Frito-Lays neue umfassende Marketing-Strategie


Lay's ClassicLay's LimónLay's Ranch

Lay’s Chips in unendlicher Sortenvielfalt, einschließlich “Limone” und “Ranch". Da möchte man doch fast fragen, wie eine Ranch schmeckt.

Manchmal ist es ja nicht so einfach. Da möchte ich ein Unternehmen eigentlich loben, weil es eine gute, konsequent geschlechtsspezifische Marketing-Strategie entwickelt hat, aber dann ist sein Produkt(sortiment) aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht lobenswert. Um so einen Fall handelt es sich auch bei dem US-amerikanischen Snack-Produzenten Frito-Lay, einem Tochterunternehmen von PepsiCo. Ich berichte trotzdem, wann immer es etwas zu lernen gibt (und ich Zeit zum Schreiben finde).

Heute erreichte mich wieder einmal ein richtig guter Artikel aus Indien, der ziemlich ausführlich über die neue Strategie von Frito-Lay in den USA berichtet. Die Snacks sollen nun besser an Frauen adressiert werden.

Man fand heraus, dass Frauen doppelt so viel snacken wie Männer, jedoch weniger Salzgebäck (und deutlich weniger Frito-Lay-Erzeugnisse). Demnach betragen nur 14% der von Frauen konsumierten Snacks Salziges. Dafür bestehen 25% ihrer Zwischen- oder Nebenher-Mahlzeiten aus Süßem, die restlichen 61% fassen Getränke, Obst und Gemüse zusammen. (Die Untersuchung wurde aller Wahrscheinlichkeit nach nur in den USA durchgeführt, allerdings dürften die Vorlieben auf andere westliche Länder übertragbar sein.) Weitere Untersuchungen von Frito-Lay und diversen Dienstleistern ergaben, dass Frauen ständig unter einem schlechten Gewissen leiden. Frühere Kampagnen haben jedoch gezeigt, dass die Vermittlung eines „sündenfreien“ Genusses keinesfalls dazu führt, dass Frauen sich besser, erleichtert, entlastet fühlen. So entschied man diesmal, den großen Bereich der Schuldgefühle mit großem Abstand zum umrunden.

Zuerst wurde eine neue Segmentierung beschlossen. Quer durch die vielen Frito-Lay-Marken (z. B. Doritos, Tostitos, Sunchips und viele andere) wurde erhoben, welche Back- und Geschmacksrichtungen überwiegend von Frauen oder Männern gekauft werden. Man stellte fest, dass Frauen gerne etwas Gesundes essen. Gemessen an den üblichen US-amerikanischen Gepflogenheiten und Gewohnheiten ist man bei Frito-Lay scheinbar tatsächlich davon überzeugt, dass die gebackenen - statt frittierten - Snacks gesund sind. So hat das Unternehmen keinen moralischen oder anderen Zweifel daran, diesen Pfad weiterzugehen.

Baked! - altes Packungsdesign Baked! - neues Packungsdesign

Aus Alt mach Neu, aus pseudo-neutral mach ansprechend für Frauen.

Diese gebackenen Extensions jedweder Marke wurden unter dem Dach Baked! zusammengefasst, behielten darunter aber den Markennamen und die Benennung der Geschmacksrichtung bei. Diese Baked!-Linie erhielt ein neues Verpackungsdesign. Diese Verpackungen sind ausdrücklich nicht girlish, also auch nicht rosa. Aber das ist noch lange nicht alles. Auch für den Handel hat man sich eine neue Strategie überlegt. So sollen alle Lay-Produkte für Frauen (darunter z. B. auch eine Popcorn-Linie) eine eigene Regal-Platzierung abseits des üblichen Snack-Regals erhalten, weil die Chips-Regale üblicherweise unorganisiert und wenig ansprechend auf Frauen wirken.

YoplaitGoldfishCoca Cola

Der große Renner in den USA: Packungsgrößen nicht nach Gewicht des Produkts, sondern der Esserin: 100 Kalorien pro Packung

DoritosSmartfood

Und Frito-Lay kann das natürlich auch. Nur das Packungsdesign wirkt nicht so dynamisch wie bei allen anderen.

Ach ja: Eine neue Verpackungsgröße gibt es auch gleich noch. In den USA kommen 100-Kalorien-Packungsgrößen gerade schwer in Mode. (Inzwischen gibt es sogar 100-Kalorien-Websites und 100-Kalorien-Blogs, auf denen 100-Kalorien-Packungsgrößen präsentiert werden.) Auch Frito-Lay hat hier das Passende für das gute Gefühl, sich gesund zu ernähren, zu bieten.


Frito-Lays neue Präsenterinnen im Trailer www.awomansworld.com

Und natürlich gibt es eine neue Kampagne. Der Trailer ist bereits zu sehen (siehe oben), weitere Folgen folgen ab März 2009. Die Mädels sind wie Frauen im richtigen Leben, natürlich nur ohne die üblichen Probleme, und sie sind Trickfilmfiguren. Aber sonst wie echte Frauen. Nur lustiger.

Wie verbreitet ist Gender Marketing inzwischen?


Garmins Pink Nüvi in der Werbekampagne zu Weihnachten 2007
Garmins Pink Nüvi in der Werbekampagne zu Weihnachten 2007: ein schönes Beispiel für schädliche Werbung für ein Produkt, das inzwischen aus gutem Grund vom Markt genommen wurde (Foto aus meiner persönlichen Sammlung)

Die vielleicht häufigste Frage, die mir gestellt wird, lautet: “Wie stark hat sich Gender Marketing inzwischen bei uns etabliert?” Mit “bei uns” ist in der Regel Deutschland oder der deutschsprachige Raum gemeint. Auf diese Frage möchte ich an dieser Stelle eine kurze Einschätzung geben.

Vor zwei Tagen berichtete die renommierte Journalistin Patricia Sellers in ihrem Blog auf der Fortune-Website von einem Business-Frühstück im obersten Stockwerk des General-Electric-Gebäudes im Rockefeller Center (New York, NY) unter dem Motto Marketing to Women in the Recession (Marketing für Frauen in der Rezession). Dieses Frühstück wurde von dem Medienunternehmen NBC Universal gesponsert und die Teilnehmer/innen entstammten große Unternehmen wie Coca Cola, Citigroup, CNBC und sicherlich viele ungenannte, die mit einem anderen Buchstaben des Alphabets beginnen.

Auch wenn die Autorin schreibt, dass das Thema sich schnell auf auf alle Konsumenten verallgemeinerte, können wir aus diesem kleinen Blogbeitrag viele Informationen ziehen:

  1. Marketing to Women ist in den USA inzwischen ein Zielgruppen-Marketing, deren Sinn niemand mehr anzweifelt. Durch die Konzerne ist es in der breiten Öffentlichkeit und damit im Alltag angekommen.
  2. Die großen Medienunternehmen haben sich des Themas angenommen. Wenn NBC Universal ein solches Frühstück sponsert, dann geschieht das für die Fortbildung seiner Werbekunden. Und indem diese Werbekunden geschlechtsspezifisches Marketing betreiben, findet es - unter anderem über die Medien - wiederum in die Öffentlichkeit.
  3. Der Bericht entstammt zwar “nur” einem Blog, doch immerhin einem Blog auf der Fortune-Website.
  4. Auch wenn die allgemeine Wirtschaftskrise derzeit alles andere dominiert (was am Finanzplatz New York auch wirklich nicht verwundern darf), so findet die Veranstaltung doch statt.
  5. Der Verdacht liegt nahe, dass die Referenten womöglich zu wenig Fachwissen bieten können, um eine Veranstaltung mit dem Titel Marketing für Frauen in der Rezession wirklich zu füllen. Sonst wäre sie thematisch nicht so stark abgeglitten, wie Sellers Blog-Eintrag den Eindruck erweckt.

Den ganzen Blog-Beitrag gibt es übrigens hier, aber Martha Barletta hat inhaltlich schon wesentlich Gehaltvolleres zum Marketing in der wirtschaftlichen Krise veröffentlicht.

Unternehmen
Natürlich gibt es auch “bei uns” Veranstaltungen, in denen Informationen zur - zumeist - weiblichen Zielgruppe vermittelt werden (und meistens bin da ja Referentin), aber an den meisten männlichen Entscheidern und den meisten Großunternehmen geht Geschlechtsspezifik als Wirtschaftsthema noch immer weit vorbei. Geschlecht gilt hierzulande noch sehr als Frauenthema. Nach Jahren der Beobachtung habe ich inzwischen verschiedene Hypothesen für Ursachen entwickelt, aber das ist eine andere Geschichte. Es wird noch Jahre brauchen, bis sich die Wahrnehmung gewandelt haben wird.

Über die Jahre habe ich in vielen Gesprächen erfahren müssen, dass auch so genannte Erfolgsstorys, die in ihren Branchen geradezu revolutionär waren oder sind, oft nur auf Zufälle zurückzuführen sind. Selbst wenn großartige Produkte entwickelt wurden, so wissen viele Unternehmen nicht, wie sie diesen Erfolg wiederholen können. Die Prinzipien des Gender Marketings passen nur selten mit den Gegebenheiten, Strukturen und Prozessen in Unternehmen zusammen. Die wenigsten sind in der Lage, gezielt für das weibliche Geschlecht zu entwickeln. Für Männer zu entwickeln ist viel leichter, weil es hierzu bereits viele Erkenntnisse aus der Vergangenheit gibt, aber auch, weil die meisten Produktentwickler und Entscheider Männer sind. Zwar vertun auch sie sich des öfteren, wenn sie von sich selbst auf andere schließen, doch ist die Kluft zu dieser Käufergruppe insgesamt geringer.

Forschung und Lehre
Die Komplexität von Gender Marketing stellt ein praktisches Problem dar. In einer Zeit, in der Menschen permanent overnewsed, but underinformed sind (frei übersetzt: überhäuft mit Nachrichten, aber zu wenig informiert), in der die Anforderungen an Mitarbeiter aus fast jeder Hierarchiestufe steigen, bleibt eigentlich keine Möglichkeit, sich selbst in eine Thematik einzuarbeiten, die sich noch weiter im Entstehen befindet. Es gibt kein einfachs Modell, keine kurzen Antworten oder leichte Lösungen. Stattdessen sind enorm viele Dinge zu bedenken und zu wissen. Jeden Tag erreichen uns unzählige neue Untersuchungsergebnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen, von der Medizin bis zur Werbewirkungsbefragung über bewusstes und unbewusstes Verhalten von Frauen und Männern. Ein erschreckend großer Teil dieser vermeintlichen Erkenntnisse ist methodologisch unsauber und daher nicht verwertbar, was aber nur wenige davon abhält, sie zu verbreiten. Die Fülle der Veröffentlichungen muss erfasst, gelesen, verstanden und beurteilt werden, bevor sie auch nur eventuell zu einer These für das Marketing verarbeitet werden kann, die dann noch geprüft und gegebenenfalls verändert oder verworfen werden muss. Eigentlich wäre das eine klassische Aufgabe für Universitäten, doch bis heute gibt es keinen diesbezüglichen Lehrstuhl, jedenfalls nicht “bei uns". Student/inn/en, die Arbeiten zu dem Thema schreiben wollen, haben oft Schwierigkeiten, Professoren dafür zu finden, werden an ihren Instituten häufig weder ernst genommen, noch unterstützt.

Dienstleister und Berater
Bislang haben sich “bei uns” nur wenige Berater in diesem Bereich versucht. Die meisten haben inzwischen aufgeben müssen. In den USA dagegen blüht die Beraterszene. Die meisten Frauenversteher sind weiblich. Genauso wenig, wie Männer Frauen verstehen, verstehen Frauen oft die Männer. Aus diesem Verständnismangel gibt es in den USA fast nur Marketing to Women. Erst neuerdings versuchen sich die allerersten Berater an Marketing to Men.

Es erstaunt auf den ersten Blick schon, dass ausgerechnet Länder wie Indien und einige aus der arabischen Liga seit einiger Zeit regelmäßig von sich reden machen. Die Presse aus diesen Ländern berichtet immer wieder von interessanten Marketing-Ansätzen, die sich an Frauen richten. Es erscheint erstaunlich, weil diese Länder uns insgesamt noch so rückständig erscheinen. Doch wenn man bedenkt, dass diese Länder auf ihrem Weg in die (westlich geprägte) Moderne diverse Marketing-Generationen überspringen müssen, dann landen sie eben - von so genannten Traditionen und Gewohnheiten völlig unvorbelastet - einige Schritte vor uns und damit deutlich näher an den USA. Im Übrigen kommen aus diesen emerging markets deutlich häufiger interessante Ansätze als aus den skandinavischen Ländern, die in Deutschland zu Unrecht als besonders fortschrittlich im Gender Marketing gelten (daran ist nur eine unbelegte Behauptung in Wikipedia schuld).

Kommunikation und Werbung
Die allermeisten Bewegungen sind in der Werbung zu sehen. Aber nur wenige Agenturen arbeiten so gut wie beispielsweise in dem aktuellen IKEA-Spot für Pax:

Die meisten Werbe- und sonstigen Kommunikationsagenturen überschätzen ihre Kenntnisse hinsichtlich der Kommunikation mit der weiblichen Zielgruppe bei weitem. Das ist doppeltes Pech für die Unternehmen, die sich für die weibliche Zielgruppe entscheiden und klug genug sind, um sich Know-how ins Haus zu holen. Sie wollen es richtig machen, allerdings fehlt ihnen selbst das Wissen. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie nicht nachprüfen können, ob die vermeintlichen Experten auch wirklich wissen, was sie tun. Zu oft erweisen sich teuer eingekaufte Kampagnen nicht nur als unnütz, sondern auch als schädlich für das Unternehmen und die Marke.

Was den Agenturen allerdings nicht anzulasten ist, sind unverständige Werbeleiter und ihre Kollegen, die besser beraten werden, aber selbst fleißig ihre persönlichen Stereotypen pflegen. Auch das passiert.

Die Medien
In Deutschland nehme ich in den Medien ein schwankendes Interesse wahr. Die mediale Berichterstattung zum Gender Marketing oder auch nur zum Marketing für Frauen hat innerhalb des letzten Jahres stark abgenommen. Bis heute ist das geschlechtsspezifische Marketing weder in den klasseischen Wirtschaftsmedien (ausgenommen die löbliche FTD), noch im größten Teil der Fachpresse angekommen. Selbst sonst recht innovative Publikationen, die ich an dieser Stelle nicht beim Namen nennen möchte, halten das “für kein Thema". Die mangelnde Behandlung in den Medien ist keinesfalls nur der aktuellen Wirtschaftskrise geschuldet. Fakt aber ist: Ein Thema findet heute nur durch eine starke mediale Präsenz eine breite Öffentlichkeit. Manager haben oder nehmen sich nur sehr, sehr selten die Zeit, neue Themen gezielt zu suchen und zu studieren. Um sie zu erreichen, muss die Luft schon sehr mit Gender Marketing geschwängert sein. Nun, ich arbeite weiterhin daran.

Publikationen
Als ich an meinem ersten Buch Der Kunde ist weiblich arbeitete, war die Anzahl der Publikationen zum geschlechtsspezifischen Marketing noch sehr übersichtlich. Auch die Berichterstattung hielt sich in überschaubaren Grenzen. Das hat sich gründlich geändert. Es ist - wie ich schon sagte - nicht gerade der deutsche Sprachraum, der sich hervortut. Doch global betrachtet, ist die Flut an täglichen Veröffentlichungen nicht mehr zu bewältigen. Ein vollständiger Scan der täglichen internationalen Berichterstattungen ist undenkbar geworden. Das System, das ich mir bereits vor Jahren eingerichtet habe, um über Artikel und Bücher zu verschiedenen Mann/Frau-Themen auf dem Laufenden zu bleiben, funktioniert noch immer recht gut, aber meinen Umgang mit seinen Ergebnissen musste ich inzwischen radikal verändern.
Auch wurden in den letzten Jahren viele Bücher geschrieben, einige zum Marketing, viele zu anderen geschlechtsspezifischen Forschungsergebnissen und Metastudien. Alle, von denen ich weiß, stammen aus dem englischsprachigen Raum. Momentan stapeln sich mehr als 20 Bücher auf meinem Schreibtisch, die ich dringend lesen will. Und neue werden in den nächsten Tagen zusätzlich geliefert.

Österreich
Österreich liegt - nach meinem Erleben - deutlich vor Deutschland. In Österreich werden die Bemühungen um die Gleichstellung der Geschlechter im vollen Licht der Öffentlichkeit vorangetrieben. Medien berichten reichlich über Gender-Mainstreaming-Maßnahmen, die Politiker unterschiedlichster Ressorts tragen viel dazu bei. Das alles trägt stark dazu bei, “Geschlecht” als allgegenwärtiges Thema sichtbar zu machen, was dazu führt, dass die Bevölkerung es verinnerlicht und sich ihre Wahrnehmung automatisch verfeinert.

Ausblick
Es bewegt sich einiges. Das Interesse erwacht auch “bei uns". Aber wir haben noch einige Jahre in der Bewusstseinsentwicklung vor uns. Ich bin sehr zuversichtlich, doch ich fürchte auch die großen Qualitätsmängel, die mit der Durchsetzung des Gender Marketing vielerorts einher gehen werden. Ich verspreche, weiterhin mein bestes tun, dem etwas entgegen zu setzen.

“The “girls rule” trend in content creation”


Glitter Graphics

Für die Kreation von solchen “Kunstwerken” haben Mädchen angeblich mehr Geduld als Jungen. Aber sicherlich auch mehr Interesse, und nicht nur daran.

Unter den 12- bis 17-jährigen Internet-Nutzern sind Mädchen inzwischen die deutlich aktiveren, zumindest wenn es um die Kreation von Web-Inhalten geht. Die New York Times widmete dieser Erkenntnis gestern einen Artikel, in dem auch die Studie des Pew Internet & American Life Project zitiert wird. Demnach bloggen 35% der Mädchen in dieser Altersgruppe, aber nur 20% der Jungen. Auch in der Gestaltung einer eigenen Website haben Mädchen, zumindest in den USA, die Nase vorne (32% der Mädchen, 22% der Jungen). Allerdings werden mehr Videos von Jungen veröffentlicht.

Besonders interessant an diesem NYT-Artikel ist aber die Feststellung, wie unterschiedlich die Interessen, aber auch die kommunikativen, wie auch kreativen Bedürfnisse und Fähigkeiten von Mädchen und Jungen sind.

Ich stimme Pat Gills Erklärungsversuch für die Verschiedenartigkeit der Selbstpräsentationen nicht zu. Die Direktorin des Institute for Communications Research und assoziierte Professorin für die Gender and Women’s Studies an der University of Illinois schreibt das unterschiedliche Verhalten einmal mehr der Erziehung zu. So würden Mädchen schon sehr früh lernen, ein Objekt zu sein und würden sich später entsprechend im Internet präsentieren.

Glitter Graphics

Dagegen überzeugt mich das zitierte Ergebnis einer Untersuchung des Berkman Center for Internet & Society an der Harvard Law School, viel mehr. Demnach nutzen Mädchen und junge Frauen das Internet als eine neue Ausdrucksform für die eigene Persönlichkeit. Die eigene Website, so John Palfrey, Geschäftsführer des Berkman Centers, sei zu vergleichen mit der Auswahl der Bekleidung. Aus demselben Grund würden die Mädchen so eifersüchtig darüber wachen, ob von ihren Websites Elemente geklaut werden. So kommt es gelegentlich zu Warnungen wie „hotlink and die“ (hotlink bedeutet die Einbindung fremder Bilder auf die eigene Website).

Übrigens lohnen sich die Aktivitäten der Mädchen bereits in mehrfacher Hinsicht. Einige von Ihnen erhalten Werbegelder von Unternehmen für die Nennung in ihren Podcasts, was genauso funktioniert wie die Werbung in der Anfangszeit des Radios. Im Januar habe ich auf einem Vortrag von Alexander Wunschel gelernt, dass Podcasts von Frauen bzw. mit Frauenstimmen sehr viel öfter gehört werden als Podcasts von Männern. Diesen Umstand machen sich viele zunutze, darunter auch Spiegel Online mit Ehrensenf.

Glitter Graphics

Und für alle, die etwas mehr über die aktuelle Web-Glitter-Mode erfahren wollen, die starten am besten bei Google oder zum Beispiel direkt bei Glitterbank. Wenn Sie allerdings denken, dass dies schon der Gipfel ist, dann habe ich noch etwas für Sie, das alles toppt: Es gibt auch eine albanische Website, die Glitter-Bilder für die Unabhängigkeit des Kosovo zum Download bereitstellt. Leider bringt diese Website meinen Browser zum Absturz, weswegen ich sie an dieser Stelle nicht zu verlinken wage. Auf jeden Fall gibt es mehr zwischen Himmel und Erde…

Nirve pimpt auch Fahrradreifen


Hello-Kitty-ReifenHawaiianisches Blümchen-Profil
Fahrradreifen der neuen Generation von Nirve

Der kalifornische Fahrrad-Hersteller Nirve baut nicht nur coole Cruising-Räder für Frauen und Männer, sondern hat natürlich auch das volle Zusatzprogramm im Angebot. Aber die Fahrradreifen mit hawaiianischen Blumen oder gar im Hello-Kitty-Profil stellen alles bisher Gesehene definitiv in den Schatten.

Box-Highlight 2007


Floyd Mayweather in PlüschRicky Hattons Union Jack am Hintern
Floyd Mayweather jr. gegen Ricky Hatton: ein modisches Highlight

Der Boxkampf im Weltergewicht zwischen Floyd Mayweather jr. und Ricky Hatton war nicht gerade das, was man als elegant oder kultiviert bezeichnen könnte, selbst wenn man dem Boxen nicht grundsätzlich abgeneigt ist. (Mayweather gewann in der 10. Runde durch K.O.)

Was das Ereignis aber durchaus bemerkenswert machte, war die Wahl der Kampfbekleidung beider Recken. Es stach nämlich sogleich ins Auge, dass Mayweather in Plüsch (vulgo: Webpelz) und Hatton in aufwändig mit Pailletten bestickten Höschen kam. Welchen Eindruck das alles wohl zu Muhammed Alis Zeiten vermittelt hätte?

Oh Gott, ich kann noch immer nicht glauben, dass ich das hier schreibe…

Das “Wir” gewinnt


Sonys Playstations für das weibliche Geschlecht
Sonys Neuigkeiten für Spielerinnen auf der Games Convention 2006

Alle Jahre wieder beschert uns die Games Convention in Leipzig neue digitale Spiele. Nun ist es wieder soweit und ich frage mich, was wir ab morgen wieder zu sehen bekommen. Im letzten Jahr waren vornehmlich rosa Spielkonsolen bemerkenswert, soweit es um die weibliche Zielgruppe ging.

Ich kann leider nicht hellsehen, aber es ist inzwischen unüberhörbar, dass es den Spiele-Herstellern an Konzepten für Spielerinnen mangelt. Dabei hat Nintendo einen revolutionären Ansatz gefunden. Seit Ende des letzten Jahres ist Nintendo Wii auf dem Markt. Seither sind Computerspiele nicht länger das Feld vermeintlich einsamer, männlicher, unattraktiver junger Männer, sondern eine durchaus sportliche Betätigung für Familien und Freunde - einschließlich Frauen und Mädchen.


Jetzt geht Nintendo noch einen - sehr bemerkenswerten - Schritt weiter. Ganz frisch ist das Wii Balance Board (mehr Details zur Funktionsweise gibt es bei dieser Präsentation):


Und es gibt ganz sicher noch viele andere Konzepte für viel mehr Spiel-Systeme und Spiele-Genres. Die Voraussetzung dafür ist primär das Verständnis der Zielgruppe.

Schöner putzen mit Methode


Einstiegsset für den Boden von Method
Schöner Putzen - für die Beseitigung dicker Luft zu Hause

Da soll doch einer noch mal sagen, dass Putzmittel langweilig und stets hässlich verpackt sein müssen! Die Produkte von Method sind vielleicht weniger hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe innovativ, aber von ihrem Ansatz her, umweltfreundlich zu putzen und eine gute Luft im Haus zu schaffen, ganz sicherlich. Dazu noch ein gutes Design… Da macht Putzen vielleicht auch Banausen mal etwas Freude.

Bico weiß, wovon Menschen träumen


Bico of Switzerland
Die aufgeschnittene Matratze – fast schon ein Markenzeichen von Bico.

Der Schweizer Matratzenspezialist Bico, normalerweise eher für unspektakuläre Bilder bekannt (s. o.), hat sich für eine neue Werbekampagne entschieden, wie die Online-Ausgabe der Schweizer Marketing-Zeitschrift Persönlich am 05.03.07 berichtete. Inzwischen wurden bereits zwei Spots der langfristig geplanten Kampagne umgesetzt, wobei Persönlich bedauerlicherweise nur einen zeigt.

Der Hintergrund des Spots laut Persönlich: “Im ersten Spot träumt sich eine rundum sympathische Schweizer Hausfrau an einen fernen Traumstrand (…).”

Schauen Sie selbst! Was denken Sie?

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Ich finde den Spot entzückend, doch ohne die vorhergehende Info könnte man ihn auch durchaus missverstehen. Und dann wäre das Ganze womöglich eher kontraproduktiv.

Mein Dank für den Hinweis auf diese Kampagne sowie für die anschließende Diskussion geht an Mirjam und Pauline. Mein Fazit daraus: Es gibt wahrscheinlich eine Menge Frauen, die sich über Spots wie diese zu Recht aufregen. Das Problem sind allerdings nicht immer die Spots selbst, sondern die Tatsache, dass sie nicht in eine Fülle von unterschiedlichen Frauen-Werbebildern eingebettet sind. Vielmehr gibt es fast nur solche Bilder, die von vielen Frauen als Herabwürdigung im Sinne einer extrem verengten (männlichen) Sicht, also als ein sogar noch verdichtetes Stereotyp empfunden werden.

Hier können Sie den Spot übrigens herunterladen.

Bei 3 kriegen Frauen mehr


Logo DreiSonderaktion beim Österreichischen Mobilfunkprovider 3
3 bietet noch bis Ende März 2007 ein besonderes Angebot für Neukundinnen

Mein heutiger Dank geht an Katrin-Sophie Dworczak. Sie machte mich auf das aktuelle Sonderangebot des Österreichischen Mobilfunkproviders 3 aufmerksam. Bereits vor einem Monat berichtete die Online-Ausgabe des Österreichischen Standard darüber, dass Frauen bei Vertragsabschluss bis Ende März 2007 zwei Jahre lang 25% mehr Gratisleistungen bei Tarifpaketen in Anspruch nehmen können. Und noch besser ist, dass derstandard.at uns auch die Werbespots dazu bietet:
Spot 1
Spot 2
Spot 3

Was denken Sie darüber? Machen Sie sich doch selbst ein Bild, bevor Sie weiterlesen!

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Kleine Analyse:

Die Kampagne benutzt die klassische Technik der kognitiven Dissonanz. Sie greift vermeintlich typische Frauenthemen auf und macht sie auffällig, indem die Gesprächsthemen in einen anderen Kontext (Männergespräche) gesetzt werden. Durch die Erzeugung einer gewissen Irritation durch den Widerspruch soll die Aufmerksamkeit der Zuschauerin bzw. des Zuschauers erhöht werden. Das ist ein netter Ansatz, aber meines Erachtens nur eingeschränkt originell. Interessant finde ich, dass sich einmal mehr zeigt, was die Werber für typische Frauengespräche halten. Einmal mehr werden Frauen auf tränenreiche Vorabendserien, Schuhkauf und Liebesdinge reduziert. Klar gehören diese Themen mehr oder weniger auch zu unserem Leben. Aber eben nicht nur. Und sie sind auch ganz sicher nicht aussagekräftig im Hinblick auf unsere Themenbreite.

Spannend finde ich übrigens auch immer, was nicht gesagt oder gezeigt wird. Bei dieser Aktion ist es das – sonst zweifellos häufig überstrapazierte – Wort „Kommunikation“. Hier heißt es schlicht: „Weil Frauen mehr zu sagen haben.“ Hmmm… die haben sich eine Menge Mühe gegeben, es möglichst wertfrei klingen zu lassen.

Ist Ihnen aufgefallen, welches Handy 3 dazu anbietet? Es ist das Nokia 3790 (WOW: 3 Megapixel-Kamera!) in… – tätä! – „powder pink“. Das Gerät gibt es auch in “bronze black", nicht jedoch zum beworbenen Sonderangebot. Das spannendste ist jedoch, dass dieses Gerät eine maximale Sprechzeit von nur 3 Stunden hat. Dann ist der Akku leer. Wozu nützt bei einem solchen Tarif, dass dieses Handy 220 Stunden Standby schafft? Wenn ich einen Telefontarif habe, bei dem ich viel und lange kostenlos telefonieren könnte, ihn aber wegen der begrenzten Akkuleistung nicht so ausgiebig nutzen kann, wie er mir angepriesen wird – ist das schön?

Üüübrigens: In Deutschland gibt es ja neuerdings das Gleichstellungsgesetz. Und auch Österreich war verpflichtet, die 2004 verabschiedete EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern in Landesrecht umzusetzen. Daraus ergibt sich für mich die Frage (ohne jemanden auf dumme Gedanken bringen zu wollen): Darf 3 das überhaupt?

Aussiebum: Der “Wonderbra für Männer”


Wonderjock von Aussiebum: soll sein bestes Stück gut (= größer) aussehen lassen
Neu: Der Wonderjock soll sein bestes Stück gut (= größer) aussehen lassen

Aussiebum ist beinahe ein Synonym für Männer-Unter- und -Badewäsche mit frechem Image. Neben allerlei buntem Angebot gibt es nun die Wonderjock-Serie. Diese verspricht in etwas holpriger Übersetzung:
Die neue ‘wonderjock’ technik in diesen aufsehen erregenden, reine baumwolle patriotischen Unterhosen lassen ‘ihn’ groesser erscheinen und fuehlen sich auch noch fantastisch an.

Nun, die Slips mag man mögen oder nicht, die Größe mag entscheiden oder nicht, doch die Positionierung der Marke ist wahrhaft herzerfrischend. Es kann keinen Zweifel geben, dass sie mit dieser Art der Wäschepräsentation sowohl für Männer, als auch ihre Freundinnen funktioniert. Appetitliche Männerkörper vor australischen Kulissen bei strahlendem Sonnenschein… Ich wünschte, es gäbe ebenso unverkrampfte Konzepte für Frauen und empfehle zur Veranschaulichung insbesondere auch die Videosektion der Website.

Dove ist Pro - nicht Anti


Dove Pro-Age
Eine neue Farbe bei Dove: Braun steht “für Alter".

Dove weiß uns - obwohl wir schon viele hervorragende Kommunikationsmaßnahmen kennen und schätzen - auch weiterhin angenehm zu überraschen. Unilever hat, zeitgleich in Deutschland und in den USA, eine Produktlinie speziell für Frauen in der Menopause auf den Markt gebracht. (Das mit der Menopause wird bei uns nicht so deutlich thematisiert wie im Heimatland.) Und der Name: Pro-Age. Schön gemacht!

Mehr dazu hier: MarketingDaily.
(Ich kann wirklich kaum glauben, dass die gesamte Real-Women-Kampagne erst 2 Jahre alt ist!)

Nachtrag zu PSP: SONY vertut sich mächtig


Plakatwerbung für die neue weiße Playstation Portable (PSP) von Sony
Plakatwerbung für die neue weiße Playstation Portable (PSP) von Sony

Einen wirklich großen Diversity-Fauxpas hat sich Sony in den Niederlanden mit einem Motiv aus seiner Plakatkampagne für die weiße PSP geleistet (ich berichtete zuvor darüber).

Nach einem Bericht von Spiegel Online hat Sony nicht nur Schwierigkeiten gehabt zu verstehen, dass sich jemand an der Dominanz von einer weißhäutigen Person über eine dunkelhäutige ernsthaft stören kann. Viel schlimmer ist noch, dass Sony die sich betroffen Fühlenden wochenlang davon überzeugen wollte, wie das Plakat richtig zu verstehen sei.

Welch ein Beispiel für mangelndes Verständnis und schieres Desinteresse an Konsumenten! Dabei war Sony doch schon so fortschrittlich…

Gut gemeint oder gut gemacht? Kalender soll Frauen in die IT-Branche ziehen


Ein Motiv aus dem Kalender IT-Goddess
Ein Motiv aus dem Kalender namens IT-Goddess

Eine schöne Idee war der Anfang: Eine weibliche Führungskraft aus einem australischen IT-Unternehmen wollte mehr Frauen auf die spannenden und lukrativen Jobs in der IT-Branche aufmerksam machen. Ihr Name: Sonja Bernhardt. Sonja Bernhardt wollte dem Klischee entgegentreten, Frauen in IT-Berufen seien ausnahmslos unattraktive Wesen. Das Schicksal nahm seinen Lauf, die Idee für einen Kalender mit toll aussehenden IT-Fachfrauen in berühmten Filmposen wurde umgesetzt. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, wie die Vorschau auf der Kalender-Website eindeutig beweist.

Aber ist das wirklich ein Image-Problem der Frauen? Ist es nicht vielmehr so, dass die Klischee-Vorstellung von männlichen Geeks und Nerds jegliche Begeisterungsversuche tötet? Sind es nicht Bilder aus der längst vergangenen New Economy von schlampigen jungen Männern mit autistischen Persönlichkeitszügen in 20-Stunden-Bildschirm-Jobs, umringt von leeren Pizza-Kartons, die für Frauen wenig erstrebenswert sind? Würde es unter solchen Umständen nicht sinnvoller sein, einen Kalender mit attraktiven IT-Männern zu veröffentlichen? (Und nebenbei bemerkt: Der Arbeitsplatz gilt heute als wichtigster Heiratsmarkt.)

Und noch eine Stichelei: Warum brauchen Fraue besondere Berufe (s. o.), Anweisungen aus Büchern oder Damenrasierer, um Göttinnen zu werden? Ist das erstrebenswert oder heutzutage sogar notwendig?

Und ganz ohne Stichlei: Es gefällt mir natürlich sehr, dass der gesamte Kalender-Erlös Organisationen zugute kommen wird, die den Einstieg von Frauen in IT-Berufe fördern.

Coca Cola launcht Light-Version für Männer


Logo Coca Cola Zero
Das Logo der No-Calorie-Coke für Männer variiert von Land zu Land.

Sie sieht fast genauso aus und hat nur eine Kalorie weniger als die Coke light, dafür heißt sie Zero, schmeckt angeblich wie die “normale” Coca Cola und wird in Deutschland, ebenso wie in Australien, in schwarz “gekleidet” daherkommen. Ach ja, und sie soll junge, gesundheitsbewusste Männer im Alter zwischen 20 und 29 Jahren ansprechen.

Viel ist darüber schon geschrieben worden, zuallererst natürlich in der Pressemitteilung des Konzerns. Wie die W&V meldet, soll die Einführung von vielen kostspieligen Werbeaktionen begleitet werden. Die sind hoffentlich aufregender als die US-amerikanische Website. Etwas Charmantes für Kerle hat man sich in Australien einfallen lassen.

Können Sie sich übrigens Coke mit Brombeergeschmack vorstellen? In Neuseeland wurde Coke Raspberry getestet und inzwischen wieder eingestellt. Sollten Sie mehr über die seltsamen (das heißt politisch korrekt natürlich: von unserem Geschmack abweichenden) Trinkgewohnheiten der Neuseeländer oder Mexikaner erfahren wollen, dann lesen Sie hier oder hier.

Kuweitische Fluglinie auf Fortschrittskurs


Logo der Jazeera Airways
Jazeera Airways: Manche Vorstände wissen doch zuweilen zu überraschen

Dieser Tage überrascht eine Pressemeldung von der Kuwaitischen Jazeera Airways: Alle im Ausland wohnhaften weiblichen Kuwaiti erhalten kostenlose Flugtickets in die Heimat, um an der ersten Parlamentswahl teilzunehmen, zu der sie als Wählerinnen zugelassen sind. Darüber hinaus sollen auch Frauen anderer Nationalitäten von diesem Angebot profitieren, wenn sie diese Wahlen beobachten wollen.

Das ist international wirksames (Gender) Marketing.

Die Originalmeldung befindet sich hier.
Eine kommentierte Übersetzung gibt es unter anderem bei Spiegel Online.

Zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf Technik


Chip Chick - eine alternative Sicht auf Technik
Diese Seite gehörte schon längst von hier aus verlinkt

Chipchick bietet eine nicht zwingend weibliche, jedoch zweifellos alternative Sicht auf Technik. Gadgets die auch Frauen (manchmal vielleicht auch nur Mädchen) gefallen könnten, Accessoires, die Elektronik zu einer höheren Bedeutung verhelfen… kurz: Eine Menge Kram, mit dem sich auch Geld verdienen lässt. Und nicht zu knapp. Einiges könnte mir auch Spaß machen, wenn ich es recht bedenke.

Ist der Technology Evangelist eigentlich das Gegenteil von Chipchick?

Hollywood: Männer übernehmen Frauenrollen


Hollywood sign

Ein großartiger Artikel beleuchtet die aktuellen Produktionen und Releases der US-amerikanischen Filmindustrie. Unter dem Titel The lady vanishes — yet again analysiert die Filmhistorikerin und Buchautorin Marjorie Rosen scharfsinnig die jüngsten Entwicklungen in unterschiedlichen Film-Genres, welche Überlegungen seitens der Macher zu welchen Entscheidungen führ(t)en und auf welches Kinopublikum man sich verlassen kann und welches nicht.

Die Erkenntnisse, die Rosen aus ihren Beobachtungen zieht, sind beinahe alle auch identisch auf andere Branchen übertragbar.

Ist China fortschrittlicher als Deutschland?


Oder sind es lediglich die Marketing- und Werbefachleute?

In China ist es schon jetzt selbstverständlich, die Werbung auf die Konsumentin abzustimmen, wie im Artikel auf Spiegel Online berichtet wird, denn die Chinesinnen sind die Konsum-Chefinnen der Familien.

Was glauben Sie? Glauben Sie, dass die deutschen Konsumentinnen rückständiger sind als die Chinesinnen? Ach so? Ein Großteil der Werbung in Deutschland richtet sich an Frauen? Wieso fühlen die sich bloß nicht gemeint oder - noch schlimmer - ernst genommen?

Pharmaindustrie: Fusion von Wissenschaft und Kapitalismus


Pillen für und gegen alles
Gender Marketing in der Medizin: Soll mit Pillen wirklich alles lösbar sein?

Die Pharmaindustrie gilt in den USA als der profitabelste Wirtschaftszweig von allen. Sie erfand nicht nur die “Volkskrankheiten” Osteoporose für Frauen und “Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom” bei Kindern, sondern auch die “erektile Dysfunktion” bei Männern. Die Menschen glauben es, nehmen an der Hormonersatzterapie teil, stopfen die eigenen Kinder mit dem Amphetamin Ritalin voll und die Männer tragen selbst die Schuld, wenn sie nicht die Hengste sind, die sie doch bedenkenlos mit Pfitzers Hilfe sein könnten.

Der Artikel in der Schweizer WOZ (Die Wochenzeitung) ist zwar über ein Jahr alt, aber noch immer genauso aktuell. Es handelt sich dabei um ein Interview mit der Autorin des Buchs “The Rise of Viagra: How the Little Blue Pill Changed Sex in America”, Meika Loe. Loe beschreibt zum Beispiel, dass die Zielgruppe des Viagra-Herstellers Pfizer sich massiv verjüngt hat und wieso das zu gesellschaftlichen Veränderungen führt. Und der New York Times war es tatsächlich einen Artikel wert, als Pfizer seine Bestrebungen aufgab, Viagra an den weiblichen Organismus anzupassen.

Ja, das sind alles - theoretisch - hervorragende Beispiele für Gender Marketing (mit Ausnahme von Ritalin). Zu dumm, dass ausgerechnet die Pharma-Industrie es besser versteht als beinahe alle anderen Branchen!

Eine Frage, der ich auf Vorträgen und Veranstaltungen häufiger begegene ist mit der Befürchtung verknüpft, mit Gender Marketing würden die Menschen dazu verleitet, noch mehr unsinniges Zeug zu kaufen und zu konsumieren. Und diese Menschen haben Recht, wenn sie an der Moral mancher Unternehmen zweifeln.

Marketing und Moral?
Ja.
Ich denke, dass man nicht alles tun muss, nur weil man es tun kann.
Was denken Sie?

Von Nacktschnecken und anderen Beschwerden


Gemeine Nacktschnecke
Beschäftigt inzwischen auch den Werberat: die gemeine Nacktschnecke

Immer wieder scheint mir, unsere Nachbarn in Österreich sind uns Deutschen als bewusste Konsumenten ein ganzes Stück voraus. Und tatsächlich können wir wohl eine Menge lernen, zum Beispiel auch vom dortigen Werberat. Beispielsweise wird der österreichische Selbstbeschränkungskodex für die Werbungtreibenden den aktuellen Gegebenheiten angepasst.

Doch mehr noch: Die Österreicher Kollegen trauen sich im Gegensatz zum deutschen Werberat auch, die Durchführung von Beschwerden zu erleichtern, indem dies auch online geht. Das beste daran ist, dass die Beschwerden der Österreicher online nachgelesen werden können. Das geht in Deutschland natürlich nicht. Warum auch? Hier entscheidet ein ausschließlich männliches Gremium mit lediglich drei zusätzlich berufenen Damen über die Beschwerden. Jaja, ich weiß, dass ich wie eine “lila Emanze” klinge, wenn ich anzweifle, dass der Werberat stets im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten entscheidet. Spannend finde ich in diesem Zusammenhang die Rügen sowie die damit verbundene Argumentation. (Sehen Sie mich mit dem Zaunpfahl winken?)

Zum Abschluss noch einmal kurz zu den Österreichern: Meine Lieblingsbeschwerde bezieht sich auf Nacktschnecken. Womit endlich die Überschrift zu diesem Posting und das Foto erklärt wären.

MSN überprüft die angeblichen Gehälter von TV-Charakteren


Money Money Money

Auf diese Idee muss man ja erst einmal kommen: Was würden TV-Charktere wie Carrie Bradshaw ("Sex and the City") und Homer Simpson ("Die Simpsons") verdienen, wenn sie richtige Menschen wären und eben keine TV-Ikonen? MSN hat es nachgeprüft und hier sind die Ergebnisse. Fakt ist jedenfalls, dass es eine Carrie Bradshaw mit diesem Lebensstil bei einem Jahressalär von 57.000 US$ nicht gäbe. Dafür aber würde ein Sicherheitsinspektor in einem Kernkraftwerk sich bei dem Simpsonschen Lebensstil durchaus viel Bier leisten können (64.000 US$ jährlich).

Unternehmerinnen als Medien-Zielgruppe


Und wieder ist es eine Geschäftsidee aus den USA, die mich zum Nachdenken bringt. Dr. Letitia S. Wright, CEO von Wright Place T.V. aus dem kalifornische Pasadena, produziert seit Jahren eine Business-Show für Unternehmerinnen. Die Sendung wird an verschiedene regionale Fernsehsender verkauft, ist also noch nicht landesweit zu empfangen. Dank der Verlinkung zu einem Live-Stream kann sie jedoch wenigstens zu den Sendezeiten eines Senders online geschaut werden (habe ich noch nicht).

Wie wäre es denn, wenn n-tv eine derartige Sendung bringen würde? Es steht jedoch zu befürchten, dass dort niemand arbeitet, der oder die Ideen für ein funktionierendes Konzept generieren könnte.

Neue US-Studie zu Frauen und ihrem Umgang mit Digitalen Videorecordern


Überraschung!
Aus der US-Studie mit 1.000 Befragten, die gleichermaßen aus Frauen und Männern bestanden, geht hervor, dass bei den verheirateten Paaren die Kaufentscheidung für den Digitalen Videorecorder (DVR) zu 48 Prozent von den Frauen getroffen wurde. Insgesamt 55 Prozent der Ehefrauen können laut eigener Aussage auch viel besser mit dem Gerät umgehen als ihre Männer. Drei Viertel aller befragten Frauen verliebten sich sofort in ihren DVR, weil er so viel einfacher zu bedienen sei als ein Videokassettenrecorder (VCR).

Die DVR werden von 99 Prozent der Frauen auch dazu benutzt, Werbung zu überspringen, wobei jedoch 76 Prozent aussagen, den Vorlauf gezielt zu unterbrechen, um für sie relevante Spots anzusehen.

Laut dieser Studie würden auch 98 Prozent der befragten Frauen den DVR ihren Freunden empfehlen.

Der ursprüngliche Bericht befindet sich hier.

Online-Casinos: Sind die meisten Spieler doch Spielerinnen?


Es verblüfft doch jedes Mal aufs Neue: Wann immer geschlechtsspezifische Daten zu Computer-Spielen auftauchen, reiben sich die meisten Menschen die Augen. Es ist nach wie vor schwer zu glauben, dass Frauen mindestens ebenso gerne zocken wie Männer.

Wir wissen aus zahlreichen früheren Studien zu Computer-Spielen bereits, dass spielende Frauen im durchschnitt älter sind als spielende Männer und andere Spiele bevorzugen. Sie waren es auch, die über sechzig Prozent der Käufer/innen stellten und damit den ersten Sims den großen Erfolg bescherten.

Nun aber zeigt sich wohl auch, dass 53 Prozent aller (US-amerikanischen?) Online-Casino-Spieler weiblich sind. Im Artikel aus der Pittsburgh Post-Gazette heißt es, Frauen und Männer würden aus ganz unterschiedlichen Motiven spielen. Ich übersetze die betreffende Passage frei:
“Action-Spieler” sind überwiegend Männer, die nach einem Hochgefühl suchen, indem sie Poker / Blackjack spielen oder auf Sportwetten setzen. Frauen andererseits scheinen eher “Flucht-Spieler” zu sein, die von Glücksspielen wie “Einarmigen Banditen", Video-Poker, Lotterien oder Bingo angezogen werden; sie benutzen das Spielen häufig als Flucht vor Depressionen, physischem oder emotionalem Schmerz.

Wenn Frauen sich im Internet doch an so genannte “games of skill", also Spiele wagen, die von mehr als nur Glück abhängen (z. B. Online-Poker), dann nutzen sie hier klare Vorteile: Die Online-Versionen der Spiele entbehren eines hohen Maßes an Macho-Elementen, verfügen über einen geringeren Wettbewerbscharakter und weiterer Einflüsse, die Frauen “im richtigen Leben” missfallen, weil sie tatsächlich “Männersache” sind. Auch sei es leichter, den Computer als Ersatz für das eigene Pokerface zu nutzen.

Übrigens entwickelt sich der Markt der Online-Casinos exponentiell: Seit der Eröffnung der ersten virtuellen Spielhalle im Jahr 1995 haben wir es jetzt mit einem geschätzten weltweiten Jahresumsatz von 6 Mrd. US$ zu tun, die von nicht einmal 2.000 Websites erwirtschaftet werden.

Alternative Konzepte bei US-Discountern


Die New York Times berichtet über Costco Wholesale und den Gründer und Geschäftsführer des Discounters, Jim Sinegal. Der nämlich verfolgt ganz traditionelle Werte bei der Führung seines Unternehmens. Aussagen wie beispielsweise denen eines Analysten von der Deutschen Bank, er stelle den Stakeholder über den Shareholder Value, er sei also zu seinen Angestellten netter als zu seinen Anlegern, misst er nur eine sehr untergeordnete Bedeutung bei. Dabei bleibt er dennoch unter den Verkaufspreisen seiner Wettbewerber.

Wie schafft Sinegal das? Worin liegt sein Geheimnis?

Die Preisgestaltung folgt ehernen Regeln: Die Margen bei Markenprodukten liegen bei 14 Prozent, bei den Handelsmarken bei 15 Prozent (in den USA schlagen die Supermärkte 25 Prozent, die Kaufhäuser sogar bis zu mehr als 50 Prozent auf). Gespart wird jedoch nicht bei den Mitarbeitern, denn sie verdienen deutlich über dem Branchendurchschnitt und genießen die beste Krankenversicherung, bei gleichzeitig dem geringsten Selbstbeteiligungssatz. Sinegals Jahreseinkommen beläuft sich auf lediglich 350.000 US$, und seine Jahresboni bleiben ebenfalls übersichtlich, ganz im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen. Dennoch hat Costco in den vergangenen zwölf Monaten rund 10 Prozent an der Börse zugelegt - ganz im Gegensatz zum Mutterhaus des Erzrivalen Sam’s Club, Wal-Mart, das im gleichen Zeitraum 5 Prozent verlor. Ach ja, und die Diebstähle von Mitarbeitern sind auf einem Tiefstand, die Personalfluktuation ist gering, Gewerkschaften werden zugelassen.

Doch so ein Erfolg kommt natürlich nicht von Ungefähr. Sinegal überprüft seit der Firmengründung im Jahr 1983 ständig das Geschäftskonzept. Das hat zu der gegenwärtigen Form geführt, in der Costco nicht ein beliebiges Geschäft darstellt, sondern einen Club. Mitglieder in Form von Privathaushalten zahlen eine Jahresgebühr in Höhe von 45 US$, Kleinunternehmen 100 US$. Dafür genießen sie nur eine kleine Auswahl, denn während Wal-Mart und andere Mitbewerber häufig mehr als 100.000 verschiedene Artikel führen, sind es bei Costco eben nur 4.000. Dafür sind es die qualitativ besten. Mehr noch: Aufgrund der hohen Abverkaufsmengen kann Costco die günstigsten Einkaufspreise verhandeln. Die Lieferanten erfahren den stärksten Druck von allen Beteiligten. Bekommt Costco zufällig raus, dass einer von ihnen einem Wettbewerber einen besseren Preis macht, trennt sich Costco kurzerhand von ihm. Ein Lieblingsspiel des Gründers nennt sich “Treasure Hunt” - Schatzsuche. Zwischen Bergen von Toilettenpapier platziert er schon mal gerne besondere Schätze wie Plasmabildschirme oder wertvollen Schmuck - alle für einen besonders guten Preis natürlich. Weil die Kundschaft ohnehin aufgrund all der positiven Eigenschaften, einschließlich des übersichtlichen Sortiments (und vermutlich auch wegen ihres Mitgliedsbeitrags) sehr loyal ist, kann Costco auf die branchenüblichen Schweinebauchanzeigen verzichten (weitere 2 Prozent Ersparnis, die sich in der Preiskalkulation niederschlagen!). Das Unternehmen bietet genug Gründe, um im ausreichenden Maße weiterempfohlen zu werden, ob im In- oder Ausland.

Der NYT-Artikel enthält noch weitere Details.

Und da sage noch einer, eCommerce funktioniert nicht


Ich gebe es ja zu: Ich bin ein Fan von Spiegel Online. Sie schaffen es stets, kuriose Beiträge herbeizuschaffen, so auch diesmal wieder: Vier Ex-College-Jungs bieten auf ihrer Website den gesammelten Unsinn an, der sonst unter US-amerikanischen Studenten per E-Mail kursiert. Im vergangenen Jahr konnten sie - vermutlich durch Werbeschaltungen - zwei Mio. US$ Umsatz verbuchen. Respekt!

Zum Bedauern der Ex-College-jetzt-Manhatten-Loft-Bewohner können sie den Anteil der weiblichen Userinnen von 30 Prozent nicht weiter steigern. Vielen Mädels ist das Angebot doch zu grob.

Hier ist der Artikel bei Spiegel Online und hier die Originalsite CollegeHumor.

Red What Society?


Red Hat Society

Alles begann mit einem roten Hut, den Sue Ellen Cooper im Jahr 1998 einer Freundin zusammen mit einem Gedicht schenkte. Daraufhin verlangten viele weitere Freundinnen nach roten Hüten. Und so dauerte es nicht lange, bis die Gemeinschaft der über 50-jährigen Frauen, die ihren Lebensabend angenehm, mit anderen Frauen zusammen und mit vielen Vergnügungen angefüllt verbringen wollten, zu einem reißenden Strom wurde. Irgendwann zwischendurch wurde die Red Hat Society gegründet. Heute gehören ihr mehr als 800.000 Frauen in 36.000 Ortsgruppen - über die gesamten USA verteilt - an. Die Leiterinnen der so genannten Chapter heißen “Queens” - Königinnen.

Für Unternehmen in den USA gehört diese wohlhabende wie lebenslustige Zielgruppe - ebenso wie bei uns - zu den begehrenswertesten. Inzwischen bombardieren sie massenhaft die Red Hat Society, um einen begehrten Vertrag mit dem Netzwerk zu erhalten, denn nur auf diese Weise können sie an dem effektiven Empfehlungsmarketing der Mitglieder teilhaben. Doch die Königinnen werden ihrem Ruf gerecht: Sie sind sehr wählerisch. Anfragen von Kreditkartenfirmen werden ebenso abgeschmettert, wie die von Inkontinenzbindenherstellern. Zu den wenigen glücklichen Gewinnern zählen Firmen wie der Freizeitschuh-Hersteller Keds. Ein solcher Vertrag gilt bei vielen Unternehmen ebenso viel wie die Lizenz zum Geld Drucken.

Ein schöner Artikel zur Red Hat Society trägt den Titel Red hats and feather boas (leider wieder mit einem - kostenlosen - Login verbunden).

Was Banken in Saudi Arabien noch lange vor den westlichen Finanzhäusern verstanden haben


Banque Saudi Fransi: Werbekampagne mit Frauen im Fokus

In Saudi Arabien dürfen Frauen weder wählen, noch selbst ein Auto steuern. Aber dafür dürfen sie ihre eigenen Finanzen verwalten. Die Banque Saudi Fransi hat eine Werbekampagne gestartet, die sich gezielt an Frauen richtet, wie die New York Times berichtet. Da soll noch einer sagen, die Araber seinen ein durchgehend rückständiges Volk… In zu vielen Bereichen ist dies - nach westlicher Auffassung - durchaus so, aber geschäftstüchtiger scheinen sie allemal zu sein.

Der gesamte Artikel ist hier zu finden (kostenloses Login nötig) - oder alternativ hier.

Frauenquote in der Schweiz - Fortschritt oder Rückschritt?


Jüngst entschied der Schweizer Nationalrat mit nur einer Stimme Mehrheit die Einführung einer 30-prozentigen Frauenqote in Aufsichtsräten von Staatskonzernen. Nun muss der Rechtsausschuss ein Gesetz ausarbeiten, das anschließend noch einmal durch den Nationalrat und Ständerat abgesegnet werden müssen.

Sie kommt also durch die Hintertür wieder rein, die Diskussion um Frauenquoten. Hat die Frauenquote in der Vergangenheit mehr geschadet oder genützt? Die Verfassung der BRD sagt ganz klar, dass niemand - unter anderem - wegen seines Geschlechts benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Aber wer wird in welchem Zusammenhang eigentlich benachteiligt oder bevorzugt? Sicher ist doch nur, dass die Tatsache, ob jemand weiblich oder männlich ist, keine Rolle spielen darf. Übrig bleiben also nur noch Leistungsmerkmale und andere persönliche Qualitäten. Aber wer kann diese ernsthaft messen oder gar vergleichen? Die Auswahl von Mitarbeitern ist auch sehr stark von deren Verhaltens- und Kommunikationsweisen abhängig. Diese wiederum können “typisch weiblich” oder “typisch männlich” sein. Es gewinnt doch stets der- oder diejenige, die mit “persönlicher Kompetenz” zu überzeugen weiß. Und die Beurteilung dieser persönlichen Kompetenz liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, der sich gar nicht dagegen erwehren kann, vertraute Muster im Gegenüber zu erkennen - und zu bevorzugen. Und dann wären wir wieder bei der Frage: Mann oder Frau?

Die Österreicher setzen übrigens verstärkt auf Mentoring. Wie dort die Schweizer Frauenquote diskutiert wird, lässt sich hier nachlesen.

Übrigens haben unsere Grünen in Deutschland eine eigene Aktion gestartet, um Frauen in Aufsichtsratsposten zu befördern. Details gibt es zum Beispiel bei AVIVA-Berlin.

Produktneueinführung in Indien: Weibliche Kondome


Das FC Female Condom wird seit Mitte der neunziger Jahre von der Female Health Company (FHC) mit Sitz in Großbritannien und den USA hergestellt. Die Geschäftsidee entstand auf Basis des Bestrebens, insbesondere Frauen in der Dritten Welt mehr Autonomie über den eigenen Körper zu verschaffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie das Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS) haben das Produkt geprüft und für gut befunden.

Nach Markteinführung in zahlreichen Ländern der Ersten und Dritten Welt wird das Frauenkondom nun auch in Indien auf den Markt gebracht. Die Nutzung von Kondomen war in Indien bislang generell mit einem sozialen Stigma belegt. Aus diesem Grund ziemte es sich für Inderinnen nicht, diese Verhütungsmittel zu kaufen.

Nun hat aber der staatliche Produzent Hindustan Latex Limited (HLL) ein Abkommen mit FHC abgeschlossen, das die Produktion und gezielte Vermarktung an Frauen umfasst. Die in Andhra Pradesh ansässige Firma HLL hat sich verpflichtet, eine Aufklärungskampagne zur Schwangerschafts- und Infektionsverhütung (insbesondere HIV) durchzuführen. Die Kondome sollen künftig unter zwei Markennamen vertrieben werden: Confidom und Rani (Königin). Sie werden unter anderem in Kaufhäusern und Supermärkten erhältlich sein.

Weitere Details gibt es hier.

Was Beauty-Unternehmen in Indien vorfinden - und wie sie damit umgehen


Lovely-Karikatur

Indien gehört zu den größten Wachstumsmärkten der Welt. Natürlich ist es da ganz selbstverständlich, dass auch internationale Kosmetik-Marken diesen Markt erschließen möchten. Prinzipiell wäre dagegen auch nichts einzuwenden, wenn… ja wenn die indischen Frauen nur nicht noch immer soweit von den westlichen Konsumentinnen-Standards entfernt wären.

Susan Runkle wirft einen kritischen Blick auf internationale und indische Konzerne sowie ihr Bestreben, westliche Schönheitsideale (und vor allem Produkte!) nach Indien zu bringen. Besonders nachdenkenswert finde ich die Aussage, dass nur ein kleines Fläschchen Parfum mehr kostet, als Redakteurinnen von Frauenzeitschriften im Monat verdienen, die dieses Produkt beschreiben und bewerben.

Der ganze Artikel findet sich hier.

Entwicklungen auf dem US-amerikanischen Automarkt


Laut John Porretto von Associate Press spielen Frauen in 80 Prozent aller Autoverkäufe eine signifikante Rolle. Dabei treffen sie die jeweilige Kaufentscheidung allein oder beeinflussen sie maßgeblich. Tatsächlich wurden im Jahr 2003 in den USA bereits 65 Prozent aller Volvos und 31 Prozent aller Mercedes Benz von Frauen gekauft. In Deutschland wird bereits jedes dritte Neufahrzeug auf eine Frau zugelassen.

Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass in den USA auch die Anzahl der weiblichen Autohausbesitzer in den letzten Jahren massiv gewachsen ist, Tendenz weiter steigend. Einige Automobilhersteller haben seit Jahren spezielle Abteilungen zur Betreuung der weiblichen Car Dealer. Sie haben festgestellt, dass es mehr Frauen mit Geld und der Bereitschaft zur Investition in ein Autohaus gibt, als verfügbare Standorte.

Ob diese Entwicklung auch auf Deutschland übergreift? Nun, wir werden es in ungefähr zehn Jahren wissen.

Der ganze Artikel ist hier zu lesen.

Dating-Services für erfolgreiche Geschäftsleute


Die Karriere lässt Frauen und Männern immer weniger Zeit, sich um die eigene Partnerwahl zu kümmern. Manchmal sind es jedoch auch kulturelle Eigenheiten, die es beruflich erfolgreichen Frauen erschweren, einen geeigneten Lebensgefährten zu finden. Daraus ergibt sich ein lukratives Betätigungsfeld für professionelle Kuppler, die mit unterschiedlichen Herangehensweisen der Natur auf die Sprünge helfen.

Hierzu zwei Beispiele aus den USA und Japan.

Heiratsvermittlung ist wieder “in".