…Intel auch


Kleiner Nachtrag: Zeitgleich mit Dell, allerdings für die deutschsprachigen Damen, hat Intel sich an dem Thema “weibliche Zielgruppe” versucht - und ebenso verhoben. Das Ergebnis schleicht sich unter dem schlichten Namen meinnotebook.de fast unbemerkt an.

Auch nicht schön.

Medienpartner sind laut Notebookcheck “CondéNet und beQueen inklusive Facebook und Twitter". (Interessant finde ich, dass der einzige beQueen-Artikel zum Suchbegriff “Notebook” bis zum heutigen Tag der Vorstellung von meinnotebook.de gilt.)

Das geht alles viel schöner. Und dann funktioniert das auch.

19.5.2009 Diana Jaffé

Dell/a kriegt mächtig einen auf die Mütze


Dells
Dells “Della": Das eigene Wissen über Frauen wurde vollkommen überschätzt

Vor wenigen Tagen hat Dell ganz stolz seine neue Website für Frauen namens Della präsentiert. Das Dumme ist nur, dass sie es so grottenschlecht gemacht haben, dass sich weltweit ein Sturm der Entrüstung erhoben hat. Und ich übertreibe nicht, wie ich noch zeigen werde.

Bedauerlicherweise habe ich aus Zeitmangel versäumt, rechtzeitig die ursprünglichen Seiten zu speichern. Aber ein zentrales Element habe ich bewahrt. Bitte schnallen Sie sich an:

Seven Unexpected Ways a Netbook Can Change Your Life

Once you get beyond how cute they are, you’ll find that netbooks can do a lot more than check your email.

1. Get smarter: It’s easy to turn your netbook into a completely portable eBook reader. You can download the free Adobe Digital Editions software to manage your eBooks or access more than 28,000 free books at Project Gutenburg.
2. Get healthier: Track your exercise and food intake at free online sites like Fitday. Use your mini to track calories, carbs and protein with ease, watch online fitness videos, map your running routes and more.
3. Eat better: Find recipes online, store and organize them, and watch cooking videos.
4. Get organized: Remember the Milk is a free, tweakable online task manager that’s easy to use: you track your time, make lists and send yourself remembers with Google Calendar and Google Tasks. Lifehacker is a great place to find out about the latest online productivity tools to make your life simpler, easier and better.
5. Chill out: Stressed? Your mini can be your meditation buddy as you take mini-breaks throughout your day (schedule them, with reminders, on your calendar). You can find free guided meditations, download meditation podcasts, watch yoga videos, create soothing slideshows of images and music and even bliss out to Visible Earth images courtesy of NASA.
6. Travel smarter: Your lightweight, packable netbook can transform your traveling experience, whether you’re commuting across town or backpacking the globe. Use your netbook to vlog and blog about your journey; translate your blogs into other languages; help you convert currency; track the weather; collect, edit and upload photos; entertain you in airports, trains and buses.
7. Stay in the clouds: “Cloud computing” is a buzzword for what your mini does best: save money and time by using free online apps for everything you need-meaning you don’t need to buy, install or update a bunch of space- and memory-hogging applications on your computer itself. No matter what operating system you have, it’s easy to find free and low-cost streaming media and online apps. Use Google Docs to create and share spreadsheets, presentations, reports, forms and more; edit, store and share your photos online as well. Any time you need to transfer data to or from your mini, you can stream it, port it via removable SD cards or USB flash drives or plug in an external drive.

Von “knapp vorbei” kann da keine Rede mehr sein, ist sich die Web-Gemeinde einig. Die Empörung war noch innerhalb der ersten zwei Tage nach dem Launch der Seite so riesig, dass Dell zu einigen fixen Änderungen gezwungen war – und zu kleinlauten Entschuldigungen. Peinlich, peinlich. Dabei war und ist die Della-Site zwar ziemlich schlecht, aber noch lange nicht katastrophal.

Vor allem aber ist dieser Dell/Della-Fall ein ganz wichtiges Zeichen für alle Unternehmen: Die Zeiten, in denen eine misslungene Kampagne für Frauen sang- und klanglos in der Versenkung verschwindet, sind endgültig vorbei! Die Welt nimmt von jeder Blamage Notiz und ahndet sie gnadenlos.

Beispiele gefällig?
msnbc: Let’s market PCs like it’s 1959
cnet: Dell’s Della site for gals causes facepalmage
The New York Times Bits Blog: What Do Women Want in a Laptop?
und noch viel mehr Quellen und Blogs via Google auf Englisch und auf Deutsch

Interessanterweise regen sich Blogger beiderlei Geschlechts gleichermaßen auf. Auch das ist neu – und durchaus lesenswert.

Das alles ist natürlich kein Einzelfall, sondern in Deutschland sowie allen anderen Europäischen Ländern absolut an der Tagesordnung. Seit Jahren mache ich die Erfahrung, dass Unternehmen ihr Wissen über Konsumentinnen maßlos überschätzen.

Liebe Unternehmen und Entscheider: Fragt mich doch einfach, bevor Ihr Eurem Unternehmen, Eurem Ruf und Eurer Marke solch einen teuren und dauerhaften Schaden zufügt.

Barbie wird 50 Jahre alt. Zeit Barbie ein wenig neu zu denken


Angela Merkel als Barbie-Puppe

Es gibt jetzt eine Ehrenbarbie “Angela Merkel", allerdings in den üblichen Barbie-Maßen und mit pinker Barbie-Fahne. Kleine Mädchen sollen jetzt also auch Politiker zum Vorbild haben. Das ist löblich, aber wieso bitte immer noch eine Figur anstreben, die rein anatomisch nicht möglich ist? Mediziner haben herausgefunden, dass eine Frau mit Barbie-Proportionen unmöglich überleben kann. Ihre Taille ist so schmal, dass ihr das Atmen schwerfallen müsste, außerdem gibt es in ihrem Bauch zu wenig Platz für alle Organe, die ein Mensch zum Leben braucht. “Wäre Barbie ein Mensch, würde sie vorne über kippen.” Umso erstaunlicher, dass Barbie nun 50 Jahre alt wird. Zeit etwas zu ändern, Zeit Barbie neu zu denken.

Gabi Lück, thinknewgroup

Angela Merkel als Barbie-Puppe und Angela Merkel

Frito-Lays neue umfassende Marketing-Strategie


Lay's ClassicLay's LimónLay's Ranch

Lay’s Chips in unendlicher Sortenvielfalt, einschließlich “Limone” und “Ranch". Da möchte man doch fast fragen, wie eine Ranch schmeckt.

Manchmal ist es ja nicht so einfach. Da möchte ich ein Unternehmen eigentlich loben, weil es eine gute, konsequent geschlechtsspezifische Marketing-Strategie entwickelt hat, aber dann ist sein Produkt(sortiment) aus gesundheitlichen oder anderen Gründen nicht lobenswert. Um so einen Fall handelt es sich auch bei dem US-amerikanischen Snack-Produzenten Frito-Lay, einem Tochterunternehmen von PepsiCo. Ich berichte trotzdem, wann immer es etwas zu lernen gibt (und ich Zeit zum Schreiben finde).

Heute erreichte mich wieder einmal ein richtig guter Artikel aus Indien, der ziemlich ausführlich über die neue Strategie von Frito-Lay in den USA berichtet. Die Snacks sollen nun besser an Frauen adressiert werden.

Man fand heraus, dass Frauen doppelt so viel snacken wie Männer, jedoch weniger Salzgebäck (und deutlich weniger Frito-Lay-Erzeugnisse). Demnach betragen nur 14% der von Frauen konsumierten Snacks Salziges. Dafür bestehen 25% ihrer Zwischen- oder Nebenher-Mahlzeiten aus Süßem, die restlichen 61% fassen Getränke, Obst und Gemüse zusammen. (Die Untersuchung wurde aller Wahrscheinlichkeit nach nur in den USA durchgeführt, allerdings dürften die Vorlieben auf andere westliche Länder übertragbar sein.) Weitere Untersuchungen von Frito-Lay und diversen Dienstleistern ergaben, dass Frauen ständig unter einem schlechten Gewissen leiden. Frühere Kampagnen haben jedoch gezeigt, dass die Vermittlung eines „sündenfreien“ Genusses keinesfalls dazu führt, dass Frauen sich besser, erleichtert, entlastet fühlen. So entschied man diesmal, den großen Bereich der Schuldgefühle mit großem Abstand zum umrunden.

Zuerst wurde eine neue Segmentierung beschlossen. Quer durch die vielen Frito-Lay-Marken (z. B. Doritos, Tostitos, Sunchips und viele andere) wurde erhoben, welche Back- und Geschmacksrichtungen überwiegend von Frauen oder Männern gekauft werden. Man stellte fest, dass Frauen gerne etwas Gesundes essen. Gemessen an den üblichen US-amerikanischen Gepflogenheiten und Gewohnheiten ist man bei Frito-Lay scheinbar tatsächlich davon überzeugt, dass die gebackenen - statt frittierten - Snacks gesund sind. So hat das Unternehmen keinen moralischen oder anderen Zweifel daran, diesen Pfad weiterzugehen.

Baked! - altes Packungsdesign Baked! - neues Packungsdesign

Aus Alt mach Neu, aus pseudo-neutral mach ansprechend für Frauen.

Diese gebackenen Extensions jedweder Marke wurden unter dem Dach Baked! zusammengefasst, behielten darunter aber den Markennamen und die Benennung der Geschmacksrichtung bei. Diese Baked!-Linie erhielt ein neues Verpackungsdesign. Diese Verpackungen sind ausdrücklich nicht girlish, also auch nicht rosa. Aber das ist noch lange nicht alles. Auch für den Handel hat man sich eine neue Strategie überlegt. So sollen alle Lay-Produkte für Frauen (darunter z. B. auch eine Popcorn-Linie) eine eigene Regal-Platzierung abseits des üblichen Snack-Regals erhalten, weil die Chips-Regale üblicherweise unorganisiert und wenig ansprechend auf Frauen wirken.

YoplaitGoldfishCoca Cola

Der große Renner in den USA: Packungsgrößen nicht nach Gewicht des Produkts, sondern der Esserin: 100 Kalorien pro Packung

DoritosSmartfood

Und Frito-Lay kann das natürlich auch. Nur das Packungsdesign wirkt nicht so dynamisch wie bei allen anderen.

Ach ja: Eine neue Verpackungsgröße gibt es auch gleich noch. In den USA kommen 100-Kalorien-Packungsgrößen gerade schwer in Mode. (Inzwischen gibt es sogar 100-Kalorien-Websites und 100-Kalorien-Blogs, auf denen 100-Kalorien-Packungsgrößen präsentiert werden.) Auch Frito-Lay hat hier das Passende für das gute Gefühl, sich gesund zu ernähren, zu bieten.


Frito-Lays neue Präsenterinnen im Trailer www.awomansworld.com

Und natürlich gibt es eine neue Kampagne. Der Trailer ist bereits zu sehen (siehe oben), weitere Folgen folgen ab März 2009. Die Mädels sind wie Frauen im richtigen Leben, natürlich nur ohne die üblichen Probleme, und sie sind Trickfilmfiguren. Aber sonst wie echte Frauen. Nur lustiger.

Wie verbreitet ist Gender Marketing inzwischen?


Garmins Pink Nüvi in der Werbekampagne zu Weihnachten 2007
Garmins Pink Nüvi in der Werbekampagne zu Weihnachten 2007: ein schönes Beispiel für schädliche Werbung für ein Produkt, das inzwischen aus gutem Grund vom Markt genommen wurde (Foto aus meiner persönlichen Sammlung)

Die vielleicht häufigste Frage, die mir gestellt wird, lautet: “Wie stark hat sich Gender Marketing inzwischen bei uns etabliert?” Mit “bei uns” ist in der Regel Deutschland oder der deutschsprachige Raum gemeint. Auf diese Frage möchte ich an dieser Stelle eine kurze Einschätzung geben.

Vor zwei Tagen berichtete die renommierte Journalistin Patricia Sellers in ihrem Blog auf der Fortune-Website von einem Business-Frühstück im obersten Stockwerk des General-Electric-Gebäudes im Rockefeller Center (New York, NY) unter dem Motto Marketing to Women in the Recession (Marketing für Frauen in der Rezession). Dieses Frühstück wurde von dem Medienunternehmen NBC Universal gesponsert und die Teilnehmer/innen entstammten große Unternehmen wie Coca Cola, Citigroup, CNBC und sicherlich viele ungenannte, die mit einem anderen Buchstaben des Alphabets beginnen.

Auch wenn die Autorin schreibt, dass das Thema sich schnell auf auf alle Konsumenten verallgemeinerte, können wir aus diesem kleinen Blogbeitrag viele Informationen ziehen:

  1. Marketing to Women ist in den USA inzwischen ein Zielgruppen-Marketing, deren Sinn niemand mehr anzweifelt. Durch die Konzerne ist es in der breiten Öffentlichkeit und damit im Alltag angekommen.
  2. Die großen Medienunternehmen haben sich des Themas angenommen. Wenn NBC Universal ein solches Frühstück sponsert, dann geschieht das für die Fortbildung seiner Werbekunden. Und indem diese Werbekunden geschlechtsspezifisches Marketing betreiben, findet es - unter anderem über die Medien - wiederum in die Öffentlichkeit.
  3. Der Bericht entstammt zwar “nur” einem Blog, doch immerhin einem Blog auf der Fortune-Website.
  4. Auch wenn die allgemeine Wirtschaftskrise derzeit alles andere dominiert (was am Finanzplatz New York auch wirklich nicht verwundern darf), so findet die Veranstaltung doch statt.
  5. Der Verdacht liegt nahe, dass die Referenten womöglich zu wenig Fachwissen bieten können, um eine Veranstaltung mit dem Titel Marketing für Frauen in der Rezession wirklich zu füllen. Sonst wäre sie thematisch nicht so stark abgeglitten, wie Sellers Blog-Eintrag den Eindruck erweckt.

Den ganzen Blog-Beitrag gibt es übrigens hier, aber Martha Barletta hat inhaltlich schon wesentlich Gehaltvolleres zum Marketing in der wirtschaftlichen Krise veröffentlicht.

Unternehmen
Natürlich gibt es auch “bei uns” Veranstaltungen, in denen Informationen zur - zumeist - weiblichen Zielgruppe vermittelt werden (und meistens bin da ja Referentin), aber an den meisten männlichen Entscheidern und den meisten Großunternehmen geht Geschlechtsspezifik als Wirtschaftsthema noch immer weit vorbei. Geschlecht gilt hierzulande noch sehr als Frauenthema. Nach Jahren der Beobachtung habe ich inzwischen verschiedene Hypothesen für Ursachen entwickelt, aber das ist eine andere Geschichte. Es wird noch Jahre brauchen, bis sich die Wahrnehmung gewandelt haben wird.

Über die Jahre habe ich in vielen Gesprächen erfahren müssen, dass auch so genannte Erfolgsstorys, die in ihren Branchen geradezu revolutionär waren oder sind, oft nur auf Zufälle zurückzuführen sind. Selbst wenn großartige Produkte entwickelt wurden, so wissen viele Unternehmen nicht, wie sie diesen Erfolg wiederholen können. Die Prinzipien des Gender Marketings passen nur selten mit den Gegebenheiten, Strukturen und Prozessen in Unternehmen zusammen. Die wenigsten sind in der Lage, gezielt für das weibliche Geschlecht zu entwickeln. Für Männer zu entwickeln ist viel leichter, weil es hierzu bereits viele Erkenntnisse aus der Vergangenheit gibt, aber auch, weil die meisten Produktentwickler und Entscheider Männer sind. Zwar vertun auch sie sich des öfteren, wenn sie von sich selbst auf andere schließen, doch ist die Kluft zu dieser Käufergruppe insgesamt geringer.

Forschung und Lehre
Die Komplexität von Gender Marketing stellt ein praktisches Problem dar. In einer Zeit, in der Menschen permanent overnewsed, but underinformed sind (frei übersetzt: überhäuft mit Nachrichten, aber zu wenig informiert), in der die Anforderungen an Mitarbeiter aus fast jeder Hierarchiestufe steigen, bleibt eigentlich keine Möglichkeit, sich selbst in eine Thematik einzuarbeiten, die sich noch weiter im Entstehen befindet. Es gibt kein einfachs Modell, keine kurzen Antworten oder leichte Lösungen. Stattdessen sind enorm viele Dinge zu bedenken und zu wissen. Jeden Tag erreichen uns unzählige neue Untersuchungsergebnisse aus den unterschiedlichsten Disziplinen, von der Medizin bis zur Werbewirkungsbefragung über bewusstes und unbewusstes Verhalten von Frauen und Männern. Ein erschreckend großer Teil dieser vermeintlichen Erkenntnisse ist methodologisch unsauber und daher nicht verwertbar, was aber nur wenige davon abhält, sie zu verbreiten. Die Fülle der Veröffentlichungen muss erfasst, gelesen, verstanden und beurteilt werden, bevor sie auch nur eventuell zu einer These für das Marketing verarbeitet werden kann, die dann noch geprüft und gegebenenfalls verändert oder verworfen werden muss. Eigentlich wäre das eine klassische Aufgabe für Universitäten, doch bis heute gibt es keinen diesbezüglichen Lehrstuhl, jedenfalls nicht “bei uns". Student/inn/en, die Arbeiten zu dem Thema schreiben wollen, haben oft Schwierigkeiten, Professoren dafür zu finden, werden an ihren Instituten häufig weder ernst genommen, noch unterstützt.

Dienstleister und Berater
Bislang haben sich “bei uns” nur wenige Berater in diesem Bereich versucht. Die meisten haben inzwischen aufgeben müssen. In den USA dagegen blüht die Beraterszene. Die meisten Frauenversteher sind weiblich. Genauso wenig, wie Männer Frauen verstehen, verstehen Frauen oft die Männer. Aus diesem Verständnismangel gibt es in den USA fast nur Marketing to Women. Erst neuerdings versuchen sich die allerersten Berater an Marketing to Men.

Es erstaunt auf den ersten Blick schon, dass ausgerechnet Länder wie Indien und einige aus der arabischen Liga seit einiger Zeit regelmäßig von sich reden machen. Die Presse aus diesen Ländern berichtet immer wieder von interessanten Marketing-Ansätzen, die sich an Frauen richten. Es erscheint erstaunlich, weil diese Länder uns insgesamt noch so rückständig erscheinen. Doch wenn man bedenkt, dass diese Länder auf ihrem Weg in die (westlich geprägte) Moderne diverse Marketing-Generationen überspringen müssen, dann landen sie eben - von so genannten Traditionen und Gewohnheiten völlig unvorbelastet - einige Schritte vor uns und damit deutlich näher an den USA. Im Übrigen kommen aus diesen emerging markets deutlich häufiger interessante Ansätze als aus den skandinavischen Ländern, die in Deutschland zu Unrecht als besonders fortschrittlich im Gender Marketing gelten (daran ist nur eine unbelegte Behauptung in Wikipedia schuld).

Kommunikation und Werbung
Die allermeisten Bewegungen sind in der Werbung zu sehen. Aber nur wenige Agenturen arbeiten so gut wie beispielsweise in dem aktuellen IKEA-Spot für Pax:

Die meisten Werbe- und sonstigen Kommunikationsagenturen überschätzen ihre Kenntnisse hinsichtlich der Kommunikation mit der weiblichen Zielgruppe bei weitem. Das ist doppeltes Pech für die Unternehmen, die sich für die weibliche Zielgruppe entscheiden und klug genug sind, um sich Know-how ins Haus zu holen. Sie wollen es richtig machen, allerdings fehlt ihnen selbst das Wissen. Umso ärgerlicher ist es, wenn sie nicht nachprüfen können, ob die vermeintlichen Experten auch wirklich wissen, was sie tun. Zu oft erweisen sich teuer eingekaufte Kampagnen nicht nur als unnütz, sondern auch als schädlich für das Unternehmen und die Marke.

Was den Agenturen allerdings nicht anzulasten ist, sind unverständige Werbeleiter und ihre Kollegen, die besser beraten werden, aber selbst fleißig ihre persönlichen Stereotypen pflegen. Auch das passiert.

Die Medien
In Deutschland nehme ich in den Medien ein schwankendes Interesse wahr. Die mediale Berichterstattung zum Gender Marketing oder auch nur zum Marketing für Frauen hat innerhalb des letzten Jahres stark abgenommen. Bis heute ist das geschlechtsspezifische Marketing weder in den klasseischen Wirtschaftsmedien (ausgenommen die löbliche FTD), noch im größten Teil der Fachpresse angekommen. Selbst sonst recht innovative Publikationen, die ich an dieser Stelle nicht beim Namen nennen möchte, halten das “für kein Thema". Die mangelnde Behandlung in den Medien ist keinesfalls nur der aktuellen Wirtschaftskrise geschuldet. Fakt aber ist: Ein Thema findet heute nur durch eine starke mediale Präsenz eine breite Öffentlichkeit. Manager haben oder nehmen sich nur sehr, sehr selten die Zeit, neue Themen gezielt zu suchen und zu studieren. Um sie zu erreichen, muss die Luft schon sehr mit Gender Marketing geschwängert sein. Nun, ich arbeite weiterhin daran.

Publikationen
Als ich an meinem ersten Buch Der Kunde ist weiblich arbeitete, war die Anzahl der Publikationen zum geschlechtsspezifischen Marketing noch sehr übersichtlich. Auch die Berichterstattung hielt sich in überschaubaren Grenzen. Das hat sich gründlich geändert. Es ist - wie ich schon sagte - nicht gerade der deutsche Sprachraum, der sich hervortut. Doch global betrachtet, ist die Flut an täglichen Veröffentlichungen nicht mehr zu bewältigen. Ein vollständiger Scan der täglichen internationalen Berichterstattungen ist undenkbar geworden. Das System, das ich mir bereits vor Jahren eingerichtet habe, um über Artikel und Bücher zu verschiedenen Mann/Frau-Themen auf dem Laufenden zu bleiben, funktioniert noch immer recht gut, aber meinen Umgang mit seinen Ergebnissen musste ich inzwischen radikal verändern.
Auch wurden in den letzten Jahren viele Bücher geschrieben, einige zum Marketing, viele zu anderen geschlechtsspezifischen Forschungsergebnissen und Metastudien. Alle, von denen ich weiß, stammen aus dem englischsprachigen Raum. Momentan stapeln sich mehr als 20 Bücher auf meinem Schreibtisch, die ich dringend lesen will. Und neue werden in den nächsten Tagen zusätzlich geliefert.

Österreich
Österreich liegt - nach meinem Erleben - deutlich vor Deutschland. In Österreich werden die Bemühungen um die Gleichstellung der Geschlechter im vollen Licht der Öffentlichkeit vorangetrieben. Medien berichten reichlich über Gender-Mainstreaming-Maßnahmen, die Politiker unterschiedlichster Ressorts tragen viel dazu bei. Das alles trägt stark dazu bei, “Geschlecht” als allgegenwärtiges Thema sichtbar zu machen, was dazu führt, dass die Bevölkerung es verinnerlicht und sich ihre Wahrnehmung automatisch verfeinert.

Ausblick
Es bewegt sich einiges. Das Interesse erwacht auch “bei uns". Aber wir haben noch einige Jahre in der Bewusstseinsentwicklung vor uns. Ich bin sehr zuversichtlich, doch ich fürchte auch die großen Qualitätsmängel, die mit der Durchsetzung des Gender Marketing vielerorts einher gehen werden. Ich verspreche, weiterhin mein bestes tun, dem etwas entgegen zu setzen.

3.11.2008 Diana Jaffé

Shebas unnötige Kleinigkeiten


Shebas aktuelle Kampagne. Klicken Sie auf das Bild für eine Großansicht.
Bitte klicken Sie auf das Bild für eine Vergrößerung.

Es sind oft nur Kleinigkeiten, die unnötig irritieren.

Ob einem das Layout und das fantasy-feenartige Bild gefallen, muss jede/r Betrachter/in für sich entscheiden. Unstrittig ist wohl, dass Sheba mit diesem Werbeauftritt darauf aus ist, vor allem Katzenbesitzerinnen anzusprechen. Warum also fällt keinem der Verantwortlichen aus Unternehmen oder Agentur auf, dass die Anrede als Standardeinstellung „Herr“ zeigt? Darüber stolpert garantiert jede Userin, die tatsächlich eine Probepackung anfordern möchte.

Böse Absicht? Natürlich nicht. Nur die übliche Gedankenlosigkeit von Unternehmen und Werbern.

Oder um den großen David Ogilvy zu zitieren:
„The consumer isn’t a moron; she is your wife.“

Das Bayerische Staatsministerium bringt’s auf den Punkt


Einen großartigen Spot vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen möchte ich Ihnen wärmstens empfehlen: www.schluss-mit-dem-unsinn.de

Kompliment an die Verantwortlichen und die Macher!

Frauenmagazine boomen als Print, Online und als Kombi


Kaum hat sich der Burda-Verlag in den USA am Frauennetzwerk Glam Inc beteiligt, können wir feststellen, dass es sich um eine allgemeine Entwicklung zu handeln scheint. Überall sprießen neue Presse-Angebote für Frauen aus dem Boden, manche mit bekannten, andere mit neuen Konzepten.

Gesucht: Sportsfreundin
Gelungene Zeitschrift mit vielen neuen Konzepten: Gesucht: Sportsfreundin

Zu den neuen Konzepten gehört mit Sicherheit Gesucht: Sportsfreundin. Der Schwerpunkt diese Publikation liegt auf der gedruckten Zeitschrift, die kostenlos im Sportfachhandel erhältlich ist. Die Website dient flankierend der Absicht, Frauen die Möglichkeit zu geben, eine Sportpartnerin in ihrer Umgebung zu finden und befindet sich noch im Aufbau. Besonders bemerkenswert sind die neuen Konzepte der Macherinnen, die zweifellos eine neue Generation der Informationsaufbereitung und -präsentation für die sportliche und gebildete Frau von heute einläuten. Die verwendete Sprache ist in der Januar-Februar-2008-Ausgabe ein Genuss. Ich empfehle dringend die Besorgung der aktuellen Ausgabe.

Ein anderes, ebenfalls von einem kleinen Verlag initiiertes Magazin ist mag-pearl.de, das allerdings zu den reinen Online-Magazinen gehört. Ein kurzer Blick genügt, denn es gibt noch nicht viel zu lesen. Die Navigation lässt allerdings auch nicht viel mehr Inhalte zu. Kommt man als Userin nicht auf die Idee, dass man wie in einer Zeitschrift (linear!) blättern soll, dann verschwimmen die wenigen Artikeln ganz fix. Die Inhalte sind konventionell wie für einen Großteil der Frauenzeitschriften üblich und bieten der etwas anspruchsvolleren Leserin kein Futter. Dafür soll künftig auch hier das Web 2.0 und damit die Arbeit von Leserinnen Einzug halten. Warum also bringe ich dieses Magazin überhaupt zur Sprache?

Es ist das erste Mal, dass ich Werbung von Mercedes Benz in einem Frauenmagazin sehe!

Werbebanner von Merceds Benz auf mag-pearl.de
Mercedes Benz wirbt per Banner auf mag-pearl.de

Gut, es handelt sich zwar nur um ein Banner auf der Einstiegsseite, aber das ist doch auffällig genug. Natürlich handelt es sich nicht um eines der sportlicheren Modelle, sondern um den Kombi der C-Klasse (Mütter aufgepasst!). Doch werden wir hiermit vielleicht Zeuginnen und Zeugen einer neuen Werbeära? Werden wir bald endlich wieder Fahrerinnen sehen können, statt der ewigen Beifahrerinnen? Ich jedenfalls halte meine Augen offen.

Übrigens brauchen Sie nicht auf den Mercedes-Link zu klicken. Die Microsite, auf die das Werbebanner von Merceds führt, vermeidet wie üblich, sich an Frauen zu richten.

“The “girls rule” trend in content creation”


Glitter Graphics

Für die Kreation von solchen “Kunstwerken” haben Mädchen angeblich mehr Geduld als Jungen. Aber sicherlich auch mehr Interesse, und nicht nur daran.

Unter den 12- bis 17-jährigen Internet-Nutzern sind Mädchen inzwischen die deutlich aktiveren, zumindest wenn es um die Kreation von Web-Inhalten geht. Die New York Times widmete dieser Erkenntnis gestern einen Artikel, in dem auch die Studie des Pew Internet & American Life Project zitiert wird. Demnach bloggen 35% der Mädchen in dieser Altersgruppe, aber nur 20% der Jungen. Auch in der Gestaltung einer eigenen Website haben Mädchen, zumindest in den USA, die Nase vorne (32% der Mädchen, 22% der Jungen). Allerdings werden mehr Videos von Jungen veröffentlicht.

Besonders interessant an diesem NYT-Artikel ist aber die Feststellung, wie unterschiedlich die Interessen, aber auch die kommunikativen, wie auch kreativen Bedürfnisse und Fähigkeiten von Mädchen und Jungen sind.

Ich stimme Pat Gills Erklärungsversuch für die Verschiedenartigkeit der Selbstpräsentationen nicht zu. Die Direktorin des Institute for Communications Research und assoziierte Professorin für die Gender and Women’s Studies an der University of Illinois schreibt das unterschiedliche Verhalten einmal mehr der Erziehung zu. So würden Mädchen schon sehr früh lernen, ein Objekt zu sein und würden sich später entsprechend im Internet präsentieren.

Glitter Graphics

Dagegen überzeugt mich das zitierte Ergebnis einer Untersuchung des Berkman Center for Internet & Society an der Harvard Law School, viel mehr. Demnach nutzen Mädchen und junge Frauen das Internet als eine neue Ausdrucksform für die eigene Persönlichkeit. Die eigene Website, so John Palfrey, Geschäftsführer des Berkman Centers, sei zu vergleichen mit der Auswahl der Bekleidung. Aus demselben Grund würden die Mädchen so eifersüchtig darüber wachen, ob von ihren Websites Elemente geklaut werden. So kommt es gelegentlich zu Warnungen wie „hotlink and die“ (hotlink bedeutet die Einbindung fremder Bilder auf die eigene Website).

Übrigens lohnen sich die Aktivitäten der Mädchen bereits in mehrfacher Hinsicht. Einige von Ihnen erhalten Werbegelder von Unternehmen für die Nennung in ihren Podcasts, was genauso funktioniert wie die Werbung in der Anfangszeit des Radios. Im Januar habe ich auf einem Vortrag von Alexander Wunschel gelernt, dass Podcasts von Frauen bzw. mit Frauenstimmen sehr viel öfter gehört werden als Podcasts von Männern. Diesen Umstand machen sich viele zunutze, darunter auch Spiegel Online mit Ehrensenf.

Glitter Graphics

Und für alle, die etwas mehr über die aktuelle Web-Glitter-Mode erfahren wollen, die starten am besten bei Google oder zum Beispiel direkt bei Glitterbank. Wenn Sie allerdings denken, dass dies schon der Gipfel ist, dann habe ich noch etwas für Sie, das alles toppt: Es gibt auch eine albanische Website, die Glitter-Bilder für die Unabhängigkeit des Kosovo zum Download bereitstellt. Leider bringt diese Website meinen Browser zum Absturz, weswegen ich sie an dieser Stelle nicht zu verlinken wage. Auf jeden Fall gibt es mehr zwischen Himmel und Erde…

21.2.2008 Diana Jaffé

E-Commerce: Amazon ist am besten


Andreas Göldi hat eine sehr spannende, weil differenziertere Betrachtung als üblich auf die Geschäftsmodelle von Amazon, Google, eBay, Facebook und einigen anderen geworfen.

Achten Sie mal besonders auf die Argumentation zu Amazon.

Dem habe ich nichts hinzuzufügen. Hugh.

Nirve pimpt auch Fahrradreifen


Hello-Kitty-ReifenHawaiianisches Blümchen-Profil
Fahrradreifen der neuen Generation von Nirve

Der kalifornische Fahrrad-Hersteller Nirve baut nicht nur coole Cruising-Räder für Frauen und Männer, sondern hat natürlich auch das volle Zusatzprogramm im Angebot. Aber die Fahrradreifen mit hawaiianischen Blumen oder gar im Hello-Kitty-Profil stellen alles bisher Gesehene definitiv in den Schatten.

Box-Highlight 2007


Floyd Mayweather in PlüschRicky Hattons Union Jack am Hintern
Floyd Mayweather jr. gegen Ricky Hatton: ein modisches Highlight

Der Boxkampf im Weltergewicht zwischen Floyd Mayweather jr. und Ricky Hatton war nicht gerade das, was man als elegant oder kultiviert bezeichnen könnte, selbst wenn man dem Boxen nicht grundsätzlich abgeneigt ist. (Mayweather gewann in der 10. Runde durch K.O.)

Was das Ereignis aber durchaus bemerkenswert machte, war die Wahl der Kampfbekleidung beider Recken. Es stach nämlich sogleich ins Auge, dass Mayweather in Plüsch (vulgo: Webpelz) und Hatton in aufwändig mit Pailletten bestickten Höschen kam. Welchen Eindruck das alles wohl zu Muhammed Alis Zeiten vermittelt hätte?

Oh Gott, ich kann noch immer nicht glauben, dass ich das hier schreibe…

31.10.2007 Diana Jaffé

Saturn hasst teuer und liebt Beschwerden


Neue Saturn-Kampagne: Standbild aus dem neuen TV-Spot von Scholz & Friends, Berlin
Saturn bleibt offenbar auch künftig kontroversen Kampagnen treu: Allerdings gönnt man der nackten Frau weder Brustwarzen, noch eine Schambehaarung

Weil die Menschen wieder mehr Geld für ihren Konsum ausgeben, hat Saturn die nach eigenen Angaben erfolgreichste Werbekampagne seiner Firmengeschichte nun gegen einen neue ausgetauscht. Nicht mehr Geiz ist geil, sondern Sex. Logisch.

“Veronika Hugo strahlt nicht mehr diese Kühle aus: Sie wirkt sinnlicher und trotzdem Technologie affin", zitierte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung am 21.10.2007 den Geschäftsführer der Media-Saturn-Holding, Roland Weise. Bei einem geplanten Werbebudget von etwa einer halben Milliarde Euro im laufenden Jahr werden wir die sinnliche Wärme der neuen Saturn-Vertreterin sicherlich noch oft zu sehen bekommen.

Inzwischen habe ich ja begriffen, was die Automobil-Industrie, aber auch die Hersteller von Computer-Spielen bewirken wollen, wenn sie leicht bekleidete Mädels um ihre Produkte drapieren. Aber bei Saturn verstehe ich es noch immer nicht. Kann mir das vielleicht jemand erklären?

Neue Saturn-Kampagne: Standbild aus dem neuen TV-Spot von Scholz & Friends, Berlin

Ich bin schon gespannt auf die Beschwerden von - sicherlich überwiegend weiblichen - Konsumenten. Ich bin auch neugierig, wie der Konzern und der männlich besetzte Werberat darauf reagieren werden. Aber am meisten verwundert mich doch immer, dass sich die Menschen in der Vergangenheit fürchterlich über den angeblich geilen Geiz aufgeregt haben, dabei zumeist aber auch weiterhin unverholen dort kauften. Ich weiß das, weil ich alle Beschwerdeführer, die zu mir kamen, gefragt habe. Übrigens kann ich nichts für die Saturn-Kampagnen.

Neue Saturn-Kampagne: Standbild aus dem neuen TV-Spot von Scholz & Friends, Berlin

Für all diejenigen, die den TV-Spot noch einmal ansehen möchten, natürlich aus rein professionellen Gründen: Hier bei der W&V ist er zu haben.

Hugo und die Chromosomen


Die neuen Parfums von Hugo für Sie und Ihn
Die neuen Parfums von Hugo Boss, benannt nach dem chromosomalen Unterschied

Hugo Boss hat für die jüngere Linie Hugo zwei neue Duftwasser für die Dame und den Herren auf den Markt gebracht, bei denen die Bezeichnung unsere besondere Aufmerksamkeit verdient. Offensichtlich wollten die Verantwortlichen von den üblichen Klassifikationen Woman/Donna bzw. Man/Uomo etc. absehen.

In der aktuellen Geschlechterdiskussion wird am Rande auch immer mal wieder über die Definition von “Geschlecht” und ihre Zusammensetzung diskutiert. Wer mich kennt oder schon einmal einen Vortrag von mir gehört hat weiß, dass die so genannten gängigen Definitionen für meinen Geschmack viel zu häufig einer Ideologie gleichen.

Das Geschlecht zu definieren ist keine einfache Sache, immerhin stehen uns ungemein viele Betrachtungsebenen zur Verfügung, von denen die meisten gerne unterschlagen werden. Da haben wir mindestens

  • das chromosomale Geschlecht, zuweilen unpräzise auch als genetisches Geschlecht bezeichnet (XX bzw. XY auf dem 23. Chromosomenpaar)
  • das genitale Geschlecht
  • das gonadische oder hormonelle Geschlecht
  • das soziale Geschlecht, aber auch
  • das kulturelle Geschlecht sowie
  • ein immenser, noch kaum erforschter Einfluss durch Bildung

Es ist also alles gar nicht so simpel, trivial oder gar banal.

Boss hat sich für die neuen Hugo-Parfums ganz zeitgemäß für das chromosomale Geschlecht als Bezeichnung entschieden. Das fällt auf, setzt Zeichen. Mir gefällt es, sogar ausgesprochen gut. Aber ich weiß auch, dass sich manche Menschen womöglich dadurch ausgeschlossen fühlen. Die Natur leistet sich viele Variationen, auch beim Geschlecht. Geschlecht ist nicht für alle Menschen eine eindeutige Klassifizierung, immerhin gibt es XX-Männer und XY-Frauen, inter, und transsexuelle Menschen sowie weitere Varianten. In diversen Gesprächen konnte ich in der Vergangenheit lernen, dass Menschen sich auf Grund von Produkten und Kampagnen ausgeschlossen fühlen. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, sich auch bei scheinbar alltäglichen Marketing-Entscheidungen stets zu verallgegenwärtigen, wie man Menschen einschließt, nicht aussperrt.

Nochmals: Mir gefällt die Hugo-Parfum-Bezeichnung professionell und persönlich sehr gut. Klassifizierungen wie in diesem Fall sind in aller Regel durchaus sinnvoll und erscheinen oft sogar unvermeidbar. Wir Marketing-Verantwortlichen sollten uns aber dennoch immer bewusst sein, dass zu jeder Norm auch die Deviation gehört. Und wann immer es sich um Menschen handelt, sollten wir uns mit Ihnen ernsthaft und respektvoll auseinandersetzen.

3.9.2007 Diana Jaffé

Der Kunde ist Königin - und Grey arbeitet fragwürdig


Die Düsseldorfer Niederlassung von Grey International war ausgesprochen “kreativ". In diesem September veranstaltet sie einen Tag zum Thema “Kundin” - und hat der Veranstaltung den Titel “der Kunde ist Königin” gegeben. Dummerweise ist dies der holländische Titel meines Buchs. Eine Nutzung des Titels haben weder der Verlag, noch ich autorisiert. Auch die Nähe zum deutschen Titel “der Kunde ist weiblich” erschien nicht auffällig.

Ich führte Rücksprache mit der Projektverantwortlichen Ulla Burkhard, die darauf bestand, dass der Titel, ebenso wie das Veranstaltungskonzept, im eigenen Hause entwickelt worden sei. Meiner Anmerkung, zu der Veranstaltung sei, wenn sie auf die Eigenentwicklung des Titels sowie des Thementags bestehe, offensichtlich nicht einmal eine Recherche durchgeführt worden, widersprach sie nicht. Übrigens ist Greys CEO, Alina Kessel, wenige Tage vor der Grey-Veranstaltung beim 2. Gender Marketing Kongress auf dem Podium. Was sagt das über die “eigenentwickelten” Konzepte Greys?

Ich empfinde eine solche Vorgehensweise Greys als unseriös und werfe der Agentur Plagiat oder Schlamperei vor.

Entschuldigt hat sich bisher niemand.

23.8.2007 Diana Jaffé

Spiele für Wii & Co.


Ubisoft-Logo

Natürlich muss es für die Spielekonsolen auch Spiele geben. Und so innovativ die Technik ist, so innovativ müssen die Spiel-Konzepte für die vollständige Ausnutzung der technischen Spielmöglichkeiten sein. Ubisoft stellt auf seiner heutigen Pressekonferenz (PK) die Gedanken hinter dem Ansatz “Spiele für mich” vor. Hier wird klar kommuniziert, dass die Spiele-Genres um neue Spiel-Prinzipien ergänzt werden sollen.
Hier (Teil 2 der PK) der betreffende Aussschnitt der PK (größtenteils auf Englisch).

Aktuell sind alle erdenklichen Tierspiele für junge Mädchen sehr beliebt (bei Entwicklern und Spielerinnen gleichermaßen), die Auswahl wächst und wächst. Wie immer, in allen Branchen, wollen alle einen Teil desselben Kuchens. Dies und mehr gibt es hier (Teil 3 der PK).

PS: Was ich besonders bemerkenswert finde ist die Qualität der Figuren bei dem gezeigten Reiterhof-Spiel. Sie bewegen sich so hölzern und die Mimik ist so gering, dass selbst die Figuren aus den japanischen Trickfilmen aus den 1970-ern wie Heidi, Wicki und Captain Future geradezu realistisch dagegen wirken. Das mag für junge Mädchen eine Zeit lang reichen, aber gewiss nicht lange. Da wir heute wissen, dass schon neugeborene Mädchen bevorzugt Gesichter anschauen, während Jungen, die auch gerade einen Tag alt sind, bevorzugt auf Gegenstände reagieren, und dies sich im ganzen Leben fortsetzt, ist die Informationsvermittlung über körperliche Merkmale gerade in den Spielen wichtig, die auch von Mädchen bzw. Frauen gespielt - und insbesondere gekauft! - werden sollen.

Das “Wir” gewinnt


Sonys Playstations für das weibliche Geschlecht
Sonys Neuigkeiten für Spielerinnen auf der Games Convention 2006

Alle Jahre wieder beschert uns die Games Convention in Leipzig neue digitale Spiele. Nun ist es wieder soweit und ich frage mich, was wir ab morgen wieder zu sehen bekommen. Im letzten Jahr waren vornehmlich rosa Spielkonsolen bemerkenswert, soweit es um die weibliche Zielgruppe ging.

Ich kann leider nicht hellsehen, aber es ist inzwischen unüberhörbar, dass es den Spiele-Herstellern an Konzepten für Spielerinnen mangelt. Dabei hat Nintendo einen revolutionären Ansatz gefunden. Seit Ende des letzten Jahres ist Nintendo Wii auf dem Markt. Seither sind Computerspiele nicht länger das Feld vermeintlich einsamer, männlicher, unattraktiver junger Männer, sondern eine durchaus sportliche Betätigung für Familien und Freunde - einschließlich Frauen und Mädchen.


Jetzt geht Nintendo noch einen - sehr bemerkenswerten - Schritt weiter. Ganz frisch ist das Wii Balance Board (mehr Details zur Funktionsweise gibt es bei dieser Präsentation):


Und es gibt ganz sicher noch viele andere Konzepte für viel mehr Spiel-Systeme und Spiele-Genres. Die Voraussetzung dafür ist primär das Verständnis der Zielgruppe.

Schöner putzen mit Methode


Einstiegsset für den Boden von Method
Schöner Putzen - für die Beseitigung dicker Luft zu Hause

Da soll doch einer noch mal sagen, dass Putzmittel langweilig und stets hässlich verpackt sein müssen! Die Produkte von Method sind vielleicht weniger hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe innovativ, aber von ihrem Ansatz her, umweltfreundlich zu putzen und eine gute Luft im Haus zu schaffen, ganz sicherlich. Dazu noch ein gutes Design… Da macht Putzen vielleicht auch Banausen mal etwas Freude.

24.4.2007 Diana Jaffé

T-Systems: Sex am Arbeitsplatz?


Aktuelle Online-Kampagne von T-Systems

Aktuelle Online-Kampagne von T-Systems
Aktuelle Online-Kampagne von T-Systems: Sehen Sie den Arm über den Bettrand ragen?

“Jaaaaa…?!?", dachte ich, als ich diese Kampagne soeben entdeckte. Mir war nicht klar, was die Andeutung einer Bettszene mit “Business flexibility” in Verbindung bringen könnte, das nicht automatisch schlüpfrig gemeint sein könnte. Als ich dem Link nachging, klärte sich diese Frage weiterhin nicht, denn dort erwartete mich dieses Bild:

Bild auf der Homepage zur obigen Online-Kampagne von T-Systems
“Auflösung” auf der Homepage zur obigen Online-Kampagne

Da bleiben doch so einige Fragen offen, z. B.: Was will uns T-Systems damit eigentlich sagen? Oder: Wieso ist es schon wieder ein Kerl, der seine Füße hochlegen kann, während die Frau arbeiten und dabei auch noch lächeln muss? Fragen über Fragen…

Hornbach: Nur das Projekt zählt


Held des Projekts: Trümmerfrau
Hornbachs neue Kampagne: Held des Projekts

Hornbach wirbt nun mittels einer Diversity-Kampagne. Jetzt ist es egal, welches Alter, welche Nationalität, welches Handycap, welche Religion oder sexuelle Orientierung man hat. Es zählt einzig das Projekt.

Die Kampagne der Agentur Heimat ist wirklich schön geraten, aber ich finde ja fast immer etwas anzumäkeln. Ich meine, außer der Trümmerfrau hätte bei insgesamt sechs Motiven schon noch ein “Frauenmotiv” anfallen können, immerhin ist es ja nun wirklich kein Geheimnis mehr, dass die deutliche Mehrzahl von Männern keine Bohrmaschine mehr ohne Rücksprache mit dem Weibe kauft. Oder ist es doch noch nicht so bekannt?

Und meine zweite Mäkeligkeit bezieht sich auf den Kern der Kampagne: Wenn ich einen Gedanken mehr denke, dann ist es wirklich nett, dass ich zwar sein kann, wie ich bin (jedenfalls hinsichtlich Nationalität, Alter, sexueller Orientierung, Religion, Schönheitsgrad, Alter und Geschlecht), aber wenn es doch nur zweitrangig ist und das Projekt, also ein Ding, alles ist, was zählt… dann komme ich zu dem Schluss, dass es doch nur eine weitere Kampagne für Männer ist.

Bico weiß, wovon Menschen träumen


Bico of Switzerland
Die aufgeschnittene Matratze – fast schon ein Markenzeichen von Bico.

Der Schweizer Matratzenspezialist Bico, normalerweise eher für unspektakuläre Bilder bekannt (s. o.), hat sich für eine neue Werbekampagne entschieden, wie die Online-Ausgabe der Schweizer Marketing-Zeitschrift Persönlich am 05.03.07 berichtete. Inzwischen wurden bereits zwei Spots der langfristig geplanten Kampagne umgesetzt, wobei Persönlich bedauerlicherweise nur einen zeigt.

Der Hintergrund des Spots laut Persönlich: “Im ersten Spot träumt sich eine rundum sympathische Schweizer Hausfrau an einen fernen Traumstrand (…).”

Schauen Sie selbst! Was denken Sie?

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Ich finde den Spot entzückend, doch ohne die vorhergehende Info könnte man ihn auch durchaus missverstehen. Und dann wäre das Ganze womöglich eher kontraproduktiv.

Mein Dank für den Hinweis auf diese Kampagne sowie für die anschließende Diskussion geht an Mirjam und Pauline. Mein Fazit daraus: Es gibt wahrscheinlich eine Menge Frauen, die sich über Spots wie diese zu Recht aufregen. Das Problem sind allerdings nicht immer die Spots selbst, sondern die Tatsache, dass sie nicht in eine Fülle von unterschiedlichen Frauen-Werbebildern eingebettet sind. Vielmehr gibt es fast nur solche Bilder, die von vielen Frauen als Herabwürdigung im Sinne einer extrem verengten (männlichen) Sicht, also als ein sogar noch verdichtetes Stereotyp empfunden werden.

Hier können Sie den Spot übrigens herunterladen.

Bei 3 kriegen Frauen mehr


Logo DreiSonderaktion beim Österreichischen Mobilfunkprovider 3
3 bietet noch bis Ende März 2007 ein besonderes Angebot für Neukundinnen

Mein heutiger Dank geht an Katrin-Sophie Dworczak. Sie machte mich auf das aktuelle Sonderangebot des Österreichischen Mobilfunkproviders 3 aufmerksam. Bereits vor einem Monat berichtete die Online-Ausgabe des Österreichischen Standard darüber, dass Frauen bei Vertragsabschluss bis Ende März 2007 zwei Jahre lang 25% mehr Gratisleistungen bei Tarifpaketen in Anspruch nehmen können. Und noch besser ist, dass derstandard.at uns auch die Werbespots dazu bietet:
Spot 1
Spot 2
Spot 3

Was denken Sie darüber? Machen Sie sich doch selbst ein Bild, bevor Sie weiterlesen!

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Kleine Analyse:

Die Kampagne benutzt die klassische Technik der kognitiven Dissonanz. Sie greift vermeintlich typische Frauenthemen auf und macht sie auffällig, indem die Gesprächsthemen in einen anderen Kontext (Männergespräche) gesetzt werden. Durch die Erzeugung einer gewissen Irritation durch den Widerspruch soll die Aufmerksamkeit der Zuschauerin bzw. des Zuschauers erhöht werden. Das ist ein netter Ansatz, aber meines Erachtens nur eingeschränkt originell. Interessant finde ich, dass sich einmal mehr zeigt, was die Werber für typische Frauengespräche halten. Einmal mehr werden Frauen auf tränenreiche Vorabendserien, Schuhkauf und Liebesdinge reduziert. Klar gehören diese Themen mehr oder weniger auch zu unserem Leben. Aber eben nicht nur. Und sie sind auch ganz sicher nicht aussagekräftig im Hinblick auf unsere Themenbreite.

Spannend finde ich übrigens auch immer, was nicht gesagt oder gezeigt wird. Bei dieser Aktion ist es das – sonst zweifellos häufig überstrapazierte – Wort „Kommunikation“. Hier heißt es schlicht: „Weil Frauen mehr zu sagen haben.“ Hmmm… die haben sich eine Menge Mühe gegeben, es möglichst wertfrei klingen zu lassen.

Ist Ihnen aufgefallen, welches Handy 3 dazu anbietet? Es ist das Nokia 3790 (WOW: 3 Megapixel-Kamera!) in… – tätä! – „powder pink“. Das Gerät gibt es auch in “bronze black", nicht jedoch zum beworbenen Sonderangebot. Das spannendste ist jedoch, dass dieses Gerät eine maximale Sprechzeit von nur 3 Stunden hat. Dann ist der Akku leer. Wozu nützt bei einem solchen Tarif, dass dieses Handy 220 Stunden Standby schafft? Wenn ich einen Telefontarif habe, bei dem ich viel und lange kostenlos telefonieren könnte, ihn aber wegen der begrenzten Akkuleistung nicht so ausgiebig nutzen kann, wie er mir angepriesen wird – ist das schön?

Üüübrigens: In Deutschland gibt es ja neuerdings das Gleichstellungsgesetz. Und auch Österreich war verpflichtet, die 2004 verabschiedete EU-Richtlinie zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern in Landesrecht umzusetzen. Daraus ergibt sich für mich die Frage (ohne jemanden auf dumme Gedanken bringen zu wollen): Darf 3 das überhaupt?

Aussiebum: Der “Wonderbra für Männer”


Wonderjock von Aussiebum: soll sein bestes Stück gut (= größer) aussehen lassen
Neu: Der Wonderjock soll sein bestes Stück gut (= größer) aussehen lassen

Aussiebum ist beinahe ein Synonym für Männer-Unter- und -Badewäsche mit frechem Image. Neben allerlei buntem Angebot gibt es nun die Wonderjock-Serie. Diese verspricht in etwas holpriger Übersetzung:
Die neue ‘wonderjock’ technik in diesen aufsehen erregenden, reine baumwolle patriotischen Unterhosen lassen ‘ihn’ groesser erscheinen und fuehlen sich auch noch fantastisch an.

Nun, die Slips mag man mögen oder nicht, die Größe mag entscheiden oder nicht, doch die Positionierung der Marke ist wahrhaft herzerfrischend. Es kann keinen Zweifel geben, dass sie mit dieser Art der Wäschepräsentation sowohl für Männer, als auch ihre Freundinnen funktioniert. Appetitliche Männerkörper vor australischen Kulissen bei strahlendem Sonnenschein… Ich wünschte, es gäbe ebenso unverkrampfte Konzepte für Frauen und empfehle zur Veranschaulichung insbesondere auch die Videosektion der Website.

8.2.2007 Diana Jaffé

And now for something completely different…


Nur eine kleine amüsante Abwechselung für Sie, ohne besonderen Anlass:


31.1.2007 Diana Jaffé

Bravo, Signora Lario!


Es hat nichts mit Marketing zu tun, dafür aber mit einem anderen Thema, das mir schon seit einiger Zeit zu denken gibt: Was ist “weiblich"?

Zum ersten Mal ernsthaft sprang mich diese Frage vor einigen Monaten in den Niederlanden an, als ich nur geringfügig gehetzt von meinem Hotel zu meinem Vortragsort schlenderte. Da kamen mir drei junge Frauen entgegen, eindeutig Immigrantinnen, für das damalige Wetter auffällig kurz und reizvoll bekleidet. Des Holländischen zwar nicht mächtig, fiel mir sofort der Kontrast zwischen ihrem aufwändigen Styling und ihrem Kommunikationsstil auf. Ihnen war es offensichtlich sehr wichtig, als Frauen begehrt zu werden, ihre verbale sowie körperliche Sprache konnten dagegen nicht männlicher sein! Sie wollten stark erscheinen (und das gehört für die meisten Frauen jeglicher Nationalität, jedes Alters sowie jeder sozialen Schicht heute zum eigenen Selbstverständnis) - hatten aber kein Vokabular, keine Gestik weiblicher Stärke zur Verfügung. Ich gebe zu, es gab mir zu denken. Ich denke noch immer darüber nach, denn bis heute habe ich keine “Definition für weibliche Stärke” ohne “zeitgeistige Verfälschung durch männliche Verhaltensweisen und Werte” gefunden, die mich überzeugt hätte. Mir scheint, hier ging viel verloren. Vielleicht zu viel. Ich befürchte, es war einer der Preise, die wir in der Vergangenheit für zweifellos notwendige Gleichstellungsbemühungen bezahlt haben, ohne es zu merken.

So, und jetzt komme ich über diesen Umweg endlich zu Veronica Lario. Sie ist nämlich die Gattin des berüchtigten Silvio Berlusconi, seines Zeichens italienischer Medienmogul und Ex-Premier. Sie schrieb ihrem Mann in der ihm eher gegnerisch gesinnten, nicht zu seinem Medien-Imperium gehörenden, Zeitung La Repubblica einen offenen Brief, in dem sie eine Entschuldigung für seine Avancen anderen Frauen gegenüber forderte. Er habe dadurch ihre Ehre als Frau verletzt.

Und tatsächlich hat er ihr sogar noch am heutigen Tag geantwortet, ebenfalls in La Repubblica. Für alle, die zufällig nicht fließend Italienisch sprechen, hier die deutsche Kurzfassung des ersten Teils.

Warum mich das alles beschäftigt? Weil ich “wie ist heute eine Frau stark, ohne auf männliche Sprache und Symbolik zurückzugreifen?” für eine wichtige Frage halte. Weil es mich erschreckt, dass mir weder spontan, noch nach Monaten der Überlegung eine überzeugende Antwort darauf einfällt. Weil es mir sehr zu denken gibt, dass ich männliche Stärke sehr wohl erklären kann. Weil ich mag, was Signora Lario getan hat.

Dove ist Pro - nicht Anti


Dove Pro-Age
Eine neue Farbe bei Dove: Braun steht “für Alter".

Dove weiß uns - obwohl wir schon viele hervorragende Kommunikationsmaßnahmen kennen und schätzen - auch weiterhin angenehm zu überraschen. Unilever hat, zeitgleich in Deutschland und in den USA, eine Produktlinie speziell für Frauen in der Menopause auf den Markt gebracht. (Das mit der Menopause wird bei uns nicht so deutlich thematisiert wie im Heimatland.) Und der Name: Pro-Age. Schön gemacht!

Mehr dazu hier: MarketingDaily.
(Ich kann wirklich kaum glauben, dass die gesamte Real-Women-Kampagne erst 2 Jahre alt ist!)

Wer kauft die Weihnachtsgeschenke?


Braun Pulsonic Werbebanner Einstellung 1 Braun Pulsonic Werbebanner Einstellung 2 Braun Pulsonic Microsite - größer
Braun: Werbebanner für die Zielgruppe “Frau mit Partner", Produktinformationen für Männer

Es weihnachtet wieder einmal und die Schenkenden werden rechtzeitig mit freundlichen Hinweisen bedacht. Aus Gender-Marketing-Gesichtspunkten gut gemacht ist das Werbebanner von Braun für den Herrenrasierer Pulsonic.

Das Gerät selbst ist in Konzept und Design maskulin, der Name strahlt Technik aus. Doch für Kaufentscheidungen im so genannten Kleinelektro-Bereich sind Frauen zu über 70% zuständig. Dazu kommt die Verantwortlichkeit der Frauen für Geschenke. Und Weihnachten ist ein guter Anlass für Geschenke. Was also liegt näher, als zu genau diesem Zeitpunkt dieses Gerät bei Frauen zu bewerben? Richtig: nichts. Da ist es nur ein praktischer Benefit, Mehrwert, Zusatznutzen, dass die Entscheiderin mit einem Braun-Lockenstab für ihre gute Wahl belohnt wird, nicht wahr?

Auf jeden Fall führt die Bannerwerbung zu einer zwischengeschalteten Microsite für die Sonderaktion. Wünscht die Entscheiderin allerdings Produkt- oder weitere Informationen, wird sie auf die Produktwebsite weitergeleitet, die wiederum für Männer konzipiert ist. Schade, dass diese Stelle noch inkonsistent ist. Besser wäre die Erweiterung der Microsite um Produktinformationen und Bezugsquellen unter Beachtung weiblicher Sprache und entsprechendem Design gewesen. Mit einer konsistenten Microsite hätten sich - über die werblichen Ziele hinaus - auch weitere Zusatznutzen etablieren lassen, beispielsweise für die Datenerhebung und die Customer Relations. Nächstes Mal…

Ist das smart?


Sonderedition: Smart in Pink
Die Franzosen hielten im Dezember 2005 eine Pink-Edition für nötig

Aber sind die smart-Designer im Stammsitz schlauer als die Franzosen? Am 9. November wird der Modellnachfolger des Fortwo vorgestellt. Wie er aussehen wird? Spiegel online zitiert den Chefdesigner bei Smart, Hartmut Sinkwitz, so: “(…) Die Zeiten von Kindchenschema, Streicheleffekt und Knutschkugel sind passé.” Weiter heißt es im selben Artikel: “Wenn das Auto im nächsten März auf die Straßen komme, werde es ein sehr viel “maskulinerer” Smart sein.”

Demnach sind Kindchenschema und alles Niedliche weiblich? Was soll ich dazu noch sagen? Wie sicher sind die smart-Strategen bei der Kenntnis der Bedürfnisse von Autofahrerinnen und Autofahrern? Manchmal wohl etwas zu sicher, wie die Einstellung diverser Modelle in jüngerer Vergangenheit sowie die Schließung der smart GmbH zum 31.12.2006 beweist.

13.10.2006 Diana Jaffé

Absurde Auswüchse: Was gilt in Norwegen als männlich?


Hinweisschild aus Kambodscha
Steh- oder Sitzpinkler alternativ interpretiert. Zugegeben: Dieses Schild ist aus Kambodscha, nicht aus Norwegen

Ich weiß, ich sollte viel häufiger zum eigentlichen Thema dieses Blogs posten, doch die (andere) Arbeit genießt meine Priorität. Doch wenn ich über ganz besonders absurde Dinge stoße, dann muss ich sie unbedingt teilen, Zeitmangel hin oder her. Und das hier möchte ich unbedingt mit Ihnen teilen:

Skandinavien wird in Deutschland als die in Sachen Gleichstellung am weitesten entwickelte Region (wenigstens in Europa) gehandelt. In Norwegen hat es nun eine Unisex-Toilette in einer Grundschule bis in die nationalen Abendnachrichten, in internationale Blogs geschafft (so auch in diesen, wie man sieht) und die Gemüter der Nation erhitzt. Die Story: Die Schulleiterin bat die Eltern, ihren Söhnen, Zweitklässlern, das Pinkeln im Sitzen beizubringen, weil sie beim Zielen noch nicht so gut seien. Eine Mutter begann, sich zu wehren. Medien, Psycho-Fritzen und Politiker schalteten sich in die Debatte ein, die schnell zu der Frage ausuferte, ob ein Mann, der im Sitzen pinkeln muss, überhaupt noch ein Mann sei. Jetzt ist die ganze Geschichte beiden Frauen über den Kopf gewachsen…

Wieso auch ich darauf verweise? Weil mir nicht nur diese Geschlechter-Diskussion zuweilen übertrieben vorkommt. Sollen wir uns etwa auch an solchen Diskussionen ein Beispiel nehmen? Und ja, natürlich habe auch ich eine Meinung zu dieser ausgesprochen wichtigen Glaubensfrage, aber die bleibt schön meine Privatsache.

1. Frauen Finanz Kongress


Logo: 1. Frauen Finanz Kongress
Simplify And Enjoy Your Finances!

Am 24. und 25. November 2006, also an einem Freitag und Samstag, findet in Frankfurt der <1. Frauen Finanz Kongress statt. Er richtet sich an Frauen, die verstanden haben, dass ihre Finanzen - und dabei insbesondere der Aufbau von eigenem Vermögen - mehr Aufmerksamkeit und Engagement erfordert als bisher.

Der Untertitel und das Programm zeigen, wohin die Reise geht: Stellen Finanzfragen bis heute für die meisten Frauen ein ungeliebtes Sujet dar, wollen die Veranstalter beweisen, dass der Vermögensaufbau bereits mit geringem Aufwand Freude und Entspannung bringt. Und so verwundert es nicht, dass das Rahmenprogramm dieser Veranstaltung viel mit der Erzeugung von Wohlgefühl zu tun hat.

Übrigens ist die Initiatorin niemand Geringeres als Dorette Segschneider. Bereits seit Anfang der 1990-er Jahre setzt sich die Moderatorin der 3satBörse für die “Emanzipation der Frauen in Finanzfragen” (meine Formulierung!) ein. Sie ist Autorin von Geld macht doch glücklich! Der Finanzfahrplan für Frauen und weiteren Büchern mit Finanztipps.

L’Oreal: Ohne die Damen pflegen sich die Herren nicht?


Kopfzeile auf der Website von L'Oreal men expert
Die Kopfzeile auf der Website von L’Oreal men expert beweist auf eindrucksvolle Weise die Fach- und Kund/inn/enkenntnis der L’Oreal-Marketer

Ich freue mich wahrlich sehr über das ausgezeichnete Konzept der Website für L’Oreal men expert. Hier ist alles zu finden, was für die erfolgreiche Kommunikation an Frauen und Männer auf dem - noch - komplizierten Sektor der Pflege für Herren nötig ist. Alles zu analysieren wäre sehr umfangreich und vielleicht auch nicht ganz fair im Sinne der Erfinder. Daher möchte ich nur einige kurze Worte zur oben gezeigten Kopfzeile der Website verlautbaren:

  1. Der Markenname “men expert” ist großartig, denn er greift Expertentum im Sinne der Spezialisierung auf, was eine wichtige Komponente im männlichen Denken darstellt.
  2. Der Claim Beste Technologien für die Haut jedes Mannes ist gleich zweifach gut:
    Erstens greift er die männliche Technikliebe auf und transferiert sie auf dieses zwar artfremde Gebiet, was jedoch keineswegs hinderlich wirkt. Eher wird eine präzise Positionierung inklusive aller nötigen Abgrenzung gegen Wettbewerber bewirkt.
    Zweitens wird jeder Mann eingeschlossen. Das ist nicht nur gut im Sinne der Zielgruppenmaximierung, sondern greift auch ein tiefes Bedürfnis von Männern auf: die Zugehörigkeit zu einer großen Gemeinschaft (die Fachliteratur spricht an dieser Stelle zuweilen auch von der Horde).
  3. Und zu alledem wird die Komponente Frau (ebenfalls) auf dreifache Weise eingebracht:
    Erstens muss der Pflegeaufwand sinnvoll motiviert werden. Es ist nachgewiesen, dass gutes Aussehen - bei Männern genauso wie bei Frauen - den beruflichen und gesellschaftlichen Erfolg begünstigt. Darüber hinaus spielt die Erhöhung der eigenen Chancen auf dem Partnermarkt natürlich eine unbestritten große Rolle.
    Zweitens spricht der “Stempel” Geprüft von uns Frauen ganz deutlich die Partnerinnen als langjährige Kundinnen und Kaufentscheiderinnen in den Haushalten an.
    Drittens wird auch hier mit von uns eine Gemeinschaft hergestellt, die allerdings gekonnt jeglichen Hinweises auf die Gruppengröße entbehrt.
    Und beinahe hätte ich noch vergessen, auf die weibliche Silhouette in diesem “Stempel” hinzuweisen, deren Körperhaltung ein gesundes “Standing” auf vielen verschiedenen Ebenen vermittelt…

Meisterlich. Einfach hervorragend!

Nachtrag zu PSP: SONY vertut sich mächtig


Plakatwerbung für die neue weiße Playstation Portable (PSP) von Sony
Plakatwerbung für die neue weiße Playstation Portable (PSP) von Sony

Einen wirklich großen Diversity-Fauxpas hat sich Sony in den Niederlanden mit einem Motiv aus seiner Plakatkampagne für die weiße PSP geleistet (ich berichtete zuvor darüber).

Nach einem Bericht von Spiegel Online hat Sony nicht nur Schwierigkeiten gehabt zu verstehen, dass sich jemand an der Dominanz von einer weißhäutigen Person über eine dunkelhäutige ernsthaft stören kann. Viel schlimmer ist noch, dass Sony die sich betroffen Fühlenden wochenlang davon überzeugen wollte, wie das Plakat richtig zu verstehen sei.

Welch ein Beispiel für mangelndes Verständnis und schieres Desinteresse an Konsumenten! Dabei war Sony doch schon so fortschrittlich…

Gut gemeint oder gut gemacht? Kalender soll Frauen in die IT-Branche ziehen


Ein Motiv aus dem Kalender IT-Goddess
Ein Motiv aus dem Kalender namens IT-Goddess

Eine schöne Idee war der Anfang: Eine weibliche Führungskraft aus einem australischen IT-Unternehmen wollte mehr Frauen auf die spannenden und lukrativen Jobs in der IT-Branche aufmerksam machen. Ihr Name: Sonja Bernhardt. Sonja Bernhardt wollte dem Klischee entgegentreten, Frauen in IT-Berufen seien ausnahmslos unattraktive Wesen. Das Schicksal nahm seinen Lauf, die Idee für einen Kalender mit toll aussehenden IT-Fachfrauen in berühmten Filmposen wurde umgesetzt. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen, wie die Vorschau auf der Kalender-Website eindeutig beweist.

Aber ist das wirklich ein Image-Problem der Frauen? Ist es nicht vielmehr so, dass die Klischee-Vorstellung von männlichen Geeks und Nerds jegliche Begeisterungsversuche tötet? Sind es nicht Bilder aus der längst vergangenen New Economy von schlampigen jungen Männern mit autistischen Persönlichkeitszügen in 20-Stunden-Bildschirm-Jobs, umringt von leeren Pizza-Kartons, die für Frauen wenig erstrebenswert sind? Würde es unter solchen Umständen nicht sinnvoller sein, einen Kalender mit attraktiven IT-Männern zu veröffentlichen? (Und nebenbei bemerkt: Der Arbeitsplatz gilt heute als wichtigster Heiratsmarkt.)

Und noch eine Stichelei: Warum brauchen Fraue besondere Berufe (s. o.), Anweisungen aus Büchern oder Damenrasierer, um Göttinnen zu werden? Ist das erstrebenswert oder heutzutage sogar notwendig?

Und ganz ohne Stichlei: Es gefällt mir natürlich sehr, dass der gesamte Kalender-Erlös Organisationen zugute kommen wird, die den Einstieg von Frauen in IT-Berufe fördern.

Ankündigung zur Damenwahl


Jutta Kleinschmidt, fotografiert von Sharon Adler für das Buch Damenwahl
Jutta Kleinschmidt mit vielen kleinen Touaregs in “Damenwahl", selbstverständlich fotografiert von Sharon Adler

12. Juli 2006, 18:00 Uhr
Merken Sie sich diesen Termin!
Kommen Sie genau dann ins Dussmann Kulturkaufhaus in der Berliner Friedrichstraße!

Ich freue mich schon sehr auf die Vorstellung von Sharon Adlers Buch Damenwahl! Für dieses Buch hat die Fotografin und Herausgeberin des Online-Magazins AVIVA-Berlin zahlreiche Frauen mit unterschiedlichem Grad an Prominenz, aber auf jeden Fall mit deren Lieblingsautos auf Zelluloid gebannt. Herausgekommen sind tolle Fotos und wirklich spannende Statements.

Zusammen mit Sharon Adler werden auch Heidi Hetzer und die Journalistin Georgia Tornow die Bühne zieren. Und ich darf diese gesprächige Runde moderieren. *freu*

PS:
Eine kleine Ausstellung über das “geliebte Blech” findet derzeit auch in Berlin statt.
Mehr Infos dazu hier.

Sony 2: LocoRoco macht neugierig


Logo LocoRoco
LocoRoco: Ein neues Spiel für die PSP - und gleichzeitig eine neue Gattung

LocoRoco steht zwar erst als Beta-Version zur Verfügung, jedoch macht das Spiel schon jetzt neugierig. Ein neuartiges Design, innovative Lenkung und ein soziales Miteinander der Figuren kennzeichnen das Spiel. Wenig wahrscheinlich, dass es für Fans von First-Person-Shooter-Spielen erdacht wurde.

Kostprobe gefällig?
Denken Sie daran, für den vollen Genuss Ihre Lautsprecher anzuschalten!

Ganz bemerkenswert ist, wo und wie das Spiel beworben wird: Mir begegnete es erstmalig als Presenter der neuen Serie the L word (Originalsite) auf Pro7 (Sendersite). Passend zur Serie umschlingen sich im TV-Spot zwei attraktive junge Frauen, von der die eine LocoRoco auf einer keramikweißen Playstation Portable (PSP) spielt.

Spielszene LocoRoco
Wer kann bei diesem Anblick sein spontanes “Wie knuffig!” zurückhalten?

23.6.2006 Diana Jaffé

Offline wegen Hackerangriff


Liebe Leser und Leserinnen,

wir entschuldigen uns für die eintägige Abwesenheit vom Internet. Ursache war ein misslungener Hackerangriff, der jedoch unseren Provider seinem Standardverfahren entsprechend veranlasste, unseren Server vorübergehend komplett vom Netz zu nehmen.

Hauptsache, wir sind wieder da. In diesem Zusammenhang ganz herzlichen Dank für das schnelle Einschreiten an unseren Webmaster!

22.6.2006 Diana Jaffé

Sony auf Gratwanderung - und dem richtigen Weg


Neuheit: Sony PSP in Keramikweiß
Die PSP nun auch in “Keramikweiß” - ein Farbton, der inzwischen für beide Geschlechter funktioniert.

Sony mag in jüngerer Vergangenheit ja manchen Trend verschlafen haben, aber die Playstation Portable (PSP) erscheint nun auch in Weiß. Vor nicht einmal einem Jahr erschien die Original-PSP in Schwarz auf dem deutschen Markt, und nun schon das gehobeneres Design… Wer damit angesprochen werden soll? In der Originalmeldung heißt es:

Keramikweiß gibt dem eleganten Design der PSP ein noch reineres und geschmackvolleres Aussehen, das vor allem an ein Publikum gerichtet ist, das Schönheit und Stil mag.

Und wer könnte damit wohl gemeint sein? Okay, Sony traut sich nicht, ihre Haupt-Zielgruppe unverblümt zu benennen. Die Formulierung eiert. Das ist ein Zeichen mehr für die Unsicherheit, die mit dem Thema “Geschlecht als Marketing relevanter Aspekt” verbunden ist. Ich bin schon gespannt, wie viele Jahre (oder Jahrzehnte?) es noch braucht, bis “für Mädchen / Frauen” endlich jemandem unverkrampft über die Lippen rollt. Ach ja: und bis niemand mehr in diesem Zusammenhang automatisch an Rosa denkt. Denn Apple und Sony machen es schließlich vor: Weiß ist das neue Pink.

PS:
Computerspiele werden zur Hälfte vom weiblichen Geschlecht gespielt, der Anteil des weiblichen Geschlechts an Spielkonsolen-Nutzern liegt bei rund einem Drittel. Hätten Sie das gedacht?

Coca Cola launcht Light-Version für Männer


Logo Coca Cola Zero
Das Logo der No-Calorie-Coke für Männer variiert von Land zu Land.

Sie sieht fast genauso aus und hat nur eine Kalorie weniger als die Coke light, dafür heißt sie Zero, schmeckt angeblich wie die “normale” Coca Cola und wird in Deutschland, ebenso wie in Australien, in schwarz “gekleidet” daherkommen. Ach ja, und sie soll junge, gesundheitsbewusste Männer im Alter zwischen 20 und 29 Jahren ansprechen.

Viel ist darüber schon geschrieben worden, zuallererst natürlich in der Pressemitteilung des Konzerns. Wie die W&V meldet, soll die Einführung von vielen kostspieligen Werbeaktionen begleitet werden. Die sind hoffentlich aufregender als die US-amerikanische Website. Etwas Charmantes für Kerle hat man sich in Australien einfallen lassen.

Können Sie sich übrigens Coke mit Brombeergeschmack vorstellen? In Neuseeland wurde Coke Raspberry getestet und inzwischen wieder eingestellt. Sollten Sie mehr über die seltsamen (das heißt politisch korrekt natürlich: von unserem Geschmack abweichenden) Trinkgewohnheiten der Neuseeländer oder Mexikaner erfahren wollen, dann lesen Sie hier oder hier.

Kuweitische Fluglinie auf Fortschrittskurs


Logo der Jazeera Airways
Jazeera Airways: Manche Vorstände wissen doch zuweilen zu überraschen

Dieser Tage überrascht eine Pressemeldung von der Kuwaitischen Jazeera Airways: Alle im Ausland wohnhaften weiblichen Kuwaiti erhalten kostenlose Flugtickets in die Heimat, um an der ersten Parlamentswahl teilzunehmen, zu der sie als Wählerinnen zugelassen sind. Darüber hinaus sollen auch Frauen anderer Nationalitäten von diesem Angebot profitieren, wenn sie diese Wahlen beobachten wollen.

Das ist international wirksames (Gender) Marketing.

Die Originalmeldung befindet sich hier.
Eine kommentierte Übersetzung gibt es unter anderem bei Spiegel Online.

Zwei völlig unterschiedliche Sichtweisen auf Technik


Chip Chick - eine alternative Sicht auf Technik
Diese Seite gehörte schon längst von hier aus verlinkt

Chipchick bietet eine nicht zwingend weibliche, jedoch zweifellos alternative Sicht auf Technik. Gadgets die auch Frauen (manchmal vielleicht auch nur Mädchen) gefallen könnten, Accessoires, die Elektronik zu einer höheren Bedeutung verhelfen… kurz: Eine Menge Kram, mit dem sich auch Geld verdienen lässt. Und nicht zu knapp. Einiges könnte mir auch Spaß machen, wenn ich es recht bedenke.

Ist der Technology Evangelist eigentlich das Gegenteil von Chipchick?

10.4.2006 Diana Jaffé

Gibts denn sowas?


Autovermietung
Die Gibsnisch-Autovermietung

Eine schöne neue Kampagne eines Autovermieters ist hier zu bewundern. Bitte beachten Sie insbesondere das elegante Spiel mit den verschiedenen Stereotypen!

Auch Lob muss mal sein! Ja, sogar an diesem Ort, an dieser Stelle! Übrigens hat mich natürlich eine Online-Werbekampagne dorthin geführt.

Weibliche Stars über 40 endlich erlaubt?


Sharon Stone für Dior
Sharon Stone zeigt es allen - hier bei Dior

Sharon Stone hat schon mehrfach stilbildend gewirkt, doch wahrscheinlich war ihre Rolle gesellschaftlich kaum je so prägend wie heute. Hollywood war noch nie berühmt dafür, Frauen jenseits der 40 interessante oder gar wichtige Rollen zu bieten. Mit Basic Instinct 2 hat die inzwischen 48-jährige geschafft, was nur sehr selten vorkommt: Eine weibliche Hauptrolle mit Aussagekraft zu ergattern (eine recht interessante kleine Analyse dazu hier). Dabei sollte klar sein, dass eine alternde Gesellschaft weitaus mehr Filme mit älterer Besetzung fordern wird. Oder glaubt etwa jemand ernsthaft, dass Teenie-Filme für die Generationen 40+ irgendeine Relevanz besitzen?

Die Kosmetik-Industrie jedenfalls lernt mit großen Schritten. Endlich. Legendär ist Doves international angelegte Kampagne Initiative für wahre Schönheit, die unter anderem auch das Alter thematisierte. Seit nunmehr 2 Jahren läuft sie mit weiterhin großem Erfolg.

Interessant ist, dass nun allmählich auch die Luxus-Marken merken, dass Frauen über 40 nicht gleich das Gras aus der Tasche zu wachsen beginnt. Dior holte sich im Herbst 2005 Sharon Stone für eine neue Kampagne (auch das wurde schon zum gegebenen Zeitpunkt berichtet).

Einen wirklich lesenswerten Artikel zu Sharon Stone, weiblichen Stars im besten - und häufig schönsten! - Alter, Kosmetik und mehr finden Sie hier.

25.3.2006 Diana Jaffé

KarstadtQuelle reißt es mit dem A…. wieder ein


Quelle

Vor wenigen Tagen verkündete der Quelle-Geschäftsführer den künftigen Verzicht auf die Marke Lonsdale (ich wies hier auf den Spiegel-Online-Bericht hin). Tjaaa, das war vor vier Tagen.

Heute ist schon wieder alles gaaanz anders. Der KarstadtQuelle-Chef Thomas Middelhoff verkündet ganz einfach, der deutsche Vertriebshändler habe sich von der rechten Szene distanziert, Lonsdale bleibe im Sortiment und der Quelle-Geschäftsführer sei inzwischen gefeuert, wenn auch aus ganz anderen Gründen.

Und wie reagiere ich als Privat-Frau, die ich schließlich auch bin? Ich komme nicht umhin, einmal mehr Konsequenzen aus dem mindestens als ausgesprochen ungeschickt zu bezeichnenden Verhalten des Unternehmens zu ziehen.

Hier übrigens die neue Entwicklung ausführlicher.

24.3.2006 Diana Jaffé

“Desperate Housewives": Ab Herbst 2006 auch auf Ihrem Computer


Desperate Housewives
TV-Serie bald auch als PC-Spiel

Buena Vista Games hat jüngst angekündigt, gemeinsam mit ABC Entertainment und Touchstone Television die international beliebte TV-Serie Desperate Housewives als Spiel für den heimischen Computer herauszubringen. Im Herbst 2006 soll es soweit sein. Ob dieser Zeitvertreib auch schon auf Deutsch erhältlich ist, wurde noch nicht gemeldet.

Es ist nicht anzunehmen, dass das Spiel überwiegend Männer fesseln wird, auch wenn sich einige sicherlich einen Eindruck verschaffen werden. Übrigens ist ein analoges Spiel zumindest für den englischen Sprachraum schon länger erhältlich.

22.3.2006 Diana Jaffé

Ergänzung


Logo 1. Internationaler Gender Marketing Kongress

Und noch einmal rühre ich die Werbetrommel für den Kongress am 27. und 28. April: Das Kongressprogramm finden Sie hier: www.gendermarketingkongress.de

20.3.2006 Diana Jaffé

Quelle reagiert vorbildlich


Quelle

Überraschend reagierte Quelle auf den Hinweis einer Papenburger Juso-Gruppe. Diese nämlich schrieb einen Brief an das Versandhaus, in dem sie auf die besondere Beliebtheit von Bekleidung der Marke Lonsdale bei Rechtsradikalen hinwies. Quelle antwortete diesmal nicht mit standardisierten Antworten. Vielmehr sollen Lonsdale-Produkte künftig konsequent aus dem Sortiment entfernt werden.

Glaubt man dem Spiegel-Artikel, dann hat sich Quelle-Geschäftsführer Michael Badke absolut vorbildlich verhalten. Das Unternehmen nimmt seine gesellschaftliche Verantwortung ernst. Ich bin angenehm beeindruckt - und bringe daher auch Verständnis dafür auf, dass die vorhandenen Bestände erst noch abgesetzt werden sollen. Aber mit dem nächsten Katalog soll dann endlich Schluss sein. Ich werde es prüfen. Bis dahin freue ich mich aber auf jeden Fall weiter.

Wie, Sie fragen sich, was das alles mit Männern oder Frauen zu tun hat? Nun, Frauen achten besonders und in zunehmendem Maße auf das Verhalten von Unternehmen und deren Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Alles klar?

15.3.2006 Diana Jaffé

Schon 2005 auf der IAA: smart bellybutton


Autostudie smart bellybutton
Til Schweiter bei der Präsentation der smart-Studie auf der IAA 2005
(Foto: smart)

Nicht nur Volvo leistet sich Überlegungen darüber, was Frauen wohl wünschen könnten. Nein, auch die stets defizitäre und nun möglicherweise auch zum Verkauf stehende DaimlerChrysler-Tochter smart glaubt nun zu wissen, was zumindest ein Teil der Frauen wünscht. Gemeinsam mit der Firma bellybutton entwarf man zuletzt “das Traumauto für Mütter", den smart bellybutton.

Der Schachzug war ja keineswegs dumm, denn bellybutton, sonst eher für Schwangerschafts- und Kindermoden bekannt, gehört unter anderem Ex-Model Dana Schweiger, der Noch-Ehefrau von Til Schweiger, sowie der Schauspielerin Ursula Karven. Und wie nicht anders zu erwarten, rührte auch Herr Schweiger im September auf der 61. Internationalen Automobil Ausstellung noch bereitwillig die Werbetrommel für die bellybutton-Autostudie, bevor das Paar im November seine Trennung verkündete.

Das Studienmodell basiert auf dem Fourfour. Aber mal ehrlich: Ist ein “Sternendach” (mit Sternchen verziertes Glasdach) wirklich wichtiger als ein Naviationssystem on board? Ist ein Kinderbuggy wertvoller als so genannte Run-Flat Tires oder gibt es vielleicht einen guten Grund, weshalb bei einer Studie für Mütter lediglich die Stabilität der Fahrgastzelle als Sicherheitsaspekt gesehen wird? Na immerhin verfügt das gute Stück über 6 Airbags. Immerhin. Ach ja, und dann wäre da noch der flugtaugliche Kindersitz zu nennen. Aber ich frage mich doch, ob das schicke dunkle Leder auf Dauer den kleinen Unfällen mit Nahrungsmitteln und Getränken in jeglicher Form und in jeglichem Verdauungszustand Stand hält. Und ich frage mich auch, weshalb die Wickelvorrichtung auf den umklappbaren Vordersitzen solch einen Vorteil darstellt. Ist das wirklich bequem? Und sollten Kinder nicht im Alter von rund einem Jahr allmählich stubenrein werden? Darf die Mutter das Auto über diese magische Ausscheidungsgrenze hinweg behalten und nutzen? Fragen über Fragen…

Machen Sie sich doch selbst ein Bild und denken Sie sich Ihren Teil. Ich für meinen Teil vermisse hier tiefer gehende Überlegungen. Ach ja: Sorry, dass ich erst jetzt noch einmal nachgeforscht habe, denn eigentlich wusste ich bereits vor einem Jahr, dass da was im Busch ist. *knirsch*

13.3.2006 Diana Jaffé

Danke Holger!


Schon der Titel bringt es auf den Punkt: Unter Erich gäb’s kein Blu-ray.

Holger Dambeck spricht ganz sicher nicht nur mir aus der Seele, wenn er über den Format-Wahnsinn der technischen Industrien polemisiert.
Hier der Artikel auf Spiegel Online.

1. Internationaler Gender Marketing Kongress in Deutschland


Endlich ist es soweit! Am 27. und 28. April 2006 findet der 1. Internationale Gender Marketing Kongress in Berlin statt. Viele spannende Sprecher werden die unterschiedlichsten Ansätze und Konzepte für Frauen, aber auch Männer (wie der Name des Kongresses ja sagt!) vorstellen. Auch ich selbst werde dort zu sehen und zu hören sein. Alle Infos:

http://www.gendermarketingkongress.de

Ich freue mich schon sehr darauf, Sie dort zu treffen!

Der Vogel wurde in dieser Woche abgeschossen von…


w&v Werben und Verkaufen
Die Fachzeitschrift für die Werbebranche: w&v Werben und Verkaufen hat sich nichts weiter dabei gedacht…

Was habe ich mich gewundert, als ich in der w&v von dieser Woche (Nr. 8/2006) einen Artikel mit dem Titel “Gefühle auf dem Prüfstand” entdeckte. Dabei handelt es sich um einen Bericht über den Test des neuen Magazins emotion aus dem Hause Gruner + Jahr.

Den Test durchgeführt haben die w&v-Titeltester. Sie haben sich das erste Exemplar des Psychologie-Magazins, das sich eindeutig für Leserinnen konzipiert wurde, zu Gemüte geführt und bewertet. Die Kommentare reichten von “wohltuend von den vielen oberflächlichen Artikeln in Frauenzeitschriften ab"[hebend] bis zur Verärgerung über “Belanglosigkeiten, die verallgemeinernd dargestellt werden". Und nun dürfen Sie, geneigte Leser/innen raten: Wie viele Frauen, wie viele Männer mögen das Heft wohl bewertet haben?

Es waren 9 Männer - und keine einzige Frau. Und deren Prognosen hinsichtlich der künftigen Anzeigenkunden waren ebenso unsäglich, wie die heutige Realität in fast allen Frauenzeitschriften: DOB, Kosmetik, Food, Pharma. 9 Männer beurteilen ein neues Frauenmagazin - und niemandem fällt diese Absurdität auf?!

Erstausgabe der Zeitschrift emotion von Gruner + Jahr

21.2.2006 Diana Jaffé

Neuer Mut in Hollywood?


something new
Altes Thema neu aufgelegt: Something new

In Deutschland kommt seit geraumer Zeit eine neue Diskussion auf, die außerhalb politischer Kreise noch immer in den Kinderschuhen steckt: Rund 40 Prozent der Akademikerinnen in Deutschland kriegen keinen Nachwuchs mehr, weil - so die neuesten Argumente - sie keine adäquaten Partner mehr finden.

In den USA ergeht es den afro-amerikanischen Frauen allmählich ähnlich. Und darüber gibt es endlich einen Film. Nein, eigentlich geht der Film darum, die vorhandenen Grenzen zu sprengen - wie sollte es auch anders sein in einem US-amerikanischen Film, den ich an dieser Stelle positiv erwähne? Lassen Sie mich die Grundidee so umschreiben: Das Harvard-Konzept empfielt für erfolgreiche Verhandlungen die “Vergrößerung des Kuchens". So ähnlich verhält es sich mit der Auswahl an Kandidaten für die Protagonistin. Doch lesen Sie am besten selbst: Dieser Artikel zum Film something new äußert interessante neue Gedanken. Und wer weiß, möglicherweise stellt dieser Film einen Durchbruch im Genre der Liebesfilme und romantischen Komödien dar?

Hollywood: Männer übernehmen Frauenrollen


Hollywood sign

Ein großartiger Artikel beleuchtet die aktuellen Produktionen und Releases der US-amerikanischen Filmindustrie. Unter dem Titel The lady vanishes — yet again analysiert die Filmhistorikerin und Buchautorin Marjorie Rosen scharfsinnig die jüngsten Entwicklungen in unterschiedlichen Film-Genres, welche Überlegungen seitens der Macher zu welchen Entscheidungen führ(t)en und auf welches Kinopublikum man sich verlassen kann und welches nicht.

Die Erkenntnisse, die Rosen aus ihren Beobachtungen zieht, sind beinahe alle auch identisch auf andere Branchen übertragbar.

13.2.2006 Diana Jaffé

Werbung für den Mann


Peugeot 407 Coupé - POUR HOMME
Nur für Männer (und Auto + Mann nur für Frauen): Der Peugeot 407 Coupé

Holsten, Peugeot ("pour homme") und Head & Shoulders sind nur einige Beispiele für einen neuen Trend: Gezielte Werbung für den Mann. H&S hat sogar die Men’s Challenge ausgerufen. Der Gesamtsieger so männlicher Disziplinen wie “Offroad-Driving, Cross-Golfing und Barkeeping” kann den ultra-männlichen Audi Q7 gewinnen.

Verzeihen Sie mir meinen leisen Spott, denn eigentlich unterstütze ich doch so klare und konsequente Entscheidungen für eine Zielgruppe. Ich habe nur versucht mir vorzustellen, dass ähnliche oder andere Produkte ebenso offensiv für Frauen beworben werden - und bin bei diesem Versuch kläglich gescheitert. “Nur für Männer” ist griffig und attraktiv, während “nur für Frauen” bestenfalls den Charme von Damenbinden versprüht. Wann immer aber die Klassifizierung “für Frauen” fällt, reagiert unser aller Konditionierung automatisch mit dem Gedanken “Emanze!". Wie verkäst ist unsere Wahrnehmung eigentlich? Letztes Jahr habe ich mich selbst dabei ertappt, wie ich mich über die Bezeichnung eines großartigen Zusammenschlusses von Businessfrauen in Wien gewundert habe. Sie nennen sich selbst schlicht und ergreifend den “Club der Frauen". Die Österreicherinnen und Österreicher pflegen hier offensichtlich einen pragmatischen, sogar entspannten Umgang mit der Geschlechterthematik. Das ist wahrlich sehr angenehm.

Und noch ein Gedanke: Richten sich alle anderen Automarken und -modelle, Herrenshampoos (dieses Thema ist schließlich nicht neu) sowie Biersorten (auch oder ausschließlich) an Frauen, wenn der explizite Zusatz “für den Mann” fehlt? Wurden diese Artikel schon immer für die Käuferinnen und Nutzerinnen entwickelt?

Einen hab ich noch: Bin ich automatisch ein Mann, wenn mir der oben gezeigte Wagen auch gefällt? Und müssen sich Frauen verkleiden, um den verkauft zu bekommen?

Ist China fortschrittlicher als Deutschland?


Oder sind es lediglich die Marketing- und Werbefachleute?

In China ist es schon jetzt selbstverständlich, die Werbung auf die Konsumentin abzustimmen, wie im Artikel auf Spiegel Online berichtet wird, denn die Chinesinnen sind die Konsum-Chefinnen der Familien.

Was glauben Sie? Glauben Sie, dass die deutschen Konsumentinnen rückständiger sind als die Chinesinnen? Ach so? Ein Großteil der Werbung in Deutschland richtet sich an Frauen? Wieso fühlen die sich bloß nicht gemeint oder - noch schlimmer - ernst genommen?

Martha Barletta erklärt, wie Frauen ihre Kaufentscheidungen treffen


Männliche und weibliche Kaufentscheidungsprozesse
Zum Vergleich: Wie Männer entscheiden - und wie schwer es sich Frauen machen

Die amerikanische Spezialistin für “Marketing to Women“, Martha Barletta, hat einen schönen Artikel für die US-amerikanische Branchenpublikation AdAge verfasst. Unter dem Titel “The Spiral Path To A Woman’s Purchasing Decision” erklärt sie leicht verständlich, wie kompliziert die gedanklichen Abläufe bei Frauen sind, die dabei sind, eine Kaufentscheidung zu treffen.

Eine kurze Zusammenfassung der Hauptaussage: Frauen lernen während des Informations- und Vergleichsprozesses mit jeder neuen Info, die sie von einem / über ein Produkt enthalten, dazu. Handelt es sich dabei um ein wichtiges Kriterium, kehren sie zum Ausgangspunkt zurück und beginnen von Neuem mit der Bewertung des zur Auswahl stehenden Angebots. Während Männern häufig die Erfüllung von zwei oder drei Hauptkriterien ausreicht, um ihre Suche abzubrechen und sich für ein Angebot zu entscheiden, erwarten Frauen sehr viel mehr. Barletta empfiehlt Unternehmen daher, sich nicht nur auf die Hauptkriterien zu beschränken, die sich durch Marktuntersuchungen als die häufigsten Entscheidungsmerkmale erwiesen haben. Vielmehr sollte die Liste weiterverfolgt werden, indem auch weitere Wünsche berücksichtigt werden. Diese sind dann häufig der Kauf-entscheidende Unterschied. Der gesamte, mit interessanten Beispielen garnierte Artikel ist ausgesprochen lesenswert.

10.11.2005 Diana Jaffé

Muscle Cars in Vegas, Baby


Mercury von 1950
Ein Mercury von 1950: heute kaum noch wieder zu erkennen

Wer interessiert sich noch für das Thema “Autos für Frauen", wenn in Las Vegas Autos für echte Männer gezeigt werden? Die SEMA 2005 ist eines der vielen Events zum Staunen und Lernen. Hier erfährt man nicht nur hautnah, in welche Formen sich Blech bringen lässt, sondern auch, was Männer begeistert. Und vielleicht ja nicht nur die…?!

Stark nachgefragt: Der Beitrag von Spiegel TV


Herzlichen Dank für die vielen netten Komplimente und Aufmerksamkeiten im Zusammenhang mit dem Beitrag von Spiegel TV am 30.10.2005.

Alle, die den Beitrag verpasst haben, können ihn als Video on demand bei Spiegel TV nachholen.

Von Nacktschnecken und anderen Beschwerden


Gemeine Nacktschnecke
Beschäftigt inzwischen auch den Werberat: die gemeine Nacktschnecke

Immer wieder scheint mir, unsere Nachbarn in Österreich sind uns Deutschen als bewusste Konsumenten ein ganzes Stück voraus. Und tatsächlich können wir wohl eine Menge lernen, zum Beispiel auch vom dortigen Werberat. Beispielsweise wird der österreichische Selbstbeschränkungskodex für die Werbungtreibenden den aktuellen Gegebenheiten angepasst.

Doch mehr noch: Die Österreicher Kollegen trauen sich im Gegensatz zum deutschen Werberat auch, die Durchführung von Beschwerden zu erleichtern, indem dies auch online geht. Das beste daran ist, dass die Beschwerden der Österreicher online nachgelesen werden können. Das geht in Deutschland natürlich nicht. Warum auch? Hier entscheidet ein ausschließlich männliches Gremium mit lediglich drei zusätzlich berufenen Damen über die Beschwerden. Jaja, ich weiß, dass ich wie eine “lila Emanze” klinge, wenn ich anzweifle, dass der Werberat stets im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten entscheidet. Spannend finde ich in diesem Zusammenhang die Rügen sowie die damit verbundene Argumentation. (Sehen Sie mich mit dem Zaunpfahl winken?)

Zum Abschluss noch einmal kurz zu den Österreichern: Meine Lieblingsbeschwerde bezieht sich auf Nacktschnecken. Womit endlich die Überschrift zu diesem Posting und das Foto erklärt wären.

1.11.2005 Diana Jaffé

“Ein Lächeln ist die schönste Weise, dem Feind die Zähne zu zeigen”


Coke
Lach doch mal! Coca Cola drängt zum Lächeln.

So oder ähnlich heißt ein altes Sprichwort (oder war es ein Zitat?), an dessen Quelle ich mich spontan nicht erinnern kann. Aber nett ist es trotzdem.

Das hat auch Coca Cola sich gedacht, ohne dabei allerdings an Feinde zu denken. Herausgekommen ist eine - wie ich finde - bemerkenswerte und sehenswerte Website für Coke light.

MSN überprüft die angeblichen Gehälter von TV-Charakteren


Money Money Money

Auf diese Idee muss man ja erst einmal kommen: Was würden TV-Charktere wie Carrie Bradshaw ("Sex and the City") und Homer Simpson ("Die Simpsons") verdienen, wenn sie richtige Menschen wären und eben keine TV-Ikonen? MSN hat es nachgeprüft und hier sind die Ergebnisse. Fakt ist jedenfalls, dass es eine Carrie Bradshaw mit diesem Lebensstil bei einem Jahressalär von 57.000 US$ nicht gäbe. Dafür aber würde ein Sicherheitsinspektor in einem Kernkraftwerk sich bei dem Simpsonschen Lebensstil durchaus viel Bier leisten können (64.000 US$ jährlich).

6.9.2005 Diana Jaffé

Zicken sie jetzt doch noch?


Ich hatte es mir doch so fest vorgenommen, mich aus der Politik herauszuhalten. Aber unsere Politikerinnen geben sich - möchte man der aktuellen Berichterstattung Glauben schenken - jede Mühe zu veranschaulichen, was Stutenbissigkeit ist.

Pfui, die Damen!

Und war unser Kanzler wirklich romantisch, als er seiner Doris beim TV-Wahlduell letzten Sonntag einen Liebesschwur leistete? Hätte das meiner Mutter Sohn so gebracht, würde sie bis in alle Ewigkeit böse mit ihm sein ob so einer Unmöglichkeit! Das glaube ich ganz sicher!

10.6.2005 Diana Jaffé

Eine Kanzlerin? Ein gefundenes Fressen!


Angela Merkel
Angela Merkel: Schon bald die erste Kanzlerin Deutschlands?

Oder um die Überschrift dieses Beitrags zu präzisieren: Die aktuellen Diskussionen und Medienbeiträge über Angela Merkel sind eine Herausforderung an (mit Sicherheit nicht nur) meinen Langmut.

Zugegeben: Deutschland hat zum ersten Mal eine Kanzlerkandidatin. Da erscheint es bei genauerer Überlegung nur logisch, dass die Medien um eine angemessene Berichterstattung ringen. Oder doch nicht? Ich frage mich, ob vor der Wahl einer Indira Ghandi, einer Golda Meir, einer Benazir Bhutto und all der anderen auch im selben Maße Geschlechter- und Schönheitsdiskussionen geführt wurden (Hinweise sind ausdrücklich erbeten!).* Und die Netzeitung berichtet über einen Artikel der “Neuen Revue”, in dem mehr oder minder prominente Frauen für die Wahl Frau Merkels werben. Ich gebe zu, dass ich den Originalartikel nicht bemüht habe.

Was allerdings an der ganzen Geschichte bemerkenswert ist, ist die in weiten Kreisen geführte Diskussion, ob Frauen Angela Merkel allein auf Grund ihres Geschlechts wählen sollten. Artikel wie der in der “Neuen Revue” gehen mindestens einen Schritt weiter. Auf diese Weise werden mehr oder minder aktuelle Sympathieträgerinnen dafür eingesetzt, direkte Empfehlungen auszusprechen. Fast wie im richtigen Leben unter Frauen… Oder wie klassische Testimonials in der Produktwerbung… Na, halt irgendwas dazwischen.

* Einen interessanten Artikel gab es kürzlich in der Online-Ausgabe des österreichischen “Standard” unter dem Titel Präsidentinnen weltweit. Leider scheint dieser Artikel nur noch über das Archiv verfügbar zu sein. Einige (!) Hinweise auf weibliche Staatsoberhäupter lassen sich jedoch auch hier finden.

9.6.2005 Diana Jaffé

Entwarnung in eigener Sache


Ich freue mich verkünden zu können, dass meine Genesung mit großen Schritten ihrem Abschluss entgegenschreitet. In diesem Zusammenhang möchte ich allen sehr herzlich danken, die mich mit ihren besten Wünschen unterstützt haben. Sie waren mir eine große Hilfe!

Ich bin froh verkünden zu können, dass auch fast alle ausgefallenen Vortragstermine in Bälde nachgeholt werden. Die bereits feststehenden Termine können Sie demnächst hier nachlesen.

Und so bin ich endlich wieder in der Lage, eine angemessene Terminplanung zu betreiben. Die Tage meiner erzwungenen Ruhe sind glücklicherweise gezählt. Bis dahin scharre ich schon einmal mit den Hufen - zum warm Werden…

17.5.2005 Diana Jaffé

Sorry


Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

Seit nunmehr zwei Monaten finden Sie hier keine neuen Veröffentlichungen mehr. Das liegt daran, dass sich Autounfälle leider nicht planen lassen. Ich befinde mich inzwischen bestens auf dem Weg der Besserung, werde allerdings noch ein klein wenig Zeit benötigen, um mich weiter zu regenerieren.

Ab Juni gibt es definitiv wieder regelmäßige Neuigkeiten. Versprochen.

Bis dahin wünsche ich Ihnen alles erdenklich Gute. Und passen Sie gut auf sich auf.

9.3.2005 Diana Jaffé

L’Oréal - alles nur schöner Schein?


Der Artikel in Spiegel Online unter dem Titel L’Oréals großer Bluff
stimmt mich so nachdenklich, dass mir sogar jegliche Kommentare fehlen. Ganz besonders der Schluss ist zu empfehlen.

2.10.2004 Diana Jaffé

Ladies like it ladylike


Interview bei Deutsche Welle Online anlässlich des Popkomm-Vortrags:

Anlässlich meines Vortrags bei der Popkomm 2004 hat DW-Online die Zusammenschrift eines Interviews veröffentlicht. Unter dem Titel “Ladies like it ladylike” geht es um Lösungsansätze für die Musikbranche im Hinblick auf die weibliche Zielgruppe. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen des Artikels von Oliver Samson.

Vielen Dank auch an Whiskey Soda, die eine sehr gute Zusammenfassung des Vortrags erstellt haben. Hier ist der Artikel zu finden.

26.9.2004 site admin

Herzlich Willkommen!


Dies ist nun ein weiterer Weblog in den Untiefen des Internets.

Und trotzdem ist er etwas ganz Besonderes: Es ist der erste Weblog zum Gender Marketing. Künftig werden an dieser Stelle Artikel vorgestellt, die zum Thema Gender Marketing von Interesse sind.

Jede/r darf sich anmelden, jede/r darf posten, jede/r soll diskutieren.

Ich freue mich schon sehr auf einen regen Austausch!

Herzlichst Ihre
Diana Jaffé