigen Blick auf die beworbene Marke oder die Werbebotschaft verschwenden.

Außerdem ist mir völlig schleierhaft, weshalb der “Medienpsychologe” vor diesem thematischen Kontext auf den Blick von Männern auf Frauen zu sprechen kommt. Und hätte er auf diese ganzen Erkenntnisse nicht vor Fertigstellung der Kampagne kommen müssen?