…Intel auch


Kleiner Nachtrag: Zeitgleich mit Dell, allerdings für die deutschsprachigen Damen, hat Intel sich an dem Thema “weibliche Zielgruppe” versucht - und ebenso verhoben. Das Ergebnis schleicht sich unter dem schlichten Namen meinnotebook.de fast unbemerkt an.

Auch nicht schön.

Medienpartner sind laut Notebookcheck “CondéNet und beQueen inklusive Facebook und Twitter". (Interessant finde ich, dass der einzige beQueen-Artikel zum Suchbegriff “Notebook” bis zum heutigen Tag der Vorstellung von meinnotebook.de gilt.)

Das geht alles viel schöner. Und dann funktioniert das auch.

19.5.2009 Diana Jaffé

Dell/a kriegt mächtig einen auf die Mütze


Dells
Dells “Della": Das eigene Wissen über Frauen wurde vollkommen überschätzt

Vor wenigen Tagen hat Dell ganz stolz seine neue Website für Frauen namens Della präsentiert. Das Dumme ist nur, dass sie es so grottenschlecht gemacht haben, dass sich weltweit ein Sturm der Entrüstung erhoben hat. Und ich übertreibe nicht, wie ich noch zeigen werde.

Bedauerlicherweise habe ich aus Zeitmangel versäumt, rechtzeitig die ursprünglichen Seiten zu speichern. Aber ein zentrales Element habe ich bewahrt. Bitte schnallen Sie sich an:

Seven Unexpected Ways a Netbook Can Change Your Life

Once you get beyond how cute they are, you’ll find that netbooks can do a lot more than check your email.

1. Get smarter: It’s easy to turn your netbook into a completely portable eBook reader. You can download the free Adobe Digital Editions software to manage your eBooks or access more than 28,000 free books at Project Gutenburg.
2. Get healthier: Track your exercise and food intake at free online sites like Fitday. Use your mini to track calories, carbs and protein with ease, watch online fitness videos, map your running routes and more.
3. Eat better: Find recipes online, store and organize them, and watch cooking videos.
4. Get organized: Remember the Milk is a free, tweakable online task manager that’s easy to use: you track your time, make lists and send yourself remembers with Google Calendar and Google Tasks. Lifehacker is a great place to find out about the latest online productivity tools to make your life simpler, easier and better.
5. Chill out: Stressed? Your mini can be your meditation buddy as you take mini-breaks throughout your day (schedule them, with reminders, on your calendar). You can find free guided meditations, download meditation podcasts, watch yoga videos, create soothing slideshows of images and music and even bliss out to Visible Earth images courtesy of NASA.
6. Travel smarter: Your lightweight, packable netbook can transform your traveling experience, whether you’re commuting across town or backpacking the globe. Use your netbook to vlog and blog about your journey; translate your blogs into other languages; help you convert currency; track the weather; collect, edit and upload photos; entertain you in airports, trains and buses.
7. Stay in the clouds: “Cloud computing” is a buzzword for what your mini does best: save money and time by using free online apps for everything you need-meaning you don’t need to buy, install or update a bunch of space- and memory-hogging applications on your computer itself. No matter what operating system you have, it’s easy to find free and low-cost streaming media and online apps. Use Google Docs to create and share spreadsheets, presentations, reports, forms and more; edit, store and share your photos online as well. Any time you need to transfer data to or from your mini, you can stream it, port it via removable SD cards or USB flash drives or plug in an external drive.

Von “knapp vorbei” kann da keine Rede mehr sein, ist sich die Web-Gemeinde einig. Die Empörung war noch innerhalb der ersten zwei Tage nach dem Launch der Seite so riesig, dass Dell zu einigen fixen Änderungen gezwungen war – und zu kleinlauten Entschuldigungen. Peinlich, peinlich. Dabei war und ist die Della-Site zwar ziemlich schlecht, aber noch lange nicht katastrophal.

Vor allem aber ist dieser Dell/Della-Fall ein ganz wichtiges Zeichen für alle Unternehmen: Die Zeiten, in denen eine misslungene Kampagne für Frauen sang- und klanglos in der Versenkung verschwindet, sind endgültig vorbei! Die Welt nimmt von jeder Blamage Notiz und ahndet sie gnadenlos.

Beispiele gefällig?
msnbc: Let’s market PCs like it’s 1959
cnet: Dell’s Della site for gals causes facepalmage
The New York Times Bits Blog: What Do Women Want in a Laptop?
und noch viel mehr Quellen und Blogs via Google auf Englisch und auf Deutsch

Interessanterweise regen sich Blogger beiderlei Geschlechts gleichermaßen auf. Auch das ist neu – und durchaus lesenswert.

Das alles ist natürlich kein Einzelfall, sondern in Deutschland sowie allen anderen Europäischen Ländern absolut an der Tagesordnung. Seit Jahren mache ich die Erfahrung, dass Unternehmen ihr Wissen über Konsumentinnen maßlos überschätzen.

Liebe Unternehmen und Entscheider: Fragt mich doch einfach, bevor Ihr Eurem Unternehmen, Eurem Ruf und Eurer Marke solch einen teuren und dauerhaften Schaden zufügt.

Barbie wird 50 Jahre alt. Zeit Barbie ein wenig neu zu denken


Angela Merkel als Barbie-Puppe

Es gibt jetzt eine Ehrenbarbie “Angela Merkel", allerdings in den üblichen Barbie-Maßen und mit pinker Barbie-Fahne. Kleine Mädchen sollen jetzt also auch Politiker zum Vorbild haben. Das ist löblich, aber wieso bitte immer noch eine Figur anstreben, die rein anatomisch nicht möglich ist? Mediziner haben herausgefunden, dass eine Frau mit Barbie-Proportionen unmöglich überleben kann. Ihre Taille ist so schmal, dass ihr das Atmen schwerfallen müsste, außerdem gibt es in ihrem Bauch zu wenig Platz für alle Organe, die ein Mensch zum Leben braucht. “Wäre Barbie ein Mensch, würde sie vorne über kippen.” Umso erstaunlicher, dass Barbie nun 50 Jahre alt wird. Zeit etwas zu ändern, Zeit Barbie neu zu denken.

Gabi Lück, thinknewgroup

Angela Merkel als Barbie-Puppe und Angela Merkel

Frito-Lays neue umfassende Marketing-Strategie


Lay's ClassicLay's LimónLay's Ranch

Lay’s Chips in unendlicher Sortenvielfalt, einschließlich “Limone” und “Ranch". Da möchte man doch fast fragen, wie eine Ranch schmeckt.

Manchmal ist es ja nicht so einfach. Da möchte ich ein Unternehmen eigentlich loben, weil es eine gute, konsequent geschlechtsspezifische Marketing-Strategie entwickelt hat, aber dann ist sein Produkt(sortiment) aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht lobenswert. Um so einen Fall handelt es sich auch bei dem US-amerikanischen Snack-Produzenten Frito-Lay, einem Tochterunternehmen von PepsiCo. Ich berichte trotzdem, wann immer es etwas zu lernen gibt (und ich Zeit zum Schreiben finde).

Heute erreichte mich wieder einmal ein richtig guter Artikel aus Indien, der ziemlich ausführlich über die neue Strategie von Frito-Lay in den USA berichtet. Die Snacks sollen nun besser an Frauen adressiert werden.

Man fand heraus, dass Frauen doppelt so viel snacken wie Männer, jedoch weniger Salzgebäck (und deutlich weniger Frito-Lay-Erzeugnisse). Demnach betragen nur 14% der von Frauen konsumierten Snacks Salziges. Dafür bestehen 25% ihrer Zwischen- oder Nebenher-Mahlzeiten aus Süßem, die restlichen 61% fassen Getränke, Obst und Gemüse zusammen. (Die Untersuchung wurde aller Wahrscheinlichkeit nach nur in den USA durchgeführt, allerdings dürften die Vorlieben auf andere westliche Länder übertragbar sein.) Weitere Untersuchungen von Frito-Lay und diversen Dienstleistern ergaben, dass Frauen ständig unter einem schlechten Gewissen leiden. Frühere Kampagnen haben jedoch gezeigt, dass die Vermittlung eines „sündenfreien“ Genusses keinesfalls dazu führt, dass Frauen sich besser, erleichtert, entlastet fühlen. So entschied man diesmal, den großen Bereich der Schuldgefühle mit großem Abstand zum umrunden.

Zuerst wurde eine neue Segmentierung beschlossen. Quer durch die vielen Frito-Lay-Marken (z. B. Doritos, Tostitos, Sunchips und viele andere) wurde erhoben, welche Back- und Geschmacksrichtungen überwiegend von Frauen oder Männern gekauft werden. Man stellte fest, dass Frauen gerne etwas Gesundes essen. Gemessen an den üblichen US-amerikanischen Gepflogenheiten und Gewohnheiten ist man bei Frito-Lay scheinbar tatsächlich davon überzeugt, dass die gebackenen - statt frittierten - Snacks gesund sind. So hat das Unternehmen keinen moralischen oder anderen Zweifel daran, diesen Pfad weiterzugehen.

Baked! - altes Packungsdesign Baked! - neues Packungsdesign

Aus Alt mach Neu, aus pseudo-neutral mach ansprechend für Frauen.

Diese gebackenen Extensions jedweder Marke wurden unter dem Dach Baked! zusammengefasst, behielten darunter aber den Markennamen und die Benennung der Geschmacksrichtung bei. Diese Baked!-Linie erhielt ein neues Verpackungsdesign. Diese Verpackungen sind ausdrücklich nicht girlish, also auch nicht rosa. Aber das ist noch lange nicht alles. Auch für den Handel hat man sich eine neue Strategie überlegt. So sollen alle Lay-Produkte für Frauen (darunter z. B. auch eine Popcorn-Linie) eine eigene Regal-Platzierung abseits des üblichen Snack-Regals erhalten, weil die Chips-Regale üblicherweise unorganisiert und wenig ansprechend auf Frauen wirken.

YoplaitGoldfishCoca Cola

Der große Renner in den USA: Packungsgrößen nicht nach Gewicht des Produkts, sondern der Esserin: 100 Kalorien pro Packung

DoritosSmartfood

Und Frito-Lay kann das natürlich auch. Nur das Packungsdesign wirkt nicht so dynamisch wie bei allen anderen.

Ach ja: Eine neue Verpackungsgröße gibt es auch gleich noch. In den USA kommen 100-Kalorien-Packungsgrößen gerade schwer in Mode. (Inzwischen gibt es sogar 100-Kalorien-Websites und 100-Kalorien-Blogs, auf denen 100-Kalorien-Packungsgrößen präsentiert werden.) Auch Frito-Lay hat hier das Passende für das gute Gefühl, sich gesund zu ernähren, zu bieten.


Frito-Lays neue Präsenterinnen im Trailer www.awomansworld.com

Und natürlich gibt es eine neue Kampagne. Der Trailer ist bereits zu sehen (siehe oben), weitere Folgen folgen ab März 2009. Die Mädels sind wie Frauen im richtigen Leben, natürlich nur ohne die üblichen Probleme, und sie sind Trickfilmfiguren. Aber sonst wie echte Frauen. Nur lustiger.

Wie verbreitet ist Gender Marketing inzwischen?


Garmins Pink Nüvi in der Werbekampagne zu Weihnachten 2007
Garmins Pink Nüvi in der Werbekampagne zu Weihnachten 2007: ein schönes Beispiel für schädliche Werbung für ein Produkt, das inzwischen aus gutem Grund vom Markt genommen wurde (Foto aus meiner persönlichen Sammlung)

Die vielleicht häufigste Frage, die mir gestellt wird, lautet: “Wie stark hat sich Gender Marketing inzwischen bei uns etabliert?” Mit “bei uns” ist in der Regel Deutschland oder der deutschsprachige Raum gemeint. Auf diese Frage möchte ich an dieser Stelle eine kurze Einschätzung geben.

Vor zwei Tagen berichtete die renommierte Journalistin Patricia Sellers in ihrem Blog auf der Fortune-Website von einem Business-Frühstück im obersten Stockwerk des General-Electric-Gebäudes im Rockefeller Center (New York, NY) unter dem Motto Marketing to Women in the Recession (Marketing für Frauen in der Rezession). Dieses Frühstück wurde von dem Medienunternehmen NBC Universal gesponsert und die Teilnehmer/innen entstammten große Unternehmen wie Coca Cola, Citigroup, CNBC und sicherlich viele ungenannte, die mit einem anderen Buchstaben des Alphabets beginnen.

Auch wenn die Autorin schreibt, dass das Thema sich schnell auf auf alle Konsumenten verallgemeinerte, können wir aus diesem kleinen Blogbeitrag viele Informationen ziehen:

  1. Marketing to Women ist in den USA inzwischen ein Zielgruppen-Marketing, deren Sinn niemand mehr anzweifelt. Durch die Konzerne ist es in der breiten Öffentlichkeit und damit im Alltag angekommen.
  2. Die großen Medienunternehmen haben sich des Themas angenommen. Wenn NBC Universal ein solches Frühstück sponsert, dann geschieht das für die Fortbildung seiner Werbekunden. Und indem diese Werbekunden geschlechtsspezifisches Marketing betreiben, findet es - unter anderem über die Medien - wiederum in die Öffentlichkeit.
  3. Der Bericht entstammt zwar “nur” einem Blog, doch immerhin einem Blog auf der Fortune-Website.
  4. Auch wenn die allgemeine Wirtschaftskrise derzeit alles andere dominiert (was am Finanzplatz New York auch wirklich nicht verwundern darf), so findet die Veranstaltung doch statt.
  5. Der Verdacht liegt nahe, dass die Referenten womöglich zu wenig Fachwissen bieten können, um eine Veranstaltung mit dem Titel Marketing für Frauen in der Rezession wirklich zu füllen. Sonst wäre sie thematisch nicht so stark abgeglitten, wie Sellers Blog-Eintrag den Eindruck erweckt.

Den ganzen Blog-Beitrag gibt es übrigens hier, aber Martha Barletta hat inhaltlich schon wesentlich Gehaltvolleres zum Marketing in der wirtschaftlichen Krise veröffentlicht.

Unternehmen
Natürlich gibt es auch “bei uns” Veranstaltungen, in denen Informationen zur - zumeist - weiblichen Zielgruppe vermittelt werden (und meistens bin da ja Referentin), aber an den meisten männlichen Entscheidern und den meisten Großunternehmen geht Geschlechtsspezifik als Wirtschaftsthema noch immer weit vorbei. Geschlecht gilt hierzulande noch sehr als Frauenthema. Nach Jahren der Beobachtung habe ich inzwischen verschiedene Hypothesen für Ursachen entwickelt, aber das ist eine andere Geschichte. Es wird noch Jahre brauchen, bis sich die Wahrnehmung gewandelt haben wird.

Über die Jahre habe ich in vielen Gesprächen erfahren müssen, dass auch so genannte Erfolgsstorys, die in ihren Branchen geradezu revolutionär waren oder sind, oft nur auf Zufälle zurückzuführen sind. Selbst wenn großartige Produkte entwickelt wurden, so wissen viele Unternehmen nicht, wie sie diesen Erfolg wiederholen können. Die Prinzipien des Gender Marketings passen nur selten mit den Gegebenheiten, Strukturen und Prozessen in Unternehmen zusammen. Die wenigsten sind in der Lage, gezielt für das weibliche Geschlecht zu entwickeln. Für Männer zu entwickeln ist viel leichter, weil es hierzu bereits viele Erkenntnisse aus der Vergangenheit gibt, aber auch, weil die meisten Produktentwickler und Entscheider Männer sind. Zwar vertun auch sie sich des öfteren, wenn sie von sich selbst auf andere schließen, doch ist die Kluft zu dieser Käufergruppe insgesamt geringer.

Forschung und Lehre
Die Komplexität von Gender Marketing stellt ein praktisches Problem dar. In einer Zeit, in der Menschen permanent overnewsed, but underinformed sind (frei übersetzt: überhäuft mit Nachrichten, aber zu wenig informiert), in der die Anforderungen an Mitarbeiter aus fast jeder Hierarchiestufe steigen, bleibt eigentlich keine Möglichkeit, sich selbst in eine Thematik einzuarbeiten, die sich noch weiter im Entstehen befindet. Es gibt kein einfachs Modell, keine kurzen Antworten oder leichte Lösungen. Stattdessen sind enorm viele Dinge zu bedenken und zu wissen. Jeden Tag erreichen uns unzählige neue Untersuchungsergebnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen, von der Medizin bis zur Werbewirkungsbefragung über bewusstes und unbewusstes Verhalten von Frauen und Männern. Ein erschreckend großer Teil dieser vermeintlichen Erkenntnisse ist methodologisch unsauber und daher nicht verwertbar, was aber nur wenige davon abhält, sie zu verbreiten. Die Fülle der Veröffentlichungen muss erfasst, gelesen, verstanden und beurteilt werden, bevor sie auch nur eventuell zu einer These für das Marketing verarbeitet werden kann, die dann noch geprüft und gegebenenfalls verändert oder verworfen werden muss. Eigentlich wäre das eine klassische Aufgabe für Universitäten, doch bis heute gibt es keinen diesbezüglichen Lehrstuhl, jedenfalls nicht “bei uns". Student/inn/en, die Arbeiten zu dem Thema schreiben wollen, haben oft Schwierigkeiten, Professoren dafür zu finden, werden an ihren Instituten häufig weder ernst genommen, noch unterstützt.

Dienstleister und Berater
Bislang haben sich “bei uns” nur wenige Berater in diesem Bereich versucht. Die meisten haben inzwischen aufgeben müssen. In den USA dagegen blüht die Beraterszene. Die meisten Frauenversteher sind weiblich. Genauso wenig, wie Männer Frauen verstehen, verstehen Frauen oft die Männer. Aus diesem Verständnismangel gibt es in den USA fast nur Marketing to Women. Erst neuerdings versuchen sich die allerersten Berater an Marketing to Men.

Es erstaunt auf den ersten Blick schon, dass ausgerechnet Länder wie Indien und einige aus der arabischen Liga seit einiger Zeit regelmäßig von sich reden machen. Die Presse aus diesen Ländern berichtet immer wieder von interessanten Marketing-Ansätzen, die sich an Frauen richten. Es erscheint erstaunlich, weil diese Länder uns insgesamt noch so rückständig erscheinen. Doch wenn man bedenkt, dass diese Länder auf ihrem Weg in die (westlich geprägte) Moderne diverse Marketing-Generationen überspringen müssen, dann landen sie eben - von so genannten Traditionen und Gewohnheiten völlig unvorbelastet - einige Schritte vor uns und damit deutlich näher an den USA. Im Übrigen kommen aus diesen emerging markets deutlich häufiger interessante Ansätze als aus den skandinavischen Ländern, die in Deutschland zu Unrecht als besonders fortschrittlich im Gender Marketing gelten (daran ist nur eine unbelegte Behauptung in Wikipedia schuld).

Kommunikation und Werbung
Die allermeisten Bewegungen sind in der Werbung zu sehen. Aber nur wenige Agenturen arbeiten so gut wie beispielsweise in dem aktuellen IKEA-Spot für Pax:

Die meisten Werbe- und sonstigen Kommunikationsagenturen überschätzen ihre Kenntnisse hinsichtlich der Kommunikation mit der weiblichen Zielgruppe bei weitem. Das ist doppeltes Pech für die Unternehmen, die sich für die weibliche Zielgruppe entscheiden und klug genug sind, um sich Know-how ins Haus zu holen. Sie wollen es richtig machen, allerdings fehlt ihnen selbst das Wissen. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie nicht nachprüfen können, ob die vermeintlichen Experten auch wirklich wissen, was sie tun. Zu oft erweisen sich teuer eingekaufte Kampagnen nicht nur als unnütz, sondern auch als schädlich für das Unternehmen und die Marke.

Was den Agenturen allerdings nicht anzulasten ist, sind unverständige Werbeleiter und ihre Kollegen, die besser beraten werden, aber selbst fleißig ihre persönlichen Stereotypen pflegen. Auch das passiert.

Die Medien
In Deutschland nehme ich in den Medien ein schwankendes Interesse wahr. Die mediale Berichterstattung zum Gender Marketing oder auch nur zum Marketing für Frauen hat innerhalb des letzten Jahres stark abgenommen. Bis heute ist das geschlechtsspezifische Marketing weder in den klasseischen Wirtschaftsmedien (ausgenommen die löbliche FTD), noch im größten Teil der Fachpresse angekommen. Selbst sonst recht innovative Publikationen, die ich an dieser Stelle nicht beim Namen nennen möchte, halten das “für kein Thema". Die mangelnde Behandlung in den Medien ist keinesfalls nur der aktuellen Wirtschaftskrise geschuldet. Fakt aber ist: Ein Thema findet heute nur durch eine starke mediale Präsenz eine breite Öffentlichkeit. Manager haben oder nehmen sich nur sehr, sehr selten die Zeit, neue Themen gezielt zu suchen und zu studieren. Um sie zu erreichen, muss die Luft schon sehr mit Gender Marketing geschwängert sein. Nun, ich arbeite weiterhin daran.

Publikationen
Als ich an meinem ersten Buch Der Kunde ist weiblich arbeitete, war die Anzahl der Publikationen zum geschlechtsspezifischen Marketing noch sehr übersichtlich. Auch die Berichterstattung hielt sich in überschaubaren Grenzen. Das hat sich gründlich geändert. Es ist - wie ich schon sagte - nicht gerade der deutsche Sprachraum, der sich hervortut. Doch global betrachtet, ist die Flut an täglichen Veröffentlichungen nicht mehr zu bewältigen. Ein vollständiger Scan der täglichen internationalen Berichterstattungen ist undenkbar geworden. Das System, das ich mir bereits vor Jahren eingerichtet habe, um über Artikel und Bücher zu verschiedenen Mann/Frau-Themen auf dem Laufenden zu bleiben, funktioniert noch immer recht gut, aber meinen Umgang mit seinen Ergebnissen musste ich inzwischen radikal verändern.
Auch wurden in den letzten Jahren viele Bücher geschrieben, einige zum Marketing, viele zu anderen geschlechtsspezifischen Forschungsergebnissen und Metastudien. Alle, von denen ich weiß, stammen aus dem englischsprachigen Raum. Momentan stapeln sich mehr als 20 Bücher auf meinem Schreibtisch, die ich dringend lesen will. Und neue werden in den nächsten Tagen zusätzlich geliefert.

Österreich
Österreich liegt - nach meinem Erleben - deutlich vor Deutschland. In Österreich werden die Bemühungen um die Gleichstellung der Geschlechter im vollen Licht der Öffentlichkeit vorangetrieben. Medien berichten reichlich über Gender-Mainstreaming-Maßnahmen, die Politiker unterschiedlichster Ressorts tragen viel dazu bei. Das alles trägt stark dazu bei, “Geschlecht” als allgegenwärtiges Thema sichtbar zu machen, was dazu führt, dass die Bevölkerung es verinnerlicht und sich ihre Wahrnehmung automatisch verfeinert.

Ausblick
Es bewegt sich einiges. Das Interesse erwacht auch “bei uns". Aber wir haben noch einige Jahre in der Bewusstseinsentwicklung vor uns. Ich bin sehr zuversichtlich, doch ich fürchte auch die großen Qualitätsmängel, die mit der Durchsetzung des Gender Marketing vielerorts einher gehen werden. Ich verspreche, weiterhin mein bestes tun, dem etwas entgegen zu setzen.

3.11.2008 Diana Jaffé

Shebas unnötige Kleinigkeiten


Shebas aktuelle Kampagne. Klicken Sie auf das Bild für eine Großansicht.
Bitte klicken Sie auf das Bild für eine Vergrößerung.

Es sind oft nur Kleinigkeiten, die unnötig irritieren.

Ob einem das Layout und das fantasy-feenartige Bild gefallen, muss jede/r Betrachter/in für sich entscheiden. Unstrittig ist wohl, dass Sheba mit diesem Werbeauftritt darauf aus ist, vor allem Katzenbesitzerinnen anzusprechen. Warum also fällt keinem der Verantwortlichen aus Unternehmen oder Agentur auf, dass die Anrede als Standardeinstellung „Herr“ zeigt? Darüber stolpert garantiert jede Userin, die tatsächlich eine Probepackung anfordern möchte.

Böse Absicht? Natürlich nicht. Nur die übliche Gedankenlosigkeit von Unternehmen und Werbern.

Oder um den großen David Ogilvy zu zitieren:
„The consumer isn’t a moron; she is your wife.“

Frauenmagazine boomen als Print, Online und als Kombi


Kaum hat sich der Burda-Verlag in den USA am Frauennetzwerk Glam Inc beteiligt, können wir feststellen, dass es sich um eine allgemeine Entwicklung zu handeln scheint. Überall sprießen neue Presse-Angebote für Frauen aus dem Boden, manche mit bekannten, andere mit neuen Konzepten.

Gesucht: Sportsfreundin
Gelungene Zeitschrift mit vielen neuen Konzepten: Gesucht: Sportsfreundin

Zu den neuen Konzepten gehört mit Sicherheit Gesucht: Sportsfreundin. Der Schwerpunkt diese Publikation liegt auf der gedruckten Zeitschrift, die kostenlos im Sportfachhandel erhältlich ist. Die Website dient flankierend der Absicht, Frauen die Möglichkeit zu geben, eine Sportpartnerin in ihrer Umgebung zu finden und befindet sich noch im Aufbau. Besonders bemerkenswert sind die neuen Konzepte der Macherinnen, die zweifellos eine neue Generation der Informationsaufbereitung und -präsentation für die sportliche und gebildete Frau von heute einläuten. Die verwendete Sprache ist in der Januar-Februar-2008-Ausgabe ein Genuss. Ich empfehle dringend die Besorgung der aktuellen Ausgabe.

Ein anderes, ebenfalls von einem kleinen Verlag initiiertes Magazin ist mag-pearl.de, das allerdings zu den reinen Online-Magazinen gehört. Ein kurzer Blick genügt, denn es gibt noch nicht viel zu lesen. Die Navigation lässt allerdings auch nicht viel mehr Inhalte zu. Kommt man als Userin nicht auf die Idee, dass man wie in einer Zeitschrift (linear!) blättern soll, dann verschwimmen die wenigen Artikeln ganz fix. Die Inhalte sind konventionell wie für einen Großteil der Frauenzeitschriften üblich und bieten der etwas anspruchsvolleren Leserin kein Futter. Dafür soll künftig auch hier das Web 2.0 und damit die Arbeit von Leserinnen Einzug halten. Warum also bringe ich dieses Magazin überhaupt zur Sprache?

Es ist das erste Mal, dass ich Werbung von Mercedes Benz in einem Frauenmagazin sehe!

Werbebanner von Merceds Benz auf mag-pearl.de
Mercedes Benz wirbt per Banner auf mag-pearl.de

Gut, es handelt sich zwar nur um ein Banner auf der Einstiegsseite, aber das ist doch auffällig genug. Natürlich handelt es sich nicht um eines der sportlicheren Modelle, sondern um den Kombi der C-Klasse (Mütter aufgepasst!). Doch werden wir hiermit vielleicht Zeuginnen und Zeugen einer neuen Werbeära? Werden wir bald endlich wieder Fahrerinnen sehen können, statt der ewigen Beifahrerinnen? Ich jedenfalls halte meine Augen offen.

Übrigens brauchen Sie nicht auf den Mercedes-Link zu klicken. Die Microsite, auf die das Werbebanner von Merceds führt, vermeidet wie üblich, sich an Frauen zu richten.

“The “girls rule” trend in content creation”


Glitter Graphics

Für die Kreation von solchen “Kunstwerken” haben Mädchen angeblich mehr Geduld als Jungen. Aber sicherlich auch mehr Interesse, und nicht nur daran.

Unter den 12- bis 17-jährigen Internet-Nutzern sind Mädchen inzwischen die deutlich aktiveren, zumindest wenn es um die Kreation von Web-Inhalten geht. Die New York Times widmete dieser Erkenntnis gestern einen Artikel, in dem auch die Studie des Pew Internet & American Life Project zitiert wird. Demnach bloggen 35% der Mädchen in dieser Altersgruppe, aber nur 20% der Jungen. Auch in der Gestaltung einer eigenen Website haben Mädchen, zumindest in den USA, die Nase vorne (32% der Mädchen, 22% der Jungen). Allerdings werden mehr Videos von Jungen veröffentlicht.

Besonders interessant an diesem NYT-Artikel ist aber die Feststellung, wie unterschiedlich die Interessen, aber auch die kommunikativen, wie auch kreativen Bedürfnisse und Fähigkeiten von Mädchen und Jungen sind.

Ich stimme Pat Gills Erklärungsversuch für die Verschiedenartigkeit der Selbstpräsentationen nicht zu. Die Direktorin des Institute for Communications Research und assoziierte Professorin für die Gender and Women’s Studies an der University of Illinois schreibt das unterschiedliche Verhalten einmal mehr der Erziehung zu. So würden Mädchen schon sehr früh lernen, ein Objekt zu sein und würden sich später entsprechend im Internet präsentieren.

Glitter Graphics

Dagegen überzeugt mich das zitierte Ergebnis einer Untersuchung des Berkman Center for Internet & Society an der Harvard Law School, viel mehr. Demnach nutzen Mädchen und junge Frauen das Internet als eine neue Ausdrucksform für die eigene Persönlichkeit. Die eigene Website, so John Palfrey, Geschäftsführer des Berkman Centers, sei zu vergleichen mit der Auswahl der Bekleidung. Aus demselben Grund würden die Mädchen so eifersüchtig darüber wachen, ob von ihren Websites Elemente geklaut werden. So kommt es gelegentlich zu Warnungen wie „hotlink and die“ (hotlink bedeutet die Einbindung fremder Bilder auf die eigene Website).

Übrigens lohnen sich die Aktivitäten der Mädchen bereits in mehrfacher Hinsicht. Einige von Ihnen erhalten Werbegelder von Unternehmen für die Nennung in ihren Podcasts, was genauso funktioniert wie die Werbung in der Anfangszeit des Radios. Im Januar habe ich auf einem Vortrag von Alexander Wunschel gelernt, dass Podcasts von Frauen bzw. mit Frauenstimmen sehr viel öfter gehört werden als Podcasts von Männern. Diesen Umstand machen sich viele zunutze, darunter auch Spiegel Online mit Ehrensenf.

Glitter Graphics

Und für alle, die etwas mehr über die aktuelle Web-Glitter-Mode erfahren wollen, die starten am besten bei Google oder zum Beispiel direkt bei Glitterbank. Wenn Sie allerdings denken, dass dies schon der Gipfel ist, dann habe ich noch etwas für Sie, das alles toppt: Es gibt auch eine albanische Website, die Glitter-Bilder für die Unabhängigkeit des Kosovo zum Download bereitstellt. Leider bringt diese Website meinen Browser zum Absturz, weswegen ich sie an dieser Stelle nicht zu verlinken wage. Auf jeden Fall gibt es mehr zwischen Himmel und Erde…

Nirve pimpt auch Fahrradreifen


Hello-Kitty-ReifenHawaiianisches Blümchen-Profil
Fahrradreifen der neuen Generation von Nirve

Der kalifornische Fahrrad-Hersteller Nirve baut nicht nur coole Cruising-Räder für Frauen und Männer, sondern hat natürlich auch das volle Zusatzprogramm im Angebot. Aber die Fahrradreifen mit hawaiianischen Blumen oder gar im Hello-Kitty-Profil stellen alles bisher Gesehene definitiv in den Schatten.

Hugo und die Chromosomen


Die neuen Parfums von Hugo für Sie und Ihn
Die neuen Parfums von Hugo Boss, benannt nach dem chromosomalen Unterschied

Hugo Boss hat für die jüngere Linie Hugo zwei neue Duftwasser für die Dame und den Herren auf den Markt gebracht, bei denen die Bezeichnung unsere besondere Aufmerksamkeit verdient. Offensichtlich wollten die Verantwortlichen von den üblichen Klassifikationen Woman/Donna bzw. Man/Uomo etc. absehen.

In der aktuellen Geschlechterdiskussion wird am Rande auch immer mal wieder über die Definition von “Geschlecht” und ihre Zusammensetzung diskutiert. Wer mich kennt oder schon einmal einen Vortrag von mir gehört hat weiß, dass die so genannten gängigen Definitionen für meinen Geschmack viel zu häufig einer Ideologie gleichen.

Das Geschlecht zu definieren ist keine einfache Sache, immerhin stehen uns ungemein viele Betrachtungsebenen zur Verfügung, von denen die meisten gerne unterschlagen werden. Da haben wir mindestens

  • das chromosomale Geschlecht, zuweilen unpräzise auch als genetisches Geschlecht bezeichnet (XX bzw. XY auf dem 23. Chromosomenpaar)
  • das genitale Geschlecht
  • das gonadische oder hormonelle Geschlecht
  • das soziale Geschlecht, aber auch
  • das kulturelle Geschlecht sowie
  • ein immenser, noch kaum erforschter Einfluss durch Bildung

Es ist also alles gar nicht so simpel, trivial oder gar banal.

Boss hat sich für die neuen Hugo-Parfums ganz zeitgemäß für das chromosomale Geschlecht als Bezeichnung entschieden. Das fällt auf, setzt Zeichen. Mir gefällt es, sogar ausgesprochen gut. Aber ich weiß auch, dass sich manche Menschen womöglich dadurch ausgeschlossen fühlen. Die Natur leistet sich viele Variationen, auch beim Geschlecht. Geschlecht ist nicht für alle Menschen eine eindeutige Klassifizierung, immerhin gibt es XX-Männer und XY-Frauen, inter, und transsexuelle Menschen sowie weitere Varianten. In diversen Gesprächen konnte ich in der Vergangenheit lernen, dass Menschen sich auf Grund von Produkten und Kampagnen ausgeschlossen fühlen. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, sich auch bei scheinbar alltäglichen Marketing-Entscheidungen stets zu verallgegenwärtigen, wie man Menschen einschließt, nicht aussperrt.

Nochmals: Mir gefällt die Hugo-Parfum-Bezeichnung professionell und persönlich sehr gut. Klassifizierungen wie in diesem Fall sind in aller Regel durchaus sinnvoll und erscheinen oft sogar unvermeidbar. Wir Marketing-Verantwortlichen sollten uns aber dennoch immer bewusst sein, dass zu jeder Norm auch die Deviation gehört. Und wann immer es sich um Menschen handelt, sollten wir uns mit Ihnen ernsthaft und respektvoll auseinandersetzen.

23.8.2007 Diana Jaffé

Spiele für Wii & Co.


Ubisoft-Logo

Natürlich muss es für die Spielekonsolen auch Spiele geben. Und so innovativ die Technik ist, so innovativ müssen die Spiel-Konzepte für die vollständige Ausnutzung der technischen Spielmöglichkeiten sein. Ubisoft stellt auf seiner heutigen Pressekonferenz (PK) die Gedanken hinter dem Ansatz “Spiele für mich” vor. Hier wird klar kommuniziert, dass die Spiele-Genres um neue Spiel-Prinzipien ergänzt werden sollen.
Hier (Teil 2 der PK) der betreffende Aussschnitt der PK (größtenteils auf Englisch).

Aktuell sind alle erdenklichen Tierspiele für junge Mädchen sehr beliebt (bei Entwicklern und Spielerinnen gleichermaßen), die Auswahl wächst und wächst. Wie immer, in allen Branchen, wollen alle einen Teil desselben Kuchens. Dies und mehr gibt es hier (Teil 3 der PK).

PS: Was ich besonders bemerkenswert finde ist die Qualität der Figuren bei dem gezeigten Reiterhof-Spiel. Sie bewegen sich so hölzern und die Mimik ist so gering, dass selbst die Figuren aus den japanischen Trickfilmen aus den 1970-ern wie Heidi, Wicki und Captain Future geradezu realistisch dagegen wirken. Das mag für junge Mädchen eine Zeit lang reichen, aber gewiss nicht lange. Da wir heute wissen, dass schon neugeborene Mädchen bevorzugt Gesichter anschauen, während Jungen, die auch gerade einen Tag alt sind, bevorzugt auf Gegenstände reagieren, und dies sich im ganzen Leben fortsetzt, ist die Informationsvermittlung über körperliche Merkmale gerade in den Spielen wichtig, die auch von Mädchen bzw. Frauen gespielt - und insbesondere gekauft! - werden sollen.

Das “Wir” gewinnt


Sonys Playstations für das weibliche Geschlecht
Sonys Neuigkeiten für Spielerinnen auf der Games Convention 2006

Alle Jahre wieder beschert uns die Games Convention in Leipzig neue digitale Spiele. Nun ist es wieder soweit und ich frage mich, was wir ab morgen wieder zu sehen bekommen. Im letzten Jahr waren vornehmlich rosa Spielkonsolen bemerkenswert, soweit es um die weibliche Zielgruppe ging.

Ich kann leider nicht hellsehen, aber es ist inzwischen unüberhörbar, dass es den Spiele-Herstellern an Konzepten für Spielerinnen mangelt. Dabei hat Nintendo einen revolutionären Ansatz gefunden. Seit Ende des letzten Jahres ist Nintendo Wii auf dem Markt. Seither sind Computerspiele nicht länger das Feld vermeintlich einsamer, männlicher, unattraktiver junger Männer, sondern eine durchaus sportliche Betätigung für Familien und Freunde - einschließlich Frauen und Mädchen.


Jetzt geht Nintendo noch einen - sehr bemerkenswerten - Schritt weiter. Ganz frisch ist das Wii Balance Board (mehr Details zur Funktionsweise gibt es bei dieser Präsentation):


Und es gibt ganz sicher noch viele andere Konzepte für viel mehr Spiel-Systeme und Spiele-Genres. Die Voraussetzung dafür ist primär das Verständnis der Zielgruppe.

Hornbach: Nur das Projekt zählt


Held des Projekts: Trümmerfrau
Hornbachs neue Kampagne: Held des Projekts

Hornbach wirbt nun mittels einer Diversity-Kampagne. Jetzt ist es egal, welches Alter, welche Nationalität, welches Handycap, welche Religion oder sexuelle Orientierung man hat. Es zählt einzig das Projekt.

Die Kampagne der Agentur Heimat ist wirklich schön geraten, aber ich finde ja fast immer etwas anzumäkeln. Ich meine, außer der Trümmerfrau hätte bei insgesamt sechs Motiven schon noch ein “Frauenmotiv” anfallen können, immerhin ist es ja nun wirklich kein Geheimnis mehr, dass die deutliche Mehrzahl von Männern keine Bohrmaschine mehr ohne Rücksprache mit dem Weibe kauft. Oder ist es doch noch nicht so bekannt?

Und meine zweite Mäkeligkeit bezieht sich auf den Kern der Kampagne: Wenn ich einen Gedanken mehr denke, dann ist es wirklich nett, dass ich zwar sein kann, wie ich bin (jedenfalls hinsichtlich Nationalität, Alter, sexueller Orientierung, Religion, Schönheitsgrad, Alter und Geschlecht), aber wenn es doch nur zweitrangig ist und das Projekt, also ein Ding, alles ist, was zählt… dann komme ich zu dem Schluss, dass es doch nur eine weitere Kampagne für Männer ist.

Bico weiß, wovon Menschen träumen


Bico of Switzerland
Die aufgeschnittene Matratze – fast schon ein Markenzeichen von Bico.

Der Schweizer Matratzenspezialist Bico, normalerweise eher für unspektakuläre Bilder bekannt (s. o.), hat sich für eine neue Werbekampagne entschieden, wie die Online-Ausgabe der Schweizer Marketing-Zeitschrift Persönlich am 05.03.07 berichtete. Inzwischen wurden bereits zwei Spots der langfristig geplanten Kampagne umgesetzt, wobei Persönlich bedauerlicherweise nur einen zeigt.

Der Hintergrund des Spots laut Persönlich: “Im ersten Spot träumt sich eine rundum sympathische Schweizer Hausfrau an einen fernen Traumstrand (…).”

Schauen Sie selbst! Was denken Sie?

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Ich finde den Spot entzückend, doch ohne die vorhergehende Info könnte man ihn auch durchaus missverstehen. Und dann wäre das Ganze womöglich eher kontraproduktiv.

Mein Dank für den Hinweis auf diese Kampagne sowie für die anschließende Diskussion geht an Mirjam und Pauline. Mein Fazit daraus: Es gibt wahrscheinlich eine Menge Frauen, die sich über Spots wie diese zu Recht aufregen. Das Problem sind allerdings nicht immer die Spots selbst, sondern die Tatsache, dass sie nicht in eine Fülle von unterschiedlichen Frauen-Werbebildern eingebettet sind. Vielmehr gibt es fast nur solche Bilder, die von vielen Frauen als Herabwürdigung im Sinne einer extrem verengten (männlichen) Sicht, also als ein sogar noch verdichtetes Stereotyp empfunden werden.

Hier können Sie den Spot übrigens herunterladen.

Bei 3 kriegen Frauen mehr


Logo DreiSonderaktion beim Österreichischen Mobilfunkprovider 3
3 bietet noch bis Ende März 2007 ein besonderes Angebot für Neukundinnen

Mein heutiger Dank geht an Katrin-Sophie Dworczak. Sie machte mich auf das aktuelle Sonderangebot des Österreichischen Mobilfunkproviders 3 aufmerksam. Bereits vor einem Monat berichtete die Online-Ausgabe des Österreichischen Standard darüber, dass Frauen bei Vertragsabschluss bis Ende März 2007 zwei Jahre lang 25% mehr Gratisleistungen bei Tarifpaketen in Anspruch nehmen können. Und noch besser ist, dass derstandard.at uns auch die Werbespots dazu bietet:
Spot 1
Spot 2
Spot 3

Was denken Sie darüber? Machen Sie sich doch selbst ein Bild, bevor Sie weiterlesen!

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Kleine Analyse:

Die Kampagne benutzt die klassische Technik der kognitiven Dissonanz. Sie greift vermeintlich typische Frauenthemen auf und macht sie auffällig, indem die Gesprächsthemen in einen anderen Kontext (Männergespräche) gesetzt werden. Durch die Erzeugung einer gewissen Irritation durch den Widerspruch soll die Aufmerksamkeit der Zuschauerin bzw. des Zuschauers erhöht werden. Das ist ein netter Ansatz, aber meines Erachtens nur eingeschränkt originell. Interessant finde ich, dass sich einmal mehr zeigt, was die Werber für typische Frauengespräche halten. Einmal mehr werden Frauen auf tränenreiche Vorabendserien, Schuhkauf und Liebesdinge reduziert. Klar gehören diese Themen mehr oder weniger auch zu unserem Leben. Aber eben nicht nur. Und sie sind auch ganz sicher nicht aussagekräftig im Hinblick auf unsere Themenbreite.

Spannend finde ich übrigens auch immer, was nicht gesagt oder gezeigt wird. Bei dieser Aktion ist es das – sonst zweifellos häufig überstrapazierte – Wort „Kommunikation“. Hier heißt es schlicht: „Weil Frauen mehr zu sagen haben.“ Hmmm… die haben sich eine Menge Mühe gegeben, es möglichst wertfrei klingen zu lassen.

Ist Ihnen aufgefallen, welches Handy 3 dazu anbietet? Es ist das Nokia 3790 (WOW: 3 Megapixel-Kamera!) in… – tätä! – „powder pink“. Das Gerät gibt es auch in “bronze black", nicht jedoch zum beworbenen Sonderangebot. Das spannendste ist jedoch, dass dieses Gerät eine maximale Sprechzeit von nur 3 Stunden hat. Dann ist der Akku leer. Wozu nützt bei einem solchen Tarif, dass dieses Handy 220 Stunden Standby schafft? Wenn ich einen Telefontarif habe, bei dem ich viel und lange kostenlos telefonieren könnte, ihn aber wegen der begrenzten Akkuleistung nicht so ausgiebig nutzen kann, wie er mir angepriesen wird – ist das schön?

Üüübrigens: In Deutschland gibt es ja neuerdings das Gleichstellungsgesetz. Und auch Österreich war verpflichtet, die 2004 verabschiedete EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern in Landesrecht umzusetzen. Daraus ergibt sich für mich die Frage (ohne jemanden auf dumme Gedanken bringen zu wollen): Darf 3 das überhaupt?

Dove ist Pro - nicht Anti


Dove Pro-Age
Eine neue Farbe bei Dove: Braun steht “für Alter".

Dove weiß uns - obwohl wir schon viele hervorragende Kommunikationsmaßnahmen kennen und schätzen - auch weiterhin angenehm zu überraschen. Unilever hat, zeitgleich in Deutschland und in den USA, eine Produktlinie speziell für Frauen in der Menopause auf den Markt gebracht. (Das mit der Menopause wird bei uns nicht so deutlich thematisiert wie im Heimatland.) Und der Name: Pro-Age. Schön gemacht!

Mehr dazu hier: MarketingDaily.
(Ich kann wirklich kaum glauben, dass die gesamte Real-Women-Kampagne erst 2 Jahre alt ist!)

Wer kauft die Weihnachtsgeschenke?


Braun Pulsonic Werbebanner Einstellung 1 Braun Pulsonic Werbebanner Einstellung 2 Braun Pulsonic Microsite - größer
Braun: Werbebanner für die Zielgruppe “Frau mit Partner", Produktinformationen für Männer

Es weihnachtet wieder einmal und die Schenkenden werden rechtzeitig mit freundlichen Hinweisen bedacht. Aus Gender-Marketing-Gesichtspunkten gut gemacht ist das Werbebanner von Braun für den Herrenrasierer Pulsonic.

Das Gerät selbst ist in Konzept und Design maskulin, der Name strahlt Technik aus. Doch für Kaufentscheidungen im so genannten Kleinelektro-Bereich sind Frauen zu über 70% zuständig. Dazu kommt die Verantwortlichkeit der Frauen für Geschenke. Und Weihnachten ist ein guter Anlass für Geschenke. Was also liegt näher, als zu genau diesem Zeitpunkt dieses Gerät bei Frauen zu bewerben? Richtig: nichts. Da ist es nur ein praktischer Benefit, Mehrwert, Zusatznutzen, dass die Entscheiderin mit einem Braun-Lockenstab für ihre gute Wahl belohnt wird, nicht wahr?

Auf jeden Fall führt die Bannerwerbung zu einer zwischengeschalteten Microsite für die Sonderaktion. Wünscht die Entscheiderin allerdings Produkt- oder weitere Informationen, wird sie auf die Produktwebsite weitergeleitet, die wiederum für Männer konzipiert ist. Schade, dass diese Stelle noch inkonsistent ist. Besser wäre die Erweiterung der Microsite um Produktinformationen und Bezugsquellen unter Beachtung weiblicher Sprache und entsprechendem Design gewesen. Mit einer konsistenten Microsite hätten sich - über die werblichen Ziele hinaus - auch weitere Zusatznutzen etablieren lassen, beispielsweise für die Datenerhebung und die Customer Relations. Nächstes Mal…

Ist das smart?


Sonderedition: Smart in Pink
Die Franzosen hielten im Dezember 2005 eine Pink-Edition für nötig

Aber sind die smart-Designer im Stammsitz schlauer als die Franzosen? Am 9. November wird der Modellnachfolger des Fortwo vorgestellt. Wie er aussehen wird? Spiegel online zitiert den Chefdesigner bei Smart, Hartmut Sinkwitz, so: “(…) Die Zeiten von Kindchenschema, Streicheleffekt und Knutschkugel sind passé.” Weiter heißt es im selben Artikel: “Wenn das Auto im nächsten März auf die Straßen komme, werde es ein sehr viel “maskulinerer” Smart sein.”

Demnach sind Kindchenschema und alles Niedliche weiblich? Was soll ich dazu noch sagen? Wie sicher sind die smart-Strategen bei der Kenntnis der Bedürfnisse von Autofahrerinnen und Autofahrern? Manchmal wohl etwas zu sicher, wie die Einstellung diverser Modelle in jüngerer Vergangenheit sowie die Schließung der smart GmbH zum 31.12.2006 beweist.

1. Frauen Finanz Kongress


Logo: 1. Frauen Finanz Kongress
Simplify And Enjoy Your Finances!

Am 24. und 25. November 2006, also an einem Freitag und Samstag, findet in Frankfurt der <1. Frauen Finanz Kongress statt. Er richtet sich an Frauen, die verstanden haben, dass ihre Finanzen - und dabei insbesondere der Aufbau von eigenem Vermögen - mehr Aufmerksamkeit und Engagement erfordert als bisher.

Der Untertitel und das Programm zeigen, wohin die Reise geht: Stellen Finanzfragen bis heute für die meisten Frauen ein ungeliebtes Sujet dar, wollen die Veranstalter beweisen, dass der Vermögensaufbau bereits mit geringem Aufwand Freude und Entspannung bringt. Und so verwundert es nicht, dass das Rahmenprogramm dieser Veranstaltung viel mit der Erzeugung von Wohlgefühl zu tun hat.

Übrigens ist die Initiatorin niemand Geringeres als Dorette Segschneider. Bereits seit Anfang der 1990-er Jahre setzt sich die Moderatorin der 3satBörse für die “Emanzipation der Frauen in Finanzfragen” (meine Formulierung!) ein. Sie ist Autorin von Geld macht doch glücklich! Der Finanzfahrplan für Frauen und weiteren Büchern mit Finanztipps.

L’Oreal: Ohne die Damen pflegen sich die Herren nicht?


Kopfzeile auf der Website von L'Oreal men expert
Die Kopfzeile auf der Website von L’Oreal men expert beweist auf eindrucksvolle Weise die Fach- und Kund/inn/enkenntnis der L’Oreal-Marketer

Ich freue mich wahrlich sehr über das ausgezeichnete Konzept der Website für L’Oreal men expert. Hier ist alles zu finden, was für die erfolgreiche Kommunikation an Frauen und Männer auf dem - noch - komplizierten Sektor der Pflege für Herren nötig ist. Alles zu analysieren wäre sehr umfangreich und vielleicht auch nicht ganz fair im Sinne der Erfinder. Daher möchte ich nur einige kurze Worte zur oben gezeigten Kopfzeile der Website verlautbaren:

  1. Der Markenname “men expert” ist großartig, denn er greift Expertentum im Sinne der Spezialisierung auf, was eine wichtige Komponente im männlichen Denken darstellt.
  2. Der Claim Beste Technologien für die Haut jedes Mannes ist gleich zweifach gut:
    Erstens greift er die männliche Technikliebe auf und transferiert sie auf dieses zwar artfremde Gebiet, was jedoch keineswegs hinderlich wirkt. Eher wird eine präzise Positionierung inklusive aller nötigen Abgrenzung gegen Wettbewerber bewirkt.
    Zweitens wird jeder Mann eingeschlossen. Das ist nicht nur gut im Sinne der Zielgruppenmaximierung, sondern greift auch ein tiefes Bedürfnis von Männern auf: die Zugehörigkeit zu einer großen Gemeinschaft (die Fachliteratur spricht an dieser Stelle zuweilen auch von der Horde).
  3. Und zu alledem wird die Komponente Frau (ebenfalls) auf dreifache Weise eingebracht:
    Erstens muss der Pflegeaufwand sinnvoll motiviert werden. Es ist nachgewiesen, dass gutes Aussehen - bei Männern genauso wie bei Frauen - den beruflichen und gesellschaftlichen Erfolg begünstigt. Darüber hinaus spielt die Erhöhung der eigenen Chancen auf dem Partnermarkt natürlich eine unbestritten große Rolle.
    Zweitens spricht der “Stempel” Geprüft von uns Frauen ganz deutlich die Partnerinnen als langjährige Kundinnen und Kaufentscheiderinnen in den Haushalten an.
    Drittens wird auch hier mit von uns eine Gemeinschaft hergestellt, die allerdings gekonnt jeglichen Hinweises auf die Gruppengröße entbehrt.
    Und beinahe hätte ich noch vergessen, auf die weibliche Silhouette in diesem “Stempel” hinzuweisen, deren Körperhaltung ein gesundes “Standing” auf vielen verschiedenen Ebenen vermittelt…

Meisterlich. Einfach hervorragend!

Gut gemeint oder gut gemacht? Kalender soll Frauen in die IT-Branche ziehen


Ein Motiv aus dem Kalender IT-Goddess
Ein Motiv aus dem Kalender namens IT-Goddess

Eine schöne Idee war der Anfang: Eine weibliche Führungskraft aus einem australischen IT-Unternehmen wollte mehr Frauen auf die spannenden und lukrativen Jobs in der IT-Branche aufmerksam machen. Ihr Name: Sonja Bernhardt. Sonja Bernhardt wollte dem Klischee entgegentreten, Frauen in IT-Berufen seien ausnahmslos unattraktive Wesen. Das Schicksal nahm seinen Lauf, die Idee für einen Kalender mit toll aussehenden IT-Fachfrauen in berühmten Filmposen wurde umgesetzt. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, wie die Vorschau auf der Kalender-Website eindeutig beweist.

Aber ist das wirklich ein Image-Problem der Frauen? Ist es nicht vielmehr so, dass die Klischee-Vorstellung von männlichen Geeks und Nerds jegliche Begeisterungsversuche tötet? Sind es nicht Bilder aus der längst vergangenen New Economy von schlampigen jungen Männern mit autistischen Persönlichkeitszügen in 20-Stunden-Bildschirm-Jobs, umringt von leeren Pizza-Kartons, die für Frauen wenig erstrebenswert sind? Würde es unter solchen Umständen nicht sinnvoller sein, einen Kalender mit attraktiven IT-Männern zu veröffentlichen? (Und nebenbei bemerkt: Der Arbeitsplatz gilt heute als wichtigster Heiratsmarkt.)

Und noch eine Stichelei: Warum brauchen Fraue besondere Berufe (s. o.), Anweisungen aus Büchern oder Damenrasierer, um Göttinnen zu werden? Ist das erstrebenswert oder heutzutage sogar notwendig?

Und ganz ohne Stichlei: Es gefällt mir natürlich sehr, dass der gesamte Kalender-Erlös Organisationen zugute kommen wird, die den Einstieg von Frauen in IT-Berufe fördern.

Ankündigung zur Damenwahl


Jutta Kleinschmidt, fotografiert von Sharon Adler für das Buch Damenwahl
Jutta Kleinschmidt mit vielen kleinen Touaregs in “Damenwahl", selbstverständlich fotografiert von Sharon Adler

12. Juli 2006, 18:00 Uhr
Merken Sie sich diesen Termin!
Kommen Sie genau dann ins Dussmann Kulturkaufhaus in der Berliner Friedrichstraße!

Ich freue mich schon sehr auf die Vorstellung von Sharon Adlers Buch Damenwahl! Für dieses Buch hat die Fotografin und Herausgeberin des Online-Magazins AVIVA-Berlin zahlreiche Frauen mit unterschiedlichem Grad an Prominenz, aber auf jeden Fall mit deren Lieblingsautos auf Zelluloid gebannt. Herausgekommen sind tolle Fotos und wirklich spannende Statements.

Zusammen mit Sharon Adler werden auch Heidi Hetzer und die Journalistin Georgia Tornow die Bühne zieren. Und ich darf diese gesprächige Runde moderieren. *freu*

PS:
Eine kleine Ausstellung über das “geliebte Blech” findet derzeit auch in Berlin statt.
Mehr Infos dazu hier.

Sony 2: LocoRoco macht neugierig


Logo LocoRoco
LocoRoco: Ein neues Spiel für die PSP - und gleichzeitig eine neue Gattung

LocoRoco steht zwar erst als Beta-Version zur Verfügung, jedoch macht das Spiel schon jetzt neugierig. Ein neuartiges Design, innovative Lenkung und ein soziales Miteinander der Figuren kennzeichnen das Spiel. Wenig wahrscheinlich, dass es für Fans von First-Person-Shooter-Spielen erdacht wurde.

Kostprobe gefällig?
Denken Sie daran, für den vollen Genuss Ihre Lautsprecher anzuschalten!

Ganz bemerkenswert ist, wo und wie das Spiel beworben wird: Mir begegnete es erstmalig als Presenter der neuen Serie the L word (Originalsite) auf Pro7 (Sendersite). Passend zur Serie umschlingen sich im TV-Spot zwei attraktive junge Frauen, von der die eine LocoRoco auf einer keramikweißen Playstation Portable (PSP) spielt.

Spielszene LocoRoco
Wer kann bei diesem Anblick sein spontanes “Wie knuffig!” zurückhalten?

22.6.2006 Diana Jaffé

Sony auf Gratwanderung - und dem richtigen Weg


Neuheit: Sony PSP in Keramikweiß
Die PSP nun auch in “Keramikweiß” - ein Farbton, der inzwischen für beide Geschlechter funktioniert.

Sony mag in jüngerer Vergangenheit ja manchen Trend verschlafen haben, aber die Playstation Portable (PSP) erscheint nun auch in Weiß. Vor nicht einmal einem Jahr erschien die Original-PSP in Schwarz auf dem deutschen Markt, und nun schon das gehobeneres Design… Wer damit angesprochen werden soll? In der Originalmeldung heißt es:

Keramikweiß gibt dem eleganten Design der PSP ein noch reineres und geschmackvolleres Aussehen, das vor allem an ein Publikum gerichtet ist, das Schönheit und Stil mag.

Und wer könnte damit wohl gemeint sein? Okay, Sony traut sich nicht, ihre Haupt-Zielgruppe unverblümt zu benennen. Die Formulierung eiert. Das ist ein Zeichen mehr für die Unsicherheit, die mit dem Thema “Geschlecht als Marketing relevanter Aspekt” verbunden ist. Ich bin schon gespannt, wie viele Jahre (oder Jahrzehnte?) es noch braucht, bis “für Mädchen / Frauen” endlich jemandem unverkrampft über die Lippen rollt. Ach ja: und bis niemand mehr in diesem Zusammenhang automatisch an Rosa denkt. Denn Apple und Sony machen es schließlich vor: Weiß ist das neue Pink.

PS:
Computerspiele werden zur Hälfte vom weiblichen Geschlecht gespielt, der Anteil des weiblichen Geschlechts an Spielkonsolen-Nutzern liegt bei rund einem Drittel. Hätten Sie das gedacht?

Kuweitische Fluglinie auf Fortschrittskurs


Logo der Jazeera Airways
Jazeera Airways: Manche Vorstände wissen doch zuweilen zu überraschen

Dieser Tage überrascht eine Pressemeldung von der Kuwaitischen Jazeera Airways: Alle im Ausland wohnhaften weiblichen Kuwaiti erhalten kostenlose Flugtickets in die Heimat, um an der ersten Parlamentswahl teilzunehmen, zu der sie als Wählerinnen zugelassen sind. Darüber hinaus sollen auch Frauen anderer Nationalitäten von diesem Angebot profitieren, wenn sie diese Wahlen beobachten wollen.

Das ist international wirksames (Gender) Marketing.

Die Originalmeldung befindet sich hier.
Eine kommentierte Übersetzung gibt es unter anderem bei Spiegel Online.

Zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf Technik


Chip Chick - eine alternative Sicht auf Technik
Diese Seite gehörte schon längst von hier aus verlinkt

Chipchick bietet eine nicht zwingend weibliche, jedoch zweifellos alternative Sicht auf Technik. Gadgets die auch Frauen (manchmal vielleicht auch nur Mädchen) gefallen könnten, Accessoires, die Elektronik zu einer höheren Bedeutung verhelfen… kurz: Eine Menge Kram, mit dem sich auch Geld verdienen lässt. Und nicht zu knapp. Einiges könnte mir auch Spaß machen, wenn ich es recht bedenke.

Ist der Technology Evangelist eigentlich das Gegenteil von Chipchick?

Weibliche Stars über 40 endlich erlaubt?


Sharon Stone für Dior
Sharon Stone zeigt es allen - hier bei Dior

Sharon Stone hat schon mehrfach stilbildend gewirkt, doch wahrscheinlich war ihre Rolle gesellschaftlich kaum je so prägend wie heute. Hollywood war noch nie berühmt dafür, Frauen jenseits der 40 interessante oder gar wichtige Rollen zu bieten. Mit Basic Instinct 2 hat die inzwischen 48-jährige geschafft, was nur sehr selten vorkommt: Eine weibliche Hauptrolle mit Aussagekraft zu ergattern (eine recht interessante kleine Analyse dazu hier). Dabei sollte klar sein, dass eine alternde Gesellschaft weitaus mehr Filme mit älterer Besetzung fordern wird. Oder glaubt etwa jemand ernsthaft, dass Teenie-Filme für die Generationen 40+ irgendeine Relevanz besitzen?

Die Kosmetik-Industrie jedenfalls lernt mit großen Schritten. Endlich. Legendär ist Doves international angelegte Kampagne Initiative für wahre Schönheit, die unter anderem auch das Alter thematisierte. Seit nunmehr 2 Jahren läuft sie mit weiterhin großem Erfolg.

Interessant ist, dass nun allmählich auch die Luxus-Marken merken, dass Frauen über 40 nicht gleich das Gras aus der Tasche zu wachsen beginnt. Dior holte sich im Herbst 2005 Sharon Stone für eine neue Kampagne (auch das wurde schon zum gegebenen Zeitpunkt berichtet).

Einen wirklich lesenswerten Artikel zu Sharon Stone, weiblichen Stars im besten - und häufig schönsten! - Alter, Kosmetik und mehr finden Sie hier.

24.3.2006 Diana Jaffé

“Desperate Housewives": Ab Herbst 2006 auch auf Ihrem Computer


Desperate Housewives
TV-Serie bald auch als PC-Spiel

Buena Vista Games hat jüngst angekündigt, gemeinsam mit ABC Entertainment und Touchstone Television die international beliebte TV-Serie Desperate Housewives als Spiel für den heimischen Computer herauszubringen. Im Herbst 2006 soll es soweit sein. Ob dieser Zeitvertreib auch schon auf Deutsch erhältlich ist, wurde noch nicht gemeldet.

Es ist nicht anzunehmen, dass das Spiel überwiegend Männer fesseln wird, auch wenn sich einige sicherlich einen Eindruck verschaffen werden. Übrigens ist ein analoges Spiel zumindest für den englischen Sprachraum schon länger erhältlich.

15.3.2006 Diana Jaffé

Schon 2005 auf der IAA: smart bellybutton


Autostudie smart bellybutton
Til Schweiter bei der Präsentation der smart-Studie auf der IAA 2005
(Foto: smart)

Nicht nur Volvo leistet sich Überlegungen darüber, was Frauen wohl wünschen könnten. Nein, auch die stets defizitäre und nun möglicherweise auch zum Verkauf stehende DaimlerChrysler-Tochter smart glaubt nun zu wissen, was zumindest ein Teil der Frauen wünscht. Gemeinsam mit der Firma bellybutton entwarf man zuletzt “das Traumauto für Mütter", den smart bellybutton.

Der Schachzug war ja keineswegs dumm, denn bellybutton, sonst eher für Schwangerschafts- und Kindermoden bekannt, gehört unter anderem Ex-Model Dana Schweiger, der Noch-Ehefrau von Til Schweiger, sowie der Schauspielerin Ursula Karven. Und wie nicht anders zu erwarten, rührte auch Herr Schweiger im September auf der 61. Internationalen Automobil Ausstellung noch bereitwillig die Werbetrommel für die bellybutton-Autostudie, bevor das Paar im November seine Trennung verkündete.

Das Studienmodell basiert auf dem Fourfour. Aber mal ehrlich: Ist ein “Sternendach” (mit Sternchen verziertes Glasdach) wirklich wichtiger als ein Naviationssystem on board? Ist ein Kinderbuggy wertvoller als so genannte Run-Flat Tires oder gibt es vielleicht einen guten Grund, weshalb bei einer Studie für Mütter lediglich die Stabilität der Fahrgastzelle als Sicherheitsaspekt gesehen wird? Na immerhin verfügt das gute Stück über 6 Airbags. Immerhin. Ach ja, und dann wäre da noch der flugtaugliche Kindersitz zu nennen. Aber ich frage mich doch, ob das schicke dunkle Leder auf Dauer den kleinen Unfällen mit Nahrungsmitteln und Getränken in jeglicher Form und in jeglichem Verdauungszustand Stand hält. Und ich frage mich auch, weshalb die Wickelvorrichtung auf den umklappbaren Vordersitzen solch einen Vorteil darstellt. Ist das wirklich bequem? Und sollten Kinder nicht im Alter von rund einem Jahr allmählich stubenrein werden? Darf die Mutter das Auto über diese magische Ausscheidungsgrenze hinweg behalten und nutzen? Fragen über Fragen…

Machen Sie sich doch selbst ein Bild und denken Sie sich Ihren Teil. Ich für meinen Teil vermisse hier tiefer gehende Überlegungen. Ach ja: Sorry, dass ich erst jetzt noch einmal nachgeforscht habe, denn eigentlich wusste ich bereits vor einem Jahr, dass da was im Busch ist. *knirsch*

1. Internationaler Gender Marketing Kongress in Deutschland


Endlich ist es soweit! Am 27. und 28. April 2006 findet der 1. Internationale Gender Marketing Kongress in Berlin statt. Viele spannende Sprecher werden die unterschiedlichsten Ansätze und Konzepte für Frauen, aber auch Männer (wie der Name des Kongresses ja sagt!) vorstellen. Auch ich selbst werde dort zu sehen und zu hören sein. Alle Infos:

http://www.gendermarketingkongress.de

Ich freue mich schon sehr darauf, Sie dort zu treffen!

Der Vogel wurde in dieser Woche abgeschossen von…


w&v Werben und Verkaufen
Die Fachzeitschrift für die Werbebranche: w&v Werben und Verkaufen hat sich nichts weiter dabei gedacht…

Was habe ich mich gewundert, als ich in der w&v von dieser Woche (Nr. 8/2006) einen Artikel mit dem Titel “Gefühle auf dem Prüfstand” entdeckte. Dabei handelt es sich um einen Bericht über den Test des neuen Magazins emotion aus dem Hause Gruner + Jahr.

Den Test durchgeführt haben die w&v-Titeltester. Sie haben sich das erste Exemplar des Psychologie-Magazins, das sich eindeutig für Leserinnen konzipiert wurde, zu Gemüte geführt und bewertet. Die Kommentare reichten von “wohltuend von den vielen oberflächlichen Artikeln in Frauenzeitschriften ab"[hebend] bis zur Verärgerung über “Belanglosigkeiten, die verallgemeinernd dargestellt werden". Und nun dürfen Sie, geneigte Leser/innen raten: Wie viele Frauen, wie viele Männer mögen das Heft wohl bewertet haben?

Es waren 9 Männer - und keine einzige Frau. Und deren Prognosen hinsichtlich der künftigen Anzeigenkunden waren ebenso unsäglich, wie die heutige Realität in fast allen Frauenzeitschriften: DOB, Kosmetik, Food, Pharma. 9 Männer beurteilen ein neues Frauenmagazin - und niemandem fällt diese Absurdität auf?!

Erstausgabe der Zeitschrift emotion von Gruner + Jahr

Hollywood: Männer übernehmen Frauenrollen


Hollywood sign

Ein großartiger Artikel beleuchtet die aktuellen Produktionen und Releases der US-amerikanischen Filmindustrie. Unter dem Titel The lady vanishes — yet again analysiert die Filmhistorikerin und Buchautorin Marjorie Rosen scharfsinnig die jüngsten Entwicklungen in unterschiedlichen Film-Genres, welche Überlegungen seitens der Macher zu welchen Entscheidungen führ(t)en und auf welches Kinopublikum man sich verlassen kann und welches nicht.

Die Erkenntnisse, die Rosen aus ihren Beobachtungen zieht, sind beinahe alle auch identisch auf andere Branchen übertragbar.

Ist China fortschrittlicher als Deutschland?


Oder sind es lediglich die Marketing- und Werbefachleute?

In China ist es schon jetzt selbstverständlich, die Werbung auf die Konsumentin abzustimmen, wie im Artikel auf Spiegel Online berichtet wird, denn die Chinesinnen sind die Konsum-Chefinnen der Familien.

Was glauben Sie? Glauben Sie, dass die deutschen Konsumentinnen rückständiger sind als die Chinesinnen? Ach so? Ein Großteil der Werbung in Deutschland richtet sich an Frauen? Wieso fühlen die sich bloß nicht gemeint oder - noch schlimmer - ernst genommen?

Pharmaindustrie: Fusion von Wissenschaft und Kapitalismus


Pillen für und gegen alles
Gender Marketing in der Medizin: Soll mit Pillen wirklich alles lösbar sein?

Die Pharmaindustrie gilt in den USA als der profitabelste Wirtschaftszweig von allen. Sie erfand nicht nur die “Volkskrankheiten” Osteoporose für Frauen und “Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom” bei Kindern, sondern auch die “erektile Dysfunktion” bei Männern. Die Menschen glauben es, nehmen an der Hormonersatzterapie teil, stopfen die eigenen Kinder mit dem Amphetamin Ritalin voll und die Männer tragen selbst die Schuld, wenn sie nicht die Hengste sind, die sie doch bedenkenlos mit Pfitzers Hilfe sein könnten.

Der Artikel in der Schweizer WOZ (Die Wochenzeitung) ist zwar über ein Jahr alt, aber noch immer genauso aktuell. Es handelt sich dabei um ein Interview mit der Autorin des Buchs “The Rise of Viagra: How the Little Blue Pill Changed Sex in America”, Meika Loe. Loe beschreibt zum Beispiel, dass die Zielgruppe des Viagra-Herstellers Pfizer sich massiv verjüngt hat und wieso das zu gesellschaftlichen Veränderungen führt. Und der New York Times war es tatsächlich einen Artikel wert, als Pfizer seine Bestrebungen aufgab, Viagra an den weiblichen Organismus anzupassen.

Ja, das sind alles - theoretisch - hervorragende Beispiele für Gender Marketing (mit Ausnahme von Ritalin). Zu dumm, dass ausgerechnet die Pharma-Industrie es besser versteht als beinahe alle anderen Branchen!

Eine Frage, der ich auf Vorträgen und Veranstaltungen häufiger begegene ist mit der Befürchtung verknüpft, mit Gender Marketing würden die Menschen dazu verleitet, noch mehr unsinniges Zeug zu kaufen und zu konsumieren. Und diese Menschen haben Recht, wenn sie an der Moral mancher Unternehmen zweifeln.

Marketing und Moral?
Ja.
Ich denke, dass man nicht alles tun muss, nur weil man es tun kann.
Was denken Sie?

Martha Barletta erklärt, wie Frauen ihre Kaufentscheidungen treffen


Männliche und weibliche Kaufentscheidungsprozesse
Zum Vergleich: Wie Männer entscheiden - und wie schwer es sich Frauen machen

Die amerikanische Spezialistin für “Marketing to Women“, Martha Barletta, hat einen schönen Artikel für die US-amerikanische Branchenpublikation AdAge verfasst. Unter dem Titel “The Spiral Path To A Woman’s Purchasing Decision” erklärt sie leicht verständlich, wie kompliziert die gedanklichen Abläufe bei Frauen sind, die dabei sind, eine Kaufentscheidung zu treffen.

Eine kurze Zusammenfassung der Hauptaussage: Frauen lernen während des Informations- und Vergleichsprozesses mit jeder neuen Info, die sie von einem / über ein Produkt enthalten, dazu. Handelt es sich dabei um ein wichtiges Kriterium, kehren sie zum Ausgangspunkt zurück und beginnen von Neuem mit der Bewertung des zur Auswahl stehenden Angebots. Während Männern häufig die Erfüllung von zwei oder drei Hauptkriterien ausreicht, um ihre Suche abzubrechen und sich für ein Angebot zu entscheiden, erwarten Frauen sehr viel mehr. Barletta empfiehlt Unternehmen daher, sich nicht nur auf die Hauptkriterien zu beschränken, die sich durch Marktuntersuchungen als die häufigsten Entscheidungsmerkmale erwiesen haben. Vielmehr sollte die Liste weiterverfolgt werden, indem auch weitere Wünsche berücksichtigt werden. Diese sind dann häufig der Kauf-entscheidende Unterschied. Der gesamte, mit interessanten Beispielen garnierte Artikel ist ausgesprochen lesenswert.

Stark nachgefragt: Der Beitrag von Spiegel TV


Herzlichen Dank für die vielen netten Komplimente und Aufmerksamkeiten im Zusammenhang mit dem Beitrag von Spiegel TV am 30.10.2005.

Alle, die den Beitrag verpasst haben, können ihn als Video on demand bei Spiegel TV nachholen.

5.10.2005 Diana Jaffé

Hornbach beschäftigt nun sogar die taz


Hmmm… zwei männliche Journalisten schreiben in der taz einen Artikel über die “Woman at Work"-Kampagne von Hornbach… und stören sich an der von einem männlichen Marketingleiter verantworteten Werbekampagne, die sich an Frauen zwischen 20 und 39 Jahren richtet…

Ich weiß immer noch nicht, was ich von der - an sich sachlich durchaus richtigen - Kritik halten soll. Immerhin verzeichnet Hornbach - angeblich unter anderem durch diese Kampagne - ein stetiges Wachstum. Stehen wir also vor einer rein ethischen Frage: Was ist wichtiger, der Markterfolg oder die political correctness?

Ist es überhaupt so einfach?

Oder würde Hornbach mit einer anderen Kampagne noch größere Erfolge feiern können? Verliert Hornbach nicht vielleicht auf dieser Strecke eine Menge anderer Heimwerkerinnen? Oder freuen sich die Frauen vielleicht, dass überhaupt endlich ein Baumarkt an sie denkt? Oder stimmt letztlich vielleicht doch nur die Werbeweisheit, dass ein hoher Werbedruck für ein gutes Gedächtnis sorgt? Und warum finde ich diese Kampagne eigentlich nicht auf der Website wieder? Und ist die neue Kampagne mit dem Hernen nicht auch geschmacklos? Fragen über Fragen…

19.8.2005 Diana Jaffé

Werbung für Frauen die 3.: Neuer Martini-Spot


George Clooney - Martini
George Clooney verliert gegen eine Flasche Martini. Gibt uns das zu denken?

Watch and learn! Der neue Martini-Spot ist wirklich sehenswert, wie ich finde. Machen Sie sich hier doch ein eigenes Bild.

Für diejenigen, die ihn - aus welchem Grund auch immer nicht sehen können folgt gleich die Zusammenfassung. ALLE ANDEREN HÖREN HIER BITTE AUF ZU LESEN.

(Eine tolly Party ist in einer tollen Villa im Gange. George Cloony klingelt an der Tür. Die Tür öffnet sich, eine schöne Frau fragt, ob er Martini dabei habe. Er verneint, sie knallt ihm die Tür vor der Nase zu: “No Martini. No Party.” Später klingelt Cloony wieder an derselben Tür. Er hat eine Flasche Martini in der Hand, hinter ihm stehen mehrere gestapelte Kisten des alkoholischen Getränks. Dieselbe Frau öffnet, reißt ihm die Flasche aus den Fingern und Cloony steht wieder vor einer verschlossenen Tür. Und wer genau hingeschaut hat, hat gesehen, dass die Party nur von schönen Frauen besucht war, die keinerlei Grund für Langeweile hatten.)

Werbung für Frauen die 2.: “Real Women Campaigns”


Ja, das Kind hat inzwischen einen eigenen Namen: In den USA heißt es “real women campaigns". Gemeint sind Werbekampagnen, die sich “echter” Frauen bedienen. Die New York Times hat einen schönen Artikel hierzu veröffentlicht.

17.8.2005 Diana Jaffé

*Gnrrrz*


Ich gebe es zu: Ich bin genervt. Und nicht nur ich! Bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit werde ich gefragt, was sich dagegen tun lässt.

Es geht um neue Werbeklischees, die im Zuge einer moderneren und angemesseneren Ansprache von Frauen an die Oberfläche gelangen. Ob Kreditkarten, Molkedrinks oder andere: Seit Sex and the City steht fest, dass der Lebensmittelpunkt ausnahmslos aller Frauen Schuhe sind. Und mehrere Jahre lang haben wir in Doku-Soaps der Privatsender beobachten können, dass Frauen handwerklich gänzlich unbegabt sind. Geht es nach den Medienmachern und Werbern, kracht jedes Regal zusammen, das von einer Frau zusammengebaut wurde. Auch dieses Motiv finden wir wieder - ob im Vergleich mit Schwangerschaftstests oder Diätspeisen. (Dass die Wahrheit ganz umgekehrt aussieht, soll an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden; ist aber so.) Und wenn es um Telefon-Auskunfteien geht, ist es ja ganz vorbei: Ganz böse finde ich die Werbung für die Telekom-Auskunft. Fußball-Groupies mit dem IQ eines Gänseblümchens lassen sich vom verschmitzten Herrn Höneß ganz raffiniert hinters Licht führen. Das ist Pfui, liebe Telekom! Ein Vergleich dieses Spots mit dem aktuellen Trend zur übermäßigen Männlichkeit in der Bierwerbung ist überhaupt nicht zulässig. Bier ist ein stark überwiegendes männliches Produkt, das in reiner, ungemixter Form auch weiterhin von den meisten Frauen verschmäht wird.

Aufgewacht! Wenn schon jemand das drängende Bedürfnis hat, sich etwas abzuschauen, dann kann er / sie sich auch gute Beispiele nehmen: Die letzten Dove-Kampagnen und die Gutfried-Werbung sind nur zwei interessante Beispiele für neuartige Aussagen. Ja sogar die neue Duplo-Werbung kann sich sehen lassen. Na bitte! Geht doch! Und dabei gibt es noch so viele Botschaften mehr, die ja noch überhaupt niemand gesendet hat.

Und wenn wir schon beim Thema sind: Folgender Artikel über die aktuelle US-Kampagne von Nike Woman ist wirklich bemerkenswert. Ob sie im deutschsprachigen Raum funktionieren würde? Bei weitem noch nicht, schließlich hat sich Nike Woman bei uns als solches noch gar nicht positioniert!

Unternehmerinnen als Medien-Zielgruppe


Und wieder ist es eine Geschäftsidee aus den USA, die mich zum Nachdenken bringt. Dr. Letitia S. Wright, CEO von Wright Place T.V. aus dem kalifornische Pasadena, produziert seit Jahren eine Business-Show für Unternehmerinnen. Die Sendung wird an verschiedene regionale Fernsehsender verkauft, ist also noch nicht landesweit zu empfangen. Dank der Verlinkung zu einem Live-Stream kann sie jedoch wenigstens zu den Sendezeiten eines Senders online geschaut werden (habe ich noch nicht).

Wie wäre es denn, wenn n-tv eine derartige Sendung bringen würde? Es steht jedoch zu befürchten, dass dort niemand arbeitet, der oder die Ideen für ein funktionierendes Konzept generieren könnte.

Neue US-Studie zu Frauen und ihrem Umgang mit Digitalen Videorecordern


Überraschung!
Aus der US-Studie mit 1.000 Befragten, die gleichermaßen aus Frauen und Männern bestanden, geht hervor, dass bei den verheirateten Paaren die Kaufentscheidung für den Digitalen Videorecorder (DVR) zu 48 Prozent von den Frauen getroffen wurde. Insgesamt 55 Prozent der Ehefrauen können laut eigener Aussage auch viel besser mit dem Gerät umgehen als ihre Männer. Drei Viertel aller befragten Frauen verliebten sich sofort in ihren DVR, weil er so viel einfacher zu bedienen sei als ein Videokassettenrecorder (VCR).

Die DVR werden von 99 Prozent der Frauen auch dazu benutzt, Werbung zu überspringen, wobei jedoch 76 Prozent aussagen, den Vorlauf gezielt zu unterbrechen, um für sie relevante Spots anzusehen.

Laut dieser Studie würden auch 98 Prozent der befragten Frauen den DVR ihren Freunden empfehlen.

Der ursprüngliche Bericht befindet sich hier.

Online-Casinos: Sind die meisten Spieler doch Spielerinnen?


Es verblüfft doch jedes Mal aufs Neue: Wann immer geschlechtsspezifische Daten zu Computer-Spielen auftauchen, reiben sich die meisten Menschen die Augen. Es ist nach wie vor schwer zu glauben, dass Frauen mindestens ebenso gerne zocken wie Männer.

Wir wissen aus zahlreichen früheren Studien zu Computer-Spielen bereits, dass spielende Frauen im durchschnitt älter sind als spielende Männer und andere Spiele bevorzugen. Sie waren es auch, die über sechzig Prozent der Käufer/innen stellten und damit den ersten Sims den großen Erfolg bescherten.

Nun aber zeigt sich wohl auch, dass 53 Prozent aller (US-amerikanischen?) Online-Casino-Spieler weiblich sind. Im Artikel aus der Pittsburgh Post-Gazette heißt es, Frauen und Männer würden aus ganz unterschiedlichen Motiven spielen. Ich übersetze die betreffende Passage frei:
“Action-Spieler” sind überwiegend Männer, die nach einem Hochgefühl suchen, indem sie Poker / Blackjack spielen oder auf Sportwetten setzen. Frauen andererseits scheinen eher “Flucht-Spieler” zu sein, die von Glücksspielen wie “Einarmigen Banditen", Video-Poker, Lotterien oder Bingo angezogen werden; sie benutzen das Spielen häufig als Flucht vor Depressionen, physischem oder emotionalem Schmerz.

Wenn Frauen sich im Internet doch an so genannte “games of skill", also Spiele wagen, die von mehr als nur Glück abhängen (z. B. Online-Poker), dann nutzen sie hier klare Vorteile: Die Online-Versionen der Spiele entbehren eines hohen Maßes an Macho-Elementen, verfügen über einen geringeren Wettbewerbscharakter und weiterer Einflüsse, die Frauen “im richtigen Leben” missfallen, weil sie tatsächlich “Männersache” sind. Auch sei es leichter, den Computer als Ersatz für das eigene Pokerface zu nutzen.

Übrigens entwickelt sich der Markt der Online-Casinos exponentiell: Seit der Eröffnung der ersten virtuellen Spielhalle im Jahr 1995 haben wir es jetzt mit einem geschätzten weltweiten Jahresumsatz von 6 Mrd. US$ zu tun, die von nicht einmal 2.000 Websites erwirtschaftet werden.

Ikea wegen sexistischer Montageanleitungen unter Beschuss


Gleich mehrere norwegische Spitzenpolitiker haben Ikea angeprangert und gefordert, die ausschließlich mit männlichen Figuren illustrierten Montageanleitungen paritätisch mit Darstellungen von Frauen zu besetzen. Zu den Kritikern gehörte auch der norwegische Ministerpräsident Kjell Magne Bondevik.

Im vergangenen Jahr hatten bereits Werbemotive in Norwegen für Unmut gesorgt.

Die Meldung und ein umstrittenes Werbeplakat gibt es hier.

Andere Witzbolde haben sich hier ausgelassen - und so sieht eine der Retourkutschen aus (darf ich auf sowas eigentlich ohne Reue verlinken?).

Red What Society?


Red Hat Society

Alles begann mit einem roten Hut, den Sue Ellen Cooper im Jahr 1998 einer Freundin zusammen mit einem Gedicht schenkte. Daraufhin verlangten viele weitere Freundinnen nach roten Hüten. Und so dauerte es nicht lange, bis die Gemeinschaft der über 50-jährigen Frauen, die ihren Lebensabend angenehm, mit anderen Frauen zusammen und mit vielen Vergnügungen angefüllt verbringen wollten, zu einem reißenden Strom wurde. Irgendwann zwischendurch wurde die Red Hat Society gegründet. Heute gehören ihr mehr als 800.000 Frauen in 36.000 Ortsgruppen - über die gesamten USA verteilt - an. Die Leiterinnen der so genannten Chapter heißen “Queens” - Königinnen.

Für Unternehmen in den USA gehört diese wohlhabende wie lebenslustige Zielgruppe - ebenso wie bei uns - zu den begehrenswertesten. Inzwischen bombardieren sie massenhaft die Red Hat Society, um einen begehrten Vertrag mit dem Netzwerk zu erhalten, denn nur auf diese Weise können sie an dem effektiven Empfehlungsmarketing der Mitglieder teilhaben. Doch die Königinnen werden ihrem Ruf gerecht: Sie sind sehr wählerisch. Anfragen von Kreditkartenfirmen werden ebenso abgeschmettert, wie die von Inkontinenzbindenherstellern. Zu den wenigen glücklichen Gewinnern zählen Firmen wie der Freizeitschuh-Hersteller Keds. Ein solcher Vertrag gilt bei vielen Unternehmen ebenso viel wie die Lizenz zum Geld Drucken.

Ein schöner Artikel zur Red Hat Society trägt den Titel Red hats and feather boas (leider wieder mit einem - kostenlosen - Login verbunden).

Was Banken in Saudi Arabien noch lange vor den westlichen Finanzhäusern verstanden haben


Banque Saudi Fransi: Werbekampagne mit Frauen im Fokus

In Saudi Arabien dürfen Frauen weder wählen, noch selbst ein Auto steuern. Aber dafür dürfen sie ihre eigenen Finanzen verwalten. Die Banque Saudi Fransi hat eine Werbekampagne gestartet, die sich gezielt an Frauen richtet, wie die New York Times berichtet. Da soll noch einer sagen, die Araber seinen ein durchgehend rückständiges Volk… In zu vielen Bereichen ist dies - nach westlicher Auffassung - durchaus so, aber geschäftstüchtiger scheinen sie allemal zu sein.

Der gesamte Artikel ist hier zu finden (kostenloses Login nötig) - oder alternativ hier.

Produktneueinführung in Indien: Weibliche Kondome


Das FC Female Condom wird seit Mitte der neunziger Jahre von der Female Health Company (FHC) mit Sitz in Großbritannien und den USA hergestellt. Die Geschäftsidee entstand auf Basis des Bestrebens, insbesondere Frauen in der Dritten Welt mehr Autonomie über den eigenen Körper zu verschaffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie das Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS) haben das Produkt geprüft und für gut befunden.

Nach Markteinführung in zahlreichen Ländern der Ersten und Dritten Welt wird das Frauenkondom nun auch in Indien auf den Markt gebracht. Die Nutzung von Kondomen war in Indien bislang generell mit einem sozialen Stigma belegt. Aus diesem Grund ziemte es sich für Inderinnen nicht, diese Verhütungsmittel zu kaufen.

Nun hat aber der staatliche Produzent Hindustan Latex Limited (HLL) ein Abkommen mit FHC abgeschlossen, das die Produktion und gezielte Vermarktung an Frauen umfasst. Die in Andhra Pradesh ansässige Firma HLL hat sich verpflichtet, eine Aufklärungskampagne zur Schwangerschafts- und Infektionsverhütung (insbesondere HIV) durchzuführen. Die Kondome sollen künftig unter zwei Markennamen vertrieben werden: Confidom und Rani (Königin). Sie werden unter anderem in Kaufhäusern und Supermärkten erhältlich sein.

Weitere Details gibt es hier.

Josef Blatter, Präsident der FIFA: “Die Zukunft des Fußballs ist weiblich” (1995)


Offizieller Kalender des DFB für 2004
Offizieller Kalender des DFB

Vom 7. bis 9. April findet in Köln der erste Frauen- und Mädchenfußball-Kongress statt. Gastgeber ist unter anderem der Deutsche Fußball Bund (DFB).

Beim Kongress sollen laut Pressemeldung erste Ergebnisse von wissenschaftlichen Forschungen präsentiert werden. Experten aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien werden ihre Sichtweise des weiblichen Fußballs darstellen. Es werden auch Fachleute von der FIFA, der UEFA und von anderen Nationalverbänden zugegen sein, die den Blick über den Tellerrand gewähren.

Übrigens betreibt der DFB ein eigenes Mädchenfußball-Portal.

Doch es tut sich noch mehr: Procter und Gamble nahm seinen einzigen akzeptablen Werbespot für die Bindenwerbung Allways zum Anlass um schon in 2004 die Studie “Frauen und Fußball” durchzuführen. Demnach sind über 70 Prozent der 517 befragten Frauen ab 14 Jahren der Ansicht, Fußball spielende Frauen seien “sexy". Weitere Zahlen aus der Studie: hier.
Wie ernsthaft P&Gs Bemühungen um die Auflösung von Klischees im Zusammenhang mit Mädchen und Frauen sind, sieht man auf den Websites von Always, Alldays und beinggirl.de. Ein guter Tipp: Sonnenbrille nicht vergessen!

Und zu guter Letzt findet sich im Hamburger Abendblatt ein interessantes Interview mit Nicole Selmer, der Autorin des Buchs Watching the Boys Play - Frauen als Fußballfans. Unter dem Titel “Auch Frauen sind fanatisch” gibt sie kleine, aber durchaus interessante Einblicke in das Thema. Nach ihren Aussagen entwickeln sich Frauen nicht erst zu einer attraktiven Zielgruppe für Eintrittskarten und Fantrikots - sie sind es bereits.

15.2.2005 Diana Jaffé

Neues Hormonspray soll Libido bei Frauen erhöhen


Wissenschaftler von der australischen Monash University haben angeblich ein Testosteronspray entwickelt, das die Libido von Frauen erhöhen soll. Die Wirkstoffe werden über die Haut aufgenommen. Die ersten klinischen Studien sollen erfolgreich verlaufen sein.

Ich wüsste gerne, was andere Hormonspezialisten zu den gesundheitlichen Aspekten von Testosterongaben an Frauen meinen. Die Entwickler des Hormonsprays sind überhaupt der Ansicht, dass die sexuelle Unlust überwiegend auf den Mangel an Testosteron zurück zu führen ist. Hier sei der dezente Hinweis auf die neueste wissenschaftlichen Erkenntnisse erlaubt, die die früher als “spinnert” verschrieenen “Ideen” bestätigen, dass Geist und Körper sich gegenseitig beeinflussen…

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob auf dieses Produkt - so es denn die Marktreife und Zulassung erlangt - ein ebensolcher Run entsteht, wie bei Viagra. Wer möchte Wetten abschließen?

Was Beauty-Unternehmen in Indien vorfinden - und wie sie damit umgehen


Lovely-Karikatur

Indien gehört zu den größten Wachstumsmärkten der Welt. Natürlich ist es da ganz selbstverständlich, dass auch internationale Kosmetik-Marken diesen Markt erschließen möchten. Prinzipiell wäre dagegen auch nichts einzuwenden, wenn… ja wenn die indischen Frauen nur nicht noch immer soweit von den westlichen Konsumentinnen-Standards entfernt wären.

Susan Runkle wirft einen kritischen Blick auf internationale und indische Konzerne sowie ihr Bestreben, westliche Schönheitsideale (und vor allem Produkte!) nach Indien zu bringen. Besonders nachdenkenswert finde ich die Aussage, dass nur ein kleines Fläschchen Parfum mehr kostet, als Redakteurinnen von Frauenzeitschriften im Monat verdienen, die dieses Produkt beschreiben und bewerben.

Der ganze Artikel findet sich hier.

Was Wellness neuerdings mit Elektronik zu tun hat


eq-life

Best Buy, Nordamerikas - nach eigenen Angaben - größte Handelskette für Elektronik und PC, hat einen veritablen Coup gelandet: Mit der Eröffnung von eq-life schufen sie ein gänzlich neues Umfeld für die Ansprache weiblicher Kundschaft.

Was also ist so besonders an eq-life?

Das Geschäft kombiniert Gesundheits- und Fitnessangebote mit Elektronik. Neben erlesenen Gesundheits- und Wohlfühlprodukten gibt es MP3-Player, eine Auswahl an Computern und anderen Technikprodukten, die den Bedürfnissen von Frauen am ehesten entgegen kommen. Darüber hinaus bietet eq-life Yoga- und andere Kurse, ebenso wie eine technische Veranstaltungsreihe, in der sich Eltern über die Kontrolle des Internet-Surf-Verhaltens ihrer Kinder informieren können und vieles mehr.

Dieses Konzept ist nicht nur auf die weiblichen Bedürfnisse abgestimmt, sondern senkt auch auf hervorragende Weise alle möglichen Hemmschwellen, die viele Frauen im Zusammenhang mit Technik empfinden könnten.

Momentan gibt es erst eine Niederlassung in Minneapolis, ich bin jedoch überzeugt, dass schon sehr bald weitere Einrichtungen nachfolgen werden.

Entwicklungen auf dem US-amerikanischen Automarkt


Laut John Porretto von Associate Press spielen Frauen in 80 Prozent aller Autoverkäufe eine signifikante Rolle. Dabei treffen sie die jeweilige Kaufentscheidung allein oder beeinflussen sie maßgeblich. Tatsächlich wurden im Jahr 2003 in den USA bereits 65 Prozent aller Volvos und 31 Prozent aller Mercedes Benz von Frauen gekauft. In Deutschland wird bereits jedes dritte Neufahrzeug auf eine Frau zugelassen.

Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass in den USA auch die Anzahl der weiblichen Autohausbesitzer in den letzten Jahren massiv gewachsen ist, Tendenz weiter steigend. Einige Automobilhersteller haben seit Jahren spezielle Abteilungen zur Betreuung der weiblichen Car Dealer. Sie haben festgestellt, dass es mehr Frauen mit Geld und der Bereitschaft zur Investition in ein Autohaus gibt, als verfügbare Standorte.

Ob diese Entwicklung auch auf Deutschland übergreift? Nun, wir werden es in ungefähr zehn Jahren wissen.

Der ganze Artikel ist hier zu lesen.

Britische Parteien haben die Wählerinnen entdeckt


Ausgerechnet die britischen Parteien, die in der Vergangenheit mit ihrem wenig zimperlichen Umgang mit weiblichen Mitgliedern des Unter- und Oberhauses häufiger in die Schlagzeilen geraten sind, haben die Wählerinnen entdeckt.

Besonders die Labour Party hat es dringend nötig, ein besseres Image in der weiblichen Bevölkerung zu etablieren, zumal Tony Blair in der letzten Zeit viele seiner Sympathisantinnen vergrault hat. Doch die konservativen Tories wollen es ihren Gegnern schwer machen. Sie beabsichtigen, ihren Vorsprung in der weiblichen Gunst weiter auszubauen und haben daher ihre Kampagne der Aussage “Less Talk More Action” unterstellt. Ist also doch etwas dran an “Ein Mann, ein Wort - eine Frau, eine Tat"? Die britischen Parteistrategen meinen ja.

Die Londoner Times berichtet detailliert.

Es hat sich noch immer nicht herumgesprochen: Frauen wollen in der Werbung keine nackten Männer sehen


Der britische Chocolatier Thorntons hat kurz vor dem Valentinstag seine Werbung für seine Pralinen der Marke Eden überarbeiten lassen müssen. Beworben wurden die Süßigkeiten ursprünglich mit einem nackten Mann. Eine Telefonumfrage hat jedoch ergeben, dass das Abbild eines gänzlich unbekleideten Mannes so gut wie jeder Wirkung entbehrt. Lediglich 4 Prozent der Befragten gaben an, sie fänden derartige Abbildungen attraktiv, was genau genommen jedoch nichts über die Auswirkungen auf ihre Kaufentscheidungen aussagt.

Die Meldung bietet allerdings Zitate eines namentlich ungenannten Medienpsychologen des Süßwarenherstellers, die kaum nachvollziehbar sind:

“The reason we find partial nudity more arousing is that this state of undress brings more attention to the forbidden zones,” he said.
“Through the ages, men in particular have had to dream about what lies beneath the clothing of their modestly-dressed women.”

Das stimmt so natürlich nicht. Die wahre Erklärung geht in eine andere Richtung: Wir wissen heute, dass das männliche Gehirn auf den Anblick nackter Frauenkörper stark reagiert, Gehirne von Frauen allerdings von nackten Männern sehr kalt gelassen werden. Die Werbewirkungsforschung hat jedoch eindeutig bewiesen, dass Männer von der Betrachtung leicht geschürzter Damen in Anzeigen so beeindruckt sind, dass sie keinen einzigen Blick auf die beworbene Marke oder die Werbebotschaft verschwenden.

Außerdem ist mir völlig schleierhaft, weshalb der “Medienpsychologe” vor diesem thematischen Kontext auf den Blick von Männern auf Frauen zu sprechen kommt. Und hätte er auf diese ganzen Erkenntnisse nicht vor Fertigstellung der Kampagne kommen müssen?

26.9.2004 Diana Jaffé

Immer mehr Frauen an privater Altersvorsorge interessiert


Das Emnid-Institut ermittelte in einer Umfrage für die Zeitschrift Brigitte, dass fast die Hälfte aller Frauen sich für die private Altersvorsorge interessieren. Leider ist aus der Pressemeldung nicht zu entnehmen, wieviel “fast die Hälfte” konkret sind.

Es wird wahrlich Zeit, dass die Finanzdienstleister erkennen, wie sehr sich die Lebensumstände von Männern und Frauen unterscheiden. Aus diversen persönlichen Gesprächen mit Bank-Marketingleitern habe ich die scheinbar weit verbreitete Ansicht entnommen, Produkte müssten nicht angepasst werden. Dem widersprechen die weiblichen Patchwork-Lebensläufe entschieden.